Get happy

Get happy

Bewusster leben. Zufriedener sein.

Transkript

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00:00:03: Und

00:00:25: ich sage hallo ihr Lieben, schön, dass ihr auch an diesem Freitag wieder mit dabei seid, wie immer hoffe ich, dass es euch gut geht, dass ihr in diesem Moment an einem sicheren, an einem schönen, an einem muckeligen Ort seid, irgendwas Schönes vorhabt, vielleicht seid ihr gerade spazieren im Wollemona November oder ihr seid gemütlich zu Hause auf der Couch, wo auch immer ihr seid.

00:00:45: Ich freue mich sehr, dass wir die nächste Stunde Gemeinsam verbringen, ich möchte zu Beginn dieser Folge ein großes Dankeschön an euch rausschicken für die unglaubliche Unterstützung, die ich in den letzten Wochen erfahren habe.

00:00:57: Wenn ihr diesen Podcast weiterhin unterstützen möchtet, ich freue mich über jeden noch so kleinen Betrag.

00:01:03: Ihr findet alles in den Show Notes unter dieser Folge.

00:01:06: Und ihr unterstützt mich natürlich auch, wenn ihr die Folgen teilt, wenn ihr sie in die Welt schickt, sodass noch viel, viel, viel mehr Menschen mit diesen Themen in Kontakt kommen, weil ich es besonders in der Zeit, in der wir aktuell leben, wirklich für absolut essentiell wichtig halten.

00:01:21: In dieser Woche sprechen wir über ein Thema, das uns alle auf die ein oder andere Art betrifft, das, ich würde mal sagen, den größten Teil unseres Lebens bestimmt und mit dem aber ganz viele von uns, ja, man muss es echt so sagen, richtig richtig auf Kriegsfuß stehen.

00:01:40: Es geht um das Thema Job, um das Thema Arbeit.

00:01:44: Man sagt, es gibt verschiedene Säulen im Leben eines jeden Menschen, die stabil sein sollen, das soziale Umfeld, Beziehungen, finanzielle Situation, aber natürlich auch das Arbeitsumfeld.

00:01:56: Und da harpert es bei ganz, ganz vielen von uns.

00:01:58: Entweder sind die Systeme irgendwie ein bisschen krank von innen heraus, man kommt mit Vorgesetzten.

00:02:03: Nicht klar, man sieht keine Sinnhaftigkeit in dem, was man tut.

00:02:07: Man ist gelangweilt, überfordert, unterfordert oder die Kollegen nerven.

00:02:11: Es ist einfach ein sehr, sehr komplexes Thema und das ist so schade.

00:02:15: Weil wir natürlich einfach unheimlich viel Zeit im Job verbringen und im besten Fall ihr abends nach Hause gehen sollten, mit einem Gefühl von, ach, das war ein echt schöner Tag und der war produktiv und ich mach das, was ich tue, wirklich, wirklich gerne.

00:02:29: Das ist aber eben gar nicht immer so leicht.

00:02:33: Wie Arbeit glücklich macht, ist das Buch meines heutigen Gastes.

00:02:39: Er ist Universitätsprofessor, er ist Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, spezielle Schmerztherapie und er ist ärztlicher Direktor der Klinik für psychosomatische Medizin

00:02:51: und

00:02:51: Psychotherapie am Universitätsklinikum in Freiburg.

00:02:55: Das musste ich ablesen.

00:02:57: Herzlich willkommen, Professor Dr.

00:02:59: Klaas

00:03:00: Laman.

00:03:01: Hallo.

00:03:02: Schön, dass Sie da sind.

00:03:04: Wir sprechen über ein Thema, wie ich in der Anmodation schon gesagt habe, das ganz schön vielen Menschen ziemlich im Magen liegt.

00:03:13: Ich lande mal mit voller Wucht in der Thematik.

00:03:16: Warum sind so viele Menschen so unglücklich mit ihrem Job?

00:03:21: Naja, weil sich schlussendlich die Arbeitsbedingungen verändert haben auf der einen Seite und weil das Bewusstsein und die Ansprüche, die wir selber an nicht nur unsere Arbeitswelt, sondern die gesamte Lebenswelt stellen, sich auch verändert haben.

00:03:34: Und da entstehen dann manchmal wie so Gewitterfronten, Blitz und Donner.

00:03:37: Deshalb manchmal in früheren Zeiten waren die Anforderungen anders.

00:03:41: Sie waren aber nicht weniger, sie waren häufig sehr stark körperbetonend, harte körperliche Arbeit wenig.

00:03:49: Arbeitsschutzmaßnahmen, Arbeitsschutzgesetz und so.

00:03:52: Aber die Leute haben halt mal locht auf der einen Seite.

00:03:56: Aber es war eine andere Taktung.

00:03:59: Trotz allem.

00:04:00: Es war ... In mancherlei Hinsicht irgendwie begrenzter und auf der anderen Seite haben die Menschen sich aber sehr gefügt, weil es war ein Stückchen auch natürlich alternativlos.

00:04:09: Der Bruderwerb, der hatte halt Vorrang.

00:04:12: Da hat man sich wenig Gedanken darüber gemacht, ob das jetzt irgendwie sinnhaft ist und ob man hier irgendwie gute Führung erlebt und unter und ob man Job Enrichment und Job Enlargement hat solche Begriffe.

00:04:23: Das gab es gar nicht.

00:04:25: Heutzutage ist es anders, da haben wir andere Ansprüche insgesamt ans Leben und das beides zusammen.

00:04:31: Die Anforderungen, würde ich mal sagen, das kann man schwer skalieren, ob die jetzt weniger oder mehr geworden sind, aber die haben sich auf jeden Fall sehr verändert und sie sind sehr fordernd geworden durch die hohe Taktung, durch die Globalisierung und so weiter.

00:04:43: Und auf der einen Seite eben unsere Erwartung.

00:04:45: Und das läuft häufig eben nicht so gut ineinander, wie es ineinander laufen könnte.

00:04:50: Und wenn das nicht zusammenpasst, dann funktioniert

00:04:52: es.

00:04:52: Wenn Sie sagen heute und früher, wo ist so dieser Dieser neuralgische Punkt, wo sich das verändert hat oder in welchem Jahrzehnt hat sich das verändert?

00:05:01: Das ist ein bisschen schwer zu sagen.

00:05:04: Das kommt immer ein bisschen darauf an, welche Parameter man sozusagen anlegt.

00:05:09: Aber es hat sich sicherlich in den letzten Jahrzehnten verändert, aber so in den letzten ein, zwei Jahrzehnten, dass es so nochmal eine deutliche Veränderung gab.

00:05:17: Die Arbeitswelt an sich hat sich natürlich in verschiedenen Phasen deutlich verändert, Industrialisierung.

00:05:24: Das kennen wir.

00:05:26: Aber so gerade dieses Globalisierung, Digitalisierung, das sind noch mal technologische Momente gewesen, die da viel reingebracht haben.

00:05:33: Im Moment sind wir ja mit KI auch wieder an so einem, ich würde jetzt nicht sagen Wendepunkt, weil die gehen ja ineinander über mittlerweile.

00:05:40: Aber diese Verdichtung und Beschleunigung, das ist sicherlich ein Phänomen der letzten Jahrzehnte.

00:05:46: Da gibt es jetzt außerhalb der Arbeitswelt ja auch ganz tolle Bücher zu.

00:05:49: Harput Rosa ist ein Soziologe aus jener, der sich damit viel beschäftigt.

00:05:55: Eskalierende Dynamisierung.

00:05:57: Also die Sachen, die gehen immer schneller und schneller und schneller.

00:06:00: Und das ist ein Phänomen, was natürlich voll in der Arbeitswelt auch einschlägt und uns zu schaffen macht.

00:06:05: Weil wir da an der Stelle dann Führung, Arbeitsbedingungen, Kontextbedingungen bräuchten, die das ein Stückchen auffangen, kompensieren.

00:06:13: Die gibt es aber eben leider nicht überall.

00:06:15: Eskalierende Dynamisierung.

00:06:18: Tolles Wort, oder?

00:06:19: Ja, man kann erahnen, wie es sich anfühlt.

00:06:24: Wie im Sand schaufeln, sagt er manchmal, also man kann gar nicht, kein Loch im Sand schaufeln, weil es läuft sofort wieder zu.

00:06:30: Wenn man eine Aufgabe, und das Beispiel E-Mails, da kennen wir es vielleicht nur, mir geht es oft so, ich habe dann fünf E-Mails abgearbeitet, dann habe ich das Gefühl, wir sind in der gleichen Zeit sechs bis sieben neue gekommen.

00:06:41: Das geht natürlich faktisch nicht, aber das Gefühl fühlt sich halt so an.

00:06:47: Hängen wir unser Gefühl von selbst, unser Gefühl von Identität zu sehr an den Job?

00:06:54: Manche Menschen schon.

00:06:55: Nicht alle Menschen.

00:06:56: Man muss sehr aufpassen, finde ich gerade bei so Formaten wie unserem hier bei Interviews, Podcasts, auch wenn man drüber schreibt, muss man sehr aufpassen.

00:07:04: Wen hat man denn so als arbeitenden Menschen im Kopf?

00:07:07: Es gibt Menschen, die gehen morgens zur Arbeit und nachmittags, abends wieder heim, haken das ab, weil ihre Interessen, ihre persönliche Bindung, die liegt wo ganz anders.

00:07:18: Viele Menschen haben aber eben, und das haben sie an der Anmoderation auch gesagt, haben ja schon das Gefühl, Die Arbeit ist irgendwie auch nicht nur Sinn, sondern eben identitätsstiftend.

00:07:27: Und in dieser Subgruppe gibt es einige, die zu viel an die Arbeit hängen.

00:07:34: Das sind Menschen, die mir dann auch manchmal in der Therapie begegnen, also wirklich in der ganz klassischen Psychotherapie, die richtig ihr selbst fast verloren haben, wenn sie den Job verloren haben.

00:07:44: Weil sie alles auf die eine Karte gesetzt haben, ich bin so und so.

00:07:50: Und wenn der Job verloren geht, dann geht die Identitätsstift.

00:07:52: Genau.

00:07:53: Dann geht die echt flöten und dann weiß man gar nicht, was soll ich denn jetzt machen.

00:07:56: Das können die doch nicht machen.

00:07:57: Ich habe doch jahrzehntelang für die Firma und jetzt, also so.

00:08:02: Und das ist dann immer nicht ganz so, wie wenn man eben, ja, ich bin jetzt kein Banker, aber wie wenn man alles irgendwie auf die gleiche Aktie stecken würde.

00:08:11: Nicht gut.

00:08:13: Was mir aufgefallen ist in Firmen, ich bin eigentlich immer nur in mittelständischen Firmen, wobei stimmt, ich habe auch für Konzerne gearbeitet als Sprecherin, aber was ich mal ganz interessant finde, zumindest ist es mal Eindruck gewesen, dass sich so Dynamiken aus Familiensystemen in Firmen Kontexten häufig wiederfinden.

00:08:31: Also, der repräsentiert irgendwie so die Energie meines Vaters und der repräsentiert die Thematik meiner Mutter oder meiner Eltern, ist das so?

00:08:39: Das ist so.

00:08:40: Zum einen plakativ gesagt ist der Arbeitsplatz immer auch ein Beziehungsplatz.

00:08:44: Und damit meine ich nicht, dass Beziehungen auch häufig natürlich am Arbeitsplatz entstehen, sondern dass wir da einfach ein ganz dichtes Netzwerk an Beziehungen haben.

00:08:51: Und die andere Lebensdomäne, in der wir halt ganz dichte und prägende Beziehungen haben, ist die Familie.

00:08:57: Und wenn man das dann nebeneinander stellt, dann verwundert es nicht, dass so Übertragungsprozesse stattfinden und es ja das, womit wir auch in der Therapie arbeiten, dass wir eben Dinge unbewusst dann auf einen anderen Lebensbereich übertragen.

00:09:08: und da ist der Arbeitsplatz oder der Arbeitskontext ein Paradefeld.

00:09:12: und da passiert genau das.

00:09:14: Väterliche Elemente, mütterliche Elemente, Geschwister, Rivalitäten.

00:09:18: Wer kriegt vom Kuchen was ab?

00:09:20: Da wird getrickst, wie zu Hause Dinge versteckt, so in Anführungsstrichen.

00:09:24: Da passiert ganz viel, was man mit so einer Brille der Familiendynamik dann besser verstehen kann.

00:09:32: Also, sprich, wenn ich jetzt feststelle, ich Mein Chef macht mich überdurchschnittlich nervös.

00:09:38: Also fange mal bei der Wurzel an.

00:09:41: Vielleicht hatte ich jetzt einen Vater, der sehr aufbrausend war, emotional nicht wirklich verfügbar oder unbrechenbar für mich auch als Kind.

00:09:49: Und dann habe ich vielleicht einen Chef, der ist ähnlich und ich merke, der kommt schon rein und mein Herz fängt an zu rasen.

00:09:54: Dann darf man mal eine Reise ein bisschen zurück in die Vergangenheit machen.

00:09:57: Das sollte man immer wieder mal machen.

00:09:59: Das ist sehr hilfreicher, weil man manchmal sonst den Führungskräften ja auch unrecht tut.

00:10:05: Man sagt, ja hier passiert dieses oder jenes und es ist oftmals beides.

00:10:09: Halt in unterschiedlicher Relation, aber meistens ist es eben nicht entweder oder, sondern sowohl als auch der eine trägt was bei, aber ich bringe eben auch was mit.

00:10:17: Ich habe eine bestimmte Brille auf und das ist ein ganz tolles Beispiel.

00:10:21: Das sehe ich oft.

00:10:22: Menschen in einem Umfeld, gerade wenn man sich mal austauscht, merken, ah das ist interessant, die anderen machen das anders, aber mit denen habe ich mich noch nicht ausgetauscht.

00:10:31: Ich hatte vor Jahren mal Haben wir mal eine Workshop Reihe gemacht, da haben wir das Topmanagement einer ganzen großen, sehr bekannten Firma durchgeschult.

00:10:41: In puncto gesunde Führung, was kann ich denn da machen?

00:10:44: Dann haben wir auch über gesunde Selbstführung gesprochen.

00:10:46: Wie gehe ich denn mit meinen Grenzen und so weiter?

00:10:49: Und dann haben wir gemerkt, die haben vorher die Kanten sich oft, aber die reden nicht über so Themen, dann ging es darum, les ich im Urlaub E-Mails.

00:10:57: Dann haben manche gesagt, natürlich, es geht doch gar nicht anders.

00:11:00: Und andere, die aber auf der gleichen Höhe oder vielleicht sogar noch ein Tuckenhöhe in der Hierarchie waren, haben gesagt, nee, ich habe Zeiten, da lese ich keine E-Mails.

00:11:08: Und dann wurde deutlich, es ist gar nicht die Befürchtung in der Realität, sondern die Befürchtung im Inneren.

00:11:16: Da könnte jemand böse werden, da könnte jemand was von mir erwarten, was ich nicht erfülle.

00:11:20: Und das sind solche Prägungen, die wir von zu Hause mitbringen.

00:11:23: Es gibt Familien, der wird mal gestritten und da geht es auch mal laut her, aber die Basis ist liebevoll und zugewandt.

00:11:30: Und man merkt, naja, das verraucht dann wieder.

00:11:32: Und die Basis ist immer stabil, die rüttelt nicht.

00:11:34: Und dann gibt es andere Familien, wo man schon beim leisesten Streit irgendwie das Gefühl hat, dieses ganze System ist fragil.

00:11:40: Dann versucht man natürlich, Konflikte zu vermeiden, aber Konflikte am Arbeitsplatz auszutragen, in einem guten Sinne.

00:11:47: Es ist ein essenzieller Baustein von psychologischer Sicherheit, dass man eben gerade, wenn es mal ein bisschen heftiger zur Sache geht, das Gefühl hat, unten drunter ist so ein sicheres Fundament, da passt alles.

00:11:59: Und das sind häufig Dinge, die wir mitbringen, tatsächlich von zu Hause um diese Vertragungen.

00:12:05: Das, was Sie gerade erwähnt haben, finde ich schon ein ganz interessantes Aspekt, den ich aus Ihrem Buch gelernt habe.

00:12:11: Nämlich, dass häufig je höher man in Hierarchien steigt, also dass die Menschen, die jetzt wirklich zu den Top-Playern spielen, das sind nicht die Abonnenten dieses Podcasts, die sind ja häufig so für Selbstreflektion nicht so ganz zu haben.

00:12:23: Oder ist jetzt sehr generalisiert

00:12:25: worden?

00:12:25: Leider, ja.

00:12:28: Das häufig sich diese Menschen eher weniger Stress empfinden, weil die sich viel besser rausziehen können.

00:12:37: Also, dass die, die sich so richtig abarbeiten, eher in den unteren Hierarchien zu finden sind in den Unternehmen.

00:12:43: Ja, das hat ein Stückchen auch damit zu tun, dass die Autonomie ein ganz wichtiger Pufferfaktor ist.

00:12:49: Also, ich komme gleich nochmal auf die Emotionalität zu sprechen.

00:12:52: Das ist auch was Wichtiges.

00:12:53: Aber dieses... Ganz vordergründig und durchaus auch kraftvoll entlastende Momentum ist autonomie häufig.

00:13:03: Ich habe je weiter ich in der Hierarchie komme, habe ich häufig schon mehr Verantwortung und ich habe mehr irgendwie zu wuppen so an was ich alles tragen muss, aber ich habe auf der einen Seite eben Häufig auch ein vielfältigeres Spektrum

00:13:15: mehr Freiheiten

00:13:16: und dann habe ich eben mehr Freiheiten, das ist die Autonomie.

00:13:19: Ich habe viel zu tun, aber ich kann und allein dieses Können entlastet manchmal schon.

00:13:24: Ich könnte auch einen Termin absagen.

00:13:25: Ich kann auch sagen, heute Nachmittag räumen Sie meinen Kalender frei.

00:13:29: Oder hier fahre ich jetzt irgendwie mit dem Zug, da fahre ich mit dem Auto.

00:13:34: Die Chefin oder der Chef, die dürfen theoretisch auch mal zu spät kommen und so.

00:13:37: Man macht es häufig nicht, aber in den Gefühl, man könnte.

00:13:41: steckt es ja drin.

00:13:42: Es ist so ein bisschen die Analogie, wenn manche Menschen sagen, ach, weißte Geld ist nicht so wichtig.

00:13:46: Wenn man mal hört oder sich mal überlegt, welche Menschen im eigenen Umfeld, von welchen kennt man diesen Spruch, sind es meistens die, die Geld haben.

00:13:53: Wenn man es hat, ist es nicht so wichtig.

00:13:55: Wenn ich die Freiheit habe, ist es auch nicht so wichtig, sie im Haus zu spielen.

00:13:58: Aber das ist in Unternehmen tatsächlich so, dass die oben viel, viel mehr Autonomie haben.

00:14:05: Und dann kommt die Emotionalität mit rein.

00:14:06: Und da ist es so, dass es ein bisschen sich anfängt zu wandeln.

00:14:10: Weil Firmen mittlerweile ein bisschen die Literatur lesen, die lesen die ja zum Glück auch.

00:14:16: Und dann haben Firmen angefangen, so ein bisschen zumindest, die einen mehr, die anderen weniger, zu verstehen, dass Führung, Führen mit Emotionalität, auch Führen mit Verletzlichkeit doch Vorteile hat.

00:14:28: Das hat man ganz gut gesehen in der Post- oder in der Pandemie- und Postpandemiezeit.

00:14:34: Führen mit Vulnerabilität und Führen mit eigenen Emotionen, mit eigener Offenheit.

00:14:40: Selektiv also selektive Authentizität wäre so ein bisschen der Schlagwort, dass das tatsächlich auch Vorteile hat.

00:14:46: Solche Firmen sind erfolgreicher.

00:14:48: Schafft

00:14:48: ihr Verbundenheit auch und Menschlichkeit?

00:14:50: Das

00:14:51: ist genau der Punkt.

00:14:52: Das ist genau der Punkt.

00:14:52: Und ich habe ein tolles Beispiel, was ich selber mal erlebt habe, was mich wirklich beeindruckt habe.

00:14:58: Ich habe so ein Aufbaustudium vor ein paar Jahren mal gemacht im Bereich Change Management.

00:15:04: Da habe ich einen Topmanager kennengelernt von einem globalen Pharmakonzern.

00:15:08: Der war da mit mir im Semester, den hat das irgendwie auch interessiert.

00:15:11: Und dann hat er irgendwann verstanden, ich muss anders führen.

00:15:14: Ich muss mehr auf dieses menschliche Eingehen.

00:15:16: Dann hat er sein globales Führungskräfteteam in London zusammen getrommelt, musste nahe hinkommen.

00:15:22: Er hat ihn gesagt, Ihr braucht nichts vorbereiten.

00:15:24: Die haben natürlich trotzdem alle ihre Zahlen vorbereitet, weil sie gedacht haben, es ist wieder irgendwie eine so klassische Strategie-Meeting.

00:15:30: Und dann hat er sich hingesetzt und hat mit denen eineinhalb Tage nur offen sich ausgetauscht und hat angefangen mit sich selber.

00:15:38: Es hat mich wirklich interessiert, warum sitzen wir denn alle in diesem Team?

00:15:40: Warum sind wir so weit gekommen?

00:15:42: Warum hast du das gemacht?

00:15:43: Warum hast du das gemacht?

00:15:45: Und wie geht es euch im Moment?

00:15:46: Und hat angefangen von sich zu erzählen, dieses Offen.

00:15:48: Dann haben die anderen von sich erzählt und hat man gemerkt, Manche Missverständnisse, die konnten dadurch einfach aufgelöst werden, weil die gemerkt haben, ah, der ist gar nicht irgendwie so grantelig oder desinteressiert.

00:15:59: Ah, der hat irgendwie eine Krebserkrankung in der Familie.

00:16:02: Ah, hier ist jemand so drauf.

00:16:04: Ah, der hat früher was ganz anderes gehört.

00:16:06: Dann haben die aber auch gemerkt, wo kann ich die Kompetenzen der anderen nutzen, die ich vorher gar nicht kannte?

00:16:11: Und das Team hat später erfolgreicher zusammengearbeitet, auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Kennzahlen.

00:16:18: Und das ist das Interessante.

00:16:21: Total begeistert von dieser Erfahrung.

00:16:22: Natürlich, wie gesagt, muss es zu einem passen.

00:16:24: Deswegen selektive Authentizität.

00:16:27: Es muss zu dem Anlass, zu dem Moment passen.

00:16:30: Und es muss auch zu mir passen, wenn, ob ich und wie ich sowas mache.

00:16:33: Aber kraftvoll ist sowas.

00:16:36: Ich habe das in irgendeinem amerikanischen Podcast mal gehört.

00:16:38: Da ging es genau um dieses Thema.

00:16:40: Und der hat, ich weiß leider nicht, ist aber ein sehr großer Podcast mit Millionen Abonnenten.

00:16:47: Und der hat eben auch erzählt, dass er in seinem Unternehmen praktisch jeden Tag mit dem Meeting beginnt, dass man eine Runde macht und jeder sagt, wie er sich fühlt.

00:16:55: Und dann, also ohne jetzt dann jedes Detail auszuplaudern, aber zu sagen, hey, ich stecke gerade in meiner Scheidung und es ist echt eine schwere Zeit.

00:17:04: So, es setzt mir ganz schön zu.

00:17:07: Und das, was dann passiert, ist nämlich diese Magie, dass man sich so als Menschen erkennt und man erkennt sich im anderen und sieht den anderen auch plötzlich nicht mehr nur als Den Boss oder die Chefin, sondern everyone is fighting a battle you don't know about, so be kind.

00:17:25: Ganz genau.

00:17:27: Das kann man kultivieren, so was.

00:17:29: Man kann sich auch vorstellen, da kommt so eine Biene reingeflogen, die BEE, Body Emotion Energy.

00:17:35: Wenn man sozusagen Teams mal anleiten mag und sich überlegt, aber ich will das nicht so ganz offen lassen.

00:17:39: Jeder sagt ein Stichwort, was ist gerade körperlich da?

00:17:42: Ich bin total erschlagen.

00:17:43: Ich fühle mich ganz kraftvoll.

00:17:45: Ich habe Muskelkater gestern nach dem Garten.

00:17:48: Ein ganz kurzes Body.

00:17:50: Wie bin ich körperlich gerade da?

00:17:51: Emotion.

00:17:52: Was ist meine Grundemotion?

00:17:53: Ich bin ein bisschen desinteressiert.

00:17:55: Ich bin ein bisschen abgelenkt.

00:17:57: Ich bin neugierig.

00:17:58: Ich bin auch eher noch so neutral.

00:18:00: Und Energie auf einer Skala von null bis hundert.

00:18:02: Wo bist du gerade so?

00:18:04: Das kann man blitzschnell so eine kleine Runde machen.

00:18:06: Super.

00:18:06: Und mache ich oft in Fortbildung.

00:18:07: Und dann sage ich, das kennen die dann schon.

00:18:09: Jetzt, komm, wir lassen mal die Biene fliegen.

00:18:11: Manchmal auch nach der Pause so.

00:18:13: Das merke ich mir, das ist schön.

00:18:14: Super, Body, Emotion, Energy.

00:18:16: Also ihr lieben, die ihr diesen Podcast gerade hört oder auch anschaut, das ist ja wirklich was egal, ob ihr bei Douglas arbeitet, in der Bäckerei oder bei der Telekom.

00:18:23: Also das kann man ja wirklich überall machen und es schafft einfach Verbundenheit und das ist einfach wunderbar.

00:18:29: Und das wirklich, ich will das jetzt nicht überstrabazieren, aber weil wir gerade über reden, das ist auch gut untersucht und wirklich effektiv.

00:18:36: Man gewinnt mehr durch diese paar Minuten, die man für so ein Check-in quasi investiert.

00:18:41: weil man genau das damit erzählt, was sie gesagt haben.

00:18:44: Das Team kommt ein bisschen zur Ruhe, man kommt in diese Verbundenheit und auf der Basis kann man einfach viel besser arbeiten selbst, wenn es nur ein halbstündiges Meeting ist.

00:18:53: Ganz kurz ankommen und dann geht es los.

00:18:56: So wie wir es ja auch gemacht haben.

00:18:58: Ja, sind wir eigentlich schon in ihrem ersten Drittel in ihrem Buch.

00:19:01: Sie haben das nämlich wunderbar aufgebaut in eine Eine Serie von Imperativen, die ihr vielleicht schon mal gehört habt, nämlich Love It, Change It or Leave It, was man ja wunderbar anwenden kann auf jede Lebenssituation eigentlich.

00:19:14: Also Liebe ist, wenn du es nicht, wenn du es veränderes, wenn du es verändern kannst oder lasst es zurück.

00:19:22: Ich würde aber trotzdem vorher noch eine kleine Frage stellen, weil da habe ich sehr drüber schmunzeln müssen und auch ein bisschen gestaunt.

00:19:27: Woher kommt der Begriff Arbeit?

00:19:30: Arbeit kommt eigentlich von Mühsaal, also so von dem, wenn man es mal mittelhochdeutsch ableitet.

00:19:35: Die Arbeit war früher wirklich, hat ja vor ein paar Minuten ja mal hoch, als Begriff genannt, das war wirklich Mühsaal, die Mühe.

00:19:43: Das ist schon schwer, wenn man fühlt sich sofort schwer.

00:19:47: Und Arbeiten, das war eher etwas, ja, das gab so die Armen, die halt arbeiten mussten.

00:19:54: Wer es nicht musste, wer Familiengeld hatte, wer aus dem Adel kam.

00:19:59: Der hat dann nicht gearbeitet.

00:20:01: So, das hat sich ja geändert.

00:20:05: Es ist wahrscheinlich aber auch länderspezifisch, oder?

00:20:07: Also ich kann mir vorstellen, ich weiß jetzt nicht, ob ich es dir jetzt überfragte mit der Frage, aber ich kann mir vorstellen, dass es Länder gibt.

00:20:15: Arbeit ist ja aus der deutschen Sprache mit dem Mühsal.

00:20:18: Profession kann es auch im Englischen sein, dann hat es ja gleich eine ganz andere Energie.

00:20:23: Also empfinden wir in Deutschland Arbeit eher als etwas mühsseliges, etwas Schweres.

00:20:29: Na ja, also das ist, natürlich gibt es schon soziokulturelle Unterschiede.

00:20:33: Das ist nicht mein absolutes Spezialgebiet, aber das eine ist, dass man so mit der Semantik und den Wörtern spielt.

00:20:39: In Englischen ist es ja Unterschied, Profession, Work, Labour.

00:20:44: Labour hat ja etwas mit den Gewerkschaften, aber auch mit der Mühe der Geburt zu tun, zum Beispiel, das ist ja ganz interessant.

00:20:54: Und dann gibt es andere Kulturen, die sehr viel arbeiten, aber einen anderen Ethos haben, die das gar nicht so stark hinterfragen, also eher kollektivistische Gesellschaften, zum Beispiel, die nicht gar nicht so oft das sagen, was mache ich denn und was ich im Vergleich zu den anderen denken, sondern eher wir als wir denken.

00:21:11: Die haben auch nochmal einen anderen Bezug zur Arbeit, das ist schon spannend.

00:21:15: Für mich Japan ein, glaube ich.

00:21:17: Asiatischen Länder, da ist es häufig anders.

00:21:20: Wobei Japan das einzige Land ist, in dem es dem Begriff Tod durch Arbeit gibt.

00:21:23: Karoschi.

00:21:24: Den Stress tot, genau.

00:21:26: Das ist schon auch... Sagt

00:21:27: ja auch ein bisschen was aus.

00:21:29: Love it, change it or leave it.

00:21:30: Also egal, ob wir in einer Boutique arbeiten, in einem Team arbeiten, selbstständig, wie können wir unsere Arbeit ein bisschen mehr lieben lernen?

00:21:42: Ein ganz simpler Trick ist, ein bisschen die rosa rote Brille aufzusetzen und zu schauen, durch welche Brille schaue ich denn eigentlich auf die Arbeit.

00:21:51: Ich habe immer die Möglichkeit, die Fliege oder das Haar in der Suppe, so heißt es, zu suchen, aber ich kann natürlich auch gucken, was habe ich denn eigentlich?

00:22:00: Das mag jetzt ein bisschen banal erscheinen, aber das fußt auf einer ganz dicken Schicht guter psychologischer Forschung.

00:22:08: Man hat daraus gefunden oder man weiß, dass gesunde Menschen immer ein bisschen so eine leichte rosartönung der brille haben.

00:22:16: wir wir sind von natur aus ein bisschen eher optimistischer und die menschen die so ein ganz glasklar realistischen blick haben die sind von der befindlichkeit eher so ganz leicht zum depressiven spektrum hingesiedelt.

00:22:30: also es ist eigentlich gesund ein bisschen positiv zu schauen und das gibt aber menschen die merken richtig naja ich habe mir das wie angewöhnt sehr kritisch auf irgendwelche Dinge zu gucken.

00:22:42: Bei mir persönlich ist es zum Beispiel so, wenn ich reise, ich reise total gern.

00:22:45: Ich schätze guten Service, ich schätze gute Hotels oder es müssen jetzt gar nicht das Level entscheiden, sondern wie die so gemacht sind.

00:22:52: Ich habe mir leider angewöhnt, ein bisschen picky zu sein.

00:22:55: Und manchmal, wenn ich irgendwo reinkomme, Freunde von mir, die sagt dann auch manchmal... Das gefällt dir aber nicht so, oder?

00:23:01: Das sehe ich dir schon an.

00:23:02: Nagellen

00:23:03: Sie dann.

00:23:03: Ich bin ein bisschen nörgelig und da habe ich beim Schreiben gemerkt, das ist so ein Trainingsfeld, was ich selber habe.

00:23:09: Zu gucken, kann ich denn aktiv mal gucken, was gefällt mir denn hier eigentlich gut?

00:23:15: Also gar nicht so dieses, was ich mir so ein bisschen angewöhnt habe, so diesen kritischen Blick, weil ich bin ja kein Restaurant- oder Hotel-Tester, sondern eher zu sagen, das finde ich aber gut.

00:23:22: Das finde ich aber gut.

00:23:23: Und das Gleiche, da habe ich es erlebt.

00:23:25: Bitte, Arbeit habe ich mir nie so schwer getan, zum Glück.

00:23:28: Aber das können Menschen in Bezug auf die Arbeit eben auch, sich wirklich an Trainieren zu überlegen, was ist denn eigentlich auch ganz positiv?

00:23:37: Ja.

00:23:38: Wenn ich den Stückchen weitergehe manchmal, dann mache ich so, dass ich mit den so vier Felder aufmahle und sage, was ist denn im Jetzt angenehm?

00:23:45: Und was wäre, wenn ich mir vorstelle, ich würde irgendwo anders hinwechseln, was wäre dort auch vielleicht nicht so angenehm?

00:23:50: Denn die beiden Pole sind oft die, die wir nicht so im Blick haben.

00:23:53: Wir haben häufig die anderen im Blick, nämlich das, was jetzt nervt und was... Im da und dort.

00:23:58: so wahnsinnig schön wäre, wenn ich nur bei der Firma wäre.

00:24:01: Gilt aber für andere Lebensbereiche auch.

00:24:03: Nur manche denken auch, wenn ich nur das und das Haus oder das und das Auto oder die und die Partnerschaft hätte.

00:24:10: Es ist da nicht auch hilfreich zu wissen, dass unser Gehirn einfach so von Natur aus immer auf Fehler suche ist.

00:24:15: Es sucht ja nicht nach den schönen Dingen.

00:24:16: Es sucht ja immer nach dem was... Blöd ist.

00:24:18: Deswegen

00:24:18: müssen wir uns da, also müssen wir, wir dürfen uns entscheiden, da uns ein bisschen anzustrengen.

00:24:24: Ja, so könnte man es formulieren, weil klar, der, die Fortmode, der voreingestellte Modus ist so ein bisschen der, mit dem wir ja so weit gekommen sind in der Evolution, dass wir eben ein bisschen zu vorsichtig waren, dass wir ein bisschen, vielleicht mal zögerlich waren, dass wir eher genau hingeguckt haben, sonst wären wir alle schon gefressen worden.

00:24:41: Aber das ist eben etwas, was uns manchmal jetzt auch hindert.

00:24:45: Nämlich, Die Arbeitswelt auch dann selber so zu gestalten, da sind die Schlagworte Jobcrafting, also dass man seinen eigenen, seinen eigenen, seinen eigenen Tätigkeitsbereich im Rahmen der Möglichkeiten eben auch ein bisschen umgestaltet.

00:24:59: Manchmal merken die Menschen ja gut, ein paar Sachen kann ich ja auch selber gestalten.

00:25:04: Alleine nehme ich mir was zu trinken mit zur Arbeit.

00:25:08: Richte ich mir mein Arbeitsplatz ordentlich ein.

00:25:11: Frag ich mal, ob ich vielleicht eine Fortbildung machen könnte.

00:25:14: Frag ich mal, ob ich mich irgendwo beteiligen kann, dass das Spektrum ein bisschen breiter wird.

00:25:19: Und da gibt es ganz gute Untersuchungen, dass leider Menschen, die sehr unzufrieden sind und Menschen, die in Niedriglohn-Bereichen unterwegs sind und häufig dann zweit manchmal sogar ein Drittjob haben, dass die dann in so ein Stresstunnel kommen, weil diese Belastung Das ist ja auch das, was damit dranhängt.

00:25:35: Der Stress und die Belastung macht dann wie so ein Tunnelblick.

00:25:38: Und dann verliere ich genau dieses Hosege an den Seiten, wo ich mich weiterentwickeln kann.

00:25:44: Das ist total schwierig, aber auch ein Potenzial.

00:25:48: Aber das, was Sie gerade gesagt haben, ist ja auch super wichtig, weil dieser Podcast wird ja sehr stark für Eigenverantwortung, sehr stark.

00:25:56: Also wirklich auch, sich selber am Schafettchen zu packen und zu sagen, ich frage jetzt einfach mal, Zum Beispiel, ob ich auch meine Arbeitszeit vielleicht auf achtzig Prozent reduzieren kann.

00:26:11: Man muss ja nicht gleich alles sofort über Bord schmeißen.

00:26:13: Ja,

00:26:14: so was.

00:26:14: Also man kann die reduzieren, man kann dann was Neues ausprobieren.

00:26:19: Und wir reden ja noch über das Love It.

00:26:22: Also wie kann ich das eigentlich steigern?

00:26:24: oder verstärken?

00:26:26: und gleichzeitig hängt die Dinge ja auch miteinander zusammen.

00:26:29: Man liebt ja nicht immer alles und vielleicht gibt es irgendwann mal einen Wechsel oder eine Veränderung, die ansteht und das ist eine total gute Strategie und auch eine, die sehr empfehlenswert ist, eben nicht alles vorzuplanen und dann einfach zu machen, sondern so ein bisschen graduell die Dinge zu verändern, vielleicht die Arbeitszeit zu reduzieren, vielleicht in der verbleibenden Zeit etwas anderes schon zu beginnen, sich weiterzubilden, was auszuprobieren.

00:26:51: und dann merkt man auch, das läuft so gut.

00:26:54: Da rutsche ich jetzt irgendwie rein und das mache ich jetzt.

00:26:58: Ja.

00:26:58: Also das hat mein Leben auch so verändert vor fünf Jahren.

00:27:02: Da habe ich eine Ausbildung im Odenwald gemacht bei einer Traumotherapeutin für psychotraumatologisches Coaching.

00:27:07: Also eine Coachingausbildung mit Schwerpunkt Psychotraumatologie.

00:27:11: Und das habe ich einfach an Wochenenden gemacht, das hat mit meinem Arbeitgeber gar nichts zu tun.

00:27:16: Aber so den eigenen Horizont auch zu erweitern, wenn ich merke, irgendwie mir fehlt was hier drin, die Sinnhaftigkeit oder was auch immer, da wirklich auf die Hinterfüße sich zu stellen und zu sagen, okay, dann mache ich das jetzt mal.

00:27:28: Das ist, da stehen zwei Sachen drin.

00:27:29: Das eine ist eben, wenn man sich nachher verändert, dann ist es eher ein Annäherungsziel als ein Vermeidungsziel.

00:27:35: Und das ist in der Psychologie ebenfalls sehr gut untersucht.

00:27:38: Annäherungsziele sind immer viel besser.

00:27:41: Wenn sie zum Arzt gehen und der Arzt sagt, wenn sie nicht dieses und hier das machen, dann sterben sie, oder sie werden kann.

00:27:47: Das ist nicht so hilfreich.

00:27:48: Das versuchen wir den ersten Kolleginnen und Kollegen auch beizubringen oder das anzutrainieren.

00:27:55: Mit Angst und Schrecken verändert man nicht so viel.

00:27:57: Das wäre ein Vermeidungsziel.

00:27:58: Ein Annäherungsziel ist, da will ich hin.

00:28:00: Das finde ich, das macht total Spaß an den Wochenenden.

00:28:02: Das möchte ich mal selber anbieten, das Traumasensitifle Coaching zum Beispiel.

00:28:06: Okay, also entwickel ich mich dorthin.

00:28:09: Das ist eben sehr viel besser.

00:28:11: Und das andere, was man damit gleichzeitig macht, ist, dass man ein bisschen diversifiziert.

00:28:16: Man hat halt dann Lebensbereiche, unabhängig vom Kernjob, die einem Spaß machen.

00:28:21: Und wenn dann die eigentliche Arbeit halt mal nicht so gut läuft, dann hat man noch das Coaching oder man kauft sich gerade ein Buch, was man liest und dann liest man abends seinen Coaching Buch oder Traumabuch und denkt, cool, dass ich das gemacht habe.

00:28:33: Dann hält man das viel besser aus.

00:28:36: Deswegen ist es auch so wichtig, Wie Esther Perel, die amerikanische Partherapeutin, mal gesagt hat, don't just bring home your leftovers.

00:28:44: Also nicht wie so ein abgenagtes Hühnerbein, abends zu Hause zu kommen, weil man hat dort vielleicht eine Partnerschaft oder man hat Freunde, mit denen man sich trifft.

00:28:52: Und das sind eben Lebensdomäne.

00:28:54: Und die sollte man sich kümmern, weil die balanceieren dann auch mal den Stress am Arbeitsplatz.

00:29:00: Und das war genau so, diese Ausbildung.

00:29:04: Davon hat mein anderer Beruf auch total profitiert.

00:29:07: Es hat mich einfach so abgeliftet, was ich alles neu dazu gelernt habe, dass ich einfach meine Grundenergie war, eine viel höhere.

00:29:15: Also viel mehr nach der positiven Psychologie der Freude zu folgen und auch mehr zu machen, was einem freut.

00:29:22: Das kann ich mir gut vorstellen.

00:29:23: Das ist ja bei mir.

00:29:24: Ich meine, sonst würden wir hier nicht sitzen und nicht reden.

00:29:26: Wenn ich nicht gemerkt hätte, so ein bisschen was am Rande meiner Kerntätigkeit zu tun und ein bisschen den Horizont zu erweitern und sagen, ich habe so viel mit Menschen zu tun, die die Arbeit irgendwie gefühlt krank gemacht hat, damit beschäftige ich mich a und b. Ich versuche das mal so ein bisschen auch wieder in die Breite zu bringen, das den Menschen nahe zu bringen, dass die doch selber auch was machen können.

00:29:46: Das macht zum einen Spaß, aber zum anderen befruchtet es dann total die eigentliche Tätigkeit.

00:29:52: kam das denn aus Ihnen intrinsisch heraus, weil Sie das Feedback von Ihren Patienten bekommen haben, dass die einfach krank werden durch Arbeit?

00:30:00: Oder waren Sie auch irgendwann mal an einem Punkt, wo Sie gesagt haben, boah, so geht es, aber für mich nicht weiter?

00:30:04: Also phasenweise habe ich das schon auch mal so im Anflug erlebt, dass ich gedacht habe, das macht so auch keinen Spaß.

00:30:09: Also die Arbeitsbedingungen, die Art der Führung.

00:30:12: Insgesamt hatte ich in meinem Berufsleben total Glück, weil ich bin als Arzt immer an Unikliniken gearbeitet.

00:30:18: Da hat man diese Autonomie.

00:30:20: Ich konnte mich weiterentwickeln.

00:30:21: Ich hatte auch nicht immer, aber über die weitesten Strecken so ein förderliches Umfeld.

00:30:27: Aber ich habe schon auch so kleinere Dinge erlebt, aber eher wirklich begrenzt.

00:30:33: Das ist eher, wo ich denn denke, ja, das ist interessant, was ich jetzt gerade erlebe.

00:30:36: Das merke ich mir mal, das kann man vielleicht auch meinen verfremdeter Form in so ein Buch wieder aufnehmen.

00:30:41: Das sind schon spannende Dinge.

00:30:43: Das meiste habe ich aber von meinen Patientinnen und Patienten gelernt, dass ich gemerkt habe, ah, So viel ist das Thema Arbeit präsent, so viele Klagen darüber.

00:30:51: Und dann hat der Zufall ein bisschen auch dazu geführt, dass wir mit Arbeitsmedizinern in Kontakt gekommen sind, mit denen gemeinsam Projekte gemacht haben, Fortbildungen und dass ich dann gemerkt habe, irgendwie fängt mich das an, immer mehr zu interessieren.

00:31:03: Und dann ist Schluss endlich auf Initiative einer Medizinjournalistin das Buch entstanden, die gesagt hat, hey, das ist doch ein wichtiges Thema, können wir da nicht was zusammen machen.

00:31:13: Schön.

00:31:14: Ja, was sind so die Symptome, die die Menschen zu ihnen mitbringen, wo sie sagen würden, die könnten im Kontext mit Arbeit stehen?

00:31:22: Also, schlussendlich, das macht die Frage ein bisschen tricky, schlussendlich das gesamte Spektrum, das ist wirklich wichtig, das gesamte Spektrum an psychischen oder psychosomatischen Beschwerden kann auch einen Bezug zu Arbeit haben.

00:31:37: Die Klassiker in Anführungsstrichen, das habe ich auch in dem Buch mal so als ein Warnsystem zusammengefasst, die fangen irgendwie passenderweise alle mit S an.

00:31:45: Das ist aber nicht arbeitsspezifisch, sondern einfach eher stressbedingt.

00:31:50: Aber eben ganz hilfreich auch für den Arbeitskontext ist Schlaf und Sexualität.

00:31:56: Ich fange mit denen an, weil die sehr, sehr sensitiv sind.

00:31:59: In den Bereichen reagieren wir Menschen sehr fein und zwar nicht ist da was oder ist da nichts, sondern hat sich was verändert.

00:32:05: Haben sich, wenn ich immer schon schlecht geschlafen habe, habe ich halt Pech, aber schlafe ich wie ein Murmeltier, auf einmal fängt der Schlaf an sich zu verändern.

00:32:12: Diese Art von Veränderung ist entscheidend.

00:32:13: Beim Schlaf, bei der Sexualität, bei der Stimmung, die sich irgendwie verändern kann.

00:32:18: Die muss nicht depressiv unbedingt sein.

00:32:20: Das kann auch sein, dass ich reizbarer werde.

00:32:23: Wir Männer werden häufig eher reizbarer, als dass wir depressiv werden.

00:32:27: Aber ich kann auch ängstlich werden oder oder, also Stafsexualität, Stimmung.

00:32:32: Dann das soziale Leben, fange ich an mich sozial zurückzuziehen, gehe ich nicht mehr mit den anderen aus dem Team irgendwie zum Mittagessen in die Kantine, gehe ich nicht mehr so im Sport oder in einem Verein, wo ich früher war, bin ich nicht mehr aktiv, also das soziale, ganz wichtig.

00:32:48: Und gibt es irgendwelche Substanzen, die ich anfange mehr oder wieder zu konsumieren, Alkohol, so.

00:32:56: Und schlussendlich auch Dinge wie Schmerzen oder andere Körperbeschwerden.

00:33:01: Das ist ja auch häufig Schmerzen, Schwindel, aber auch Dinge wie Reizdarm.

00:33:07: Das muss natürlich jetzt nicht unbedingt was mit Arbeit zu tun haben, aber sind schon ganz gute Indikatoren.

00:33:11: und wenn man diese kleine S-Schlange im Kopf hat, dann kann man sich damit ganz gut durchhandeln und gucken.

00:33:18: Wenn man so eine Art inneren Wetterbericht macht, wie ist bei mir so die Wetterlage, ziehen da dunkle Wolken auf, wo irgendwie einige dieser Dinge mit drin rumschwirren.

00:33:26: Also Arbeit kann uns krank machen, kann Arbeit uns auch gesund machen?

00:33:29: Absolut, absolut.

00:33:30: Also ich habe neulich in der Visite, in der Tagesklinik, habe ich eine neue Patientin kennengelernt.

00:33:38: Wir haben relativ viele Lehrerinnen bei uns in Freiburg, in der Klinik und viele von denen machen nicht so gute Erfahrungen, leider.

00:33:46: So, dass ich mir schon fast angewöhnt habe, habe ich dabei gemerkt, dass ich so die Annahme habe, also Schule macht.

00:33:52: krank.

00:33:52: Aber es ist nicht so.

00:33:53: Zum Glück muss man auch dazu sagen, wir haben ein bisschen manchmal so in dem Fall dann der Negativausfall, weil da die Menschen zu uns kommen, die krank sind.

00:34:01: Aber auf jeden Fall habe ich diese Lehren kennengelernt.

00:34:03: Dann wusste ich die Lehren.

00:34:04: Dann hat sie ein bisschen erzählt, so was ich gefragt hatte im ersten Kontakt.

00:34:07: Dann habe ich gesagt, na, sind ja Lehrerinnen, dann ist die Schule sicherlich auch ein Thema, um was wir uns kümmern müssen.

00:34:13: Dann hat sie mich irritiert angeguckt und hat gesagt, wieso?

00:34:16: Dann habe ich gesagt, na, Schule ist ja oft und so.

00:34:18: Dann meint sie, nee.

00:34:19: Die Schule ist super, also die Kollegen und auch das Klima bei uns und die Schulleitung.

00:34:25: Das ist ja der Bereich im Leben, der mich stabil hält.

00:34:28: Und das war so eine Formulierung, die genau das nochmal bestätigt, was Sie gerade auch in den Raum gestellt haben.

00:34:33: Arbeit kann uns wirklich stabilisieren und wenn es ganz gut läuft, richtig euphorisieren.

00:34:39: Aber welche Parameter müsste Arbeit mitbringen, damit Menschen darin Glück empfinden?

00:34:47: Also welche, welche Parameter spielen eine totale Rolle?

00:34:51: Sinnhaftigkeit ist ja ganz ein ganz wichtiger Punkt.

00:34:55: Das ist auch in meinem Bereich so, gibt es ganz gute Untersuchungen bei auch Bürgerinnen, Ärztinnen und Ärzten, wenn die das Gefühl haben, dass das, was sie tun sinnvoll ist und sie auch mitbekommen, dass es dem Patienten besser geht und das Gefühl haben, ich mache ja was Sinnvolles, hält man viel mehr andere wütrige Umstände aus.

00:35:12: Also das ist was ganz wichtiges Sinnhaftigkeit.

00:35:15: Aber auch ein Gefühl der Balance von Anforderungen und Bewältigungskompetenzen.

00:35:21: Also das ist wie so eine Waage.

00:35:22: Auf der einen Seite sind die Anforderungen körperlich, psychisch, sozial wie auch immer.

00:35:27: Auf der anderen Seite ist die Bewältigung.

00:35:29: Kann ich diese Menge, diese Taktung hinkriegen?

00:35:33: Oder ist es mit meinen Kompetenzen und meiner Zeit einfach zu viel?

00:35:36: Wenn diese Waage dauerhaft schief steht, dann wird man auch unzufrieden.

00:35:39: Das geht nicht so richtig.

00:35:42: Und dann aber auch Der Bereich, über den wir schon so ein bisschen gesprochen haben, die sozialen Aspekte.

00:35:47: Dazu gehört Führung, aber dazu gehört auch auf so einer lateralen Ebene oder horizontalen Ebene das Miteinander.

00:35:55: Haben wir im Team eine gute Stimmung, sind wir aufeinander bezogen und werde ich eben, wenn es eine Führung gibt, gesund geführt.

00:36:03: Das ist total wichtig.

00:36:04: Man kann auch viele andere nennen, aber das wären mal so die... Ganz kompakten, wichtigen.

00:36:11: Man sich total nett fand, vielleicht wollen Sie es selber erzählen.

00:36:13: Sie haben beschreiben in Ihrem Buch über einen Experiment, oder nicht Experiment, sondern, ja, das ist eigentlich ein Experiment, das man gemacht hat mit den Reinigungskräften in einem Krankenhaus.

00:36:22: Wollen Sie, das ist so eine nette Geschichte.

00:36:24: Super.

00:36:25: Da hat man in einem Krankenhaus mal den Reinigungskräften rückgemeldet, mit so Bakterien, Abklatschuntersuchungen wie... Sieht eine gereinigte Fläche aus, nämlich keine Bakterien mehr drauf, an so einem Abklatsch, was man so dran hält, oder eine nicht gereinigte Fläche, ganz viele Bakterien.

00:36:41: Und hat den gesagt, gucken Sie mal, sie tragen hier mit ihrer Arbeitsleistung dazu bei, dass bei uns weniger Menschen an so Krankenhaus keimen.

00:36:49: Erkrankten oder sogar Versterben ist ja total wichtig.

00:36:52: Und dann fühlt man sich anders.

00:36:54: Wenn man sich bei einer Party kennenlernt und man fragt, was machst denn du?

00:36:57: Und sage ich, nix Tolles, ich bin Putze im Krankenhaus.

00:37:01: Dann wertet man sich ja selber schon ab.

00:37:02: Oder man sagt, ich bin Reinigungsfachkraft.

00:37:05: Ich trage mit dem Gefühl jetzt dazu bei, dass bei uns viele Leute sterben.

00:37:09: Dann ist man Teil des Teams.

00:37:11: Und das ist total cool.

00:37:13: Sinnhaftigkeit und gleichzeitig aber auch ein Beispiel für psychologische Sicherheit, nämlich Inklusivität.

00:37:20: Also fühlt man sich als Teil des Teams.

00:37:22: Ich habe mal in einem Krankenhaus gearbeitet, da haben wir so damit experimentiert, das ist jetzt schon Jahre her, dass wir sogar Reinigungskräfte manchmal zu Visitenthemen befragt haben.

00:37:32: Was dann schwierig wurde, weil mit Datenschutz und so, man kann nicht die mit dabei lassen wegen den Patientendaten und so.

00:37:39: Aber Reinigungskräfte kriegen zum Beispiel in so einer psychosomatischen Klinik, wo die Patienten ja sehr lange sind, kriegen die wahnsinnig viel mit von den Menschen.

00:37:47: Tricks, die beim Essen, wenn sie eine Erstörung haben, wirken die ganz anders, wenn keine Mitglieder aus dem sonstigen Therapeuten-Team dabei sind und die dann zu inkludieren.

00:37:59: Total wichtig.

00:38:00: Und dann hat man beides, dieses Sinnhaftigkeitserleben, forciert oder den rückgespiegelt und die Menschen fühlen sich irgendwie inkludiert.

00:38:07: und inclusion safety ist ein ganz wichtiger Teil vom psychologischen Sicherheit.

00:38:12: Und die fühlen sich wahrscheinlich, und das ist ja auch so ein großes Grundbedürfnis von uns Menschen, die fühlen sich einfach gesehen.

00:38:19: Genau, und ich habe beim Reden ja schon gewerkt, diese Formulierung kommt jetzt, und das finde ich großartig, weil das Gefühl gesehen zu werden, das ist etwas, das wird so unterschätzt, häufig reden wir von Wertschätzung.

00:38:31: Und dann höre ich manchmal auch Führungskräfte, die sagen, ja, aber was soll ich denn da wertschätzen, ich schätze halt nichts wert, oder was soll ich denn da loben, da gibt es nichts zu loben.

00:38:40: Ganz gelegentlich, wenn es heiß hergeht, ein Mini-Anflug von so einem Gefühl, kenn ich bei mir auch, dass ich manchmal, wenn es so wirklich spitz auf Knopf steht, wenn wir was verändern müssen und es ist noch nicht im Team angekommen, dass ich dann so ist, vielleicht mal Leute, jetzt stellt euch nicht so an oder macht irgendwie, ne?

00:38:57: Dann hat man vielleicht in diesem Moment tatsächlich nicht so ein ganz breites Gefühl von Wertschätzung, das muss ich dann erst wieder neu aufbauen, aber ein gesehen werden.

00:39:07: Das geht halt immer, dass man hört, zuhört.

00:39:10: Ja, was hat der andere für Bedenken?

00:39:12: Auch wieder psychologische Sicherheit.

00:39:14: Contribution-Safety, was kannst du denn dazu beitragen?

00:39:17: Ah, warum bist du da nicht mit Unzufrieden und noch nicht irgendwie fühlt sich nicht abgeholt?

00:39:22: Und gemeinsam zu lernen.

00:39:24: Und dann hat man psychologische Sicherheit schon beisammen, nämlich zu challenging, also auch mal irgendwas zu hinterfragen, was beizutragen, zu lernen und sich inkludiert zu fühlen.

00:39:36: Und gleichzeitig hat man selber, wenn man, und es ist unabhängig jetzt von wo man arbeitet, man hat ein ganz tolles Tool, um selber zum Klima am Arbeitsplatz beizutragen, sich gegenseitig auch mal zu sehen.

00:39:50: Allein so banale Dinge zu wissen.

00:39:51: Ah, okay, meine Kollegin, die steht total auf Hunde oder die andere, die geht total gern segeln oder die hatte gar nicht die Mittel zum segeln, aber die guckt irgendwie, was ich... irgendwelche abgefahrenen Serien, die aber vielleicht dann ganz interessant sind.

00:40:07: oder hat irgendwie sonst ein Hobby, das man so ein bisschen was vom anderen weiß, oder auch merkt, ah, du bist halt nicht so gut drauf, gell?

00:40:15: Ah

00:40:15: ja, dann kommt mal kurz ins Gespräch, ah, dann kann ich ein bisschen Rücksicht nehmen.

00:40:19: Und dann weiß ich aber auch, die ist einfach nicht gut drauf und das ist nicht gegen mich gerichtet, so Sachen.

00:40:24: Sich gegenseitig sehen.

00:40:25: Das, hm?

00:40:27: Ich merke das total in dem, wenn ich so in der Medienwelt unterwegs bin.

00:40:32: Lebe ja auch so für unterschiedliche Parallel-Leben und jetzt einfach aufgrund meiner eigenen Geschichte und dann auch meiner eigenen Ausbildungen, die ich dann gemacht habe in den letzten fünf Jahren.

00:40:40: Ich gehöre zu den Menschen, die zum Beispiel dann durch einen Sender gehen und zu jemandem hingehen und ihm wirklich in die Augen schauen.

00:40:45: Das ist ja auch schon was, was wir irgendwie verloren haben.

00:40:48: Und sag einfach nur, hey, wie geht's denn dir?

00:40:51: Und wie irritiert die Menschen manchmal sind?

00:40:53: Also wirklich so, hey, wie so was los?

00:40:57: Nichts interessiert mich einfach, wie geht's denn dir?

00:41:01: Aber gleichzeitig sich dann gerne auch darauf einlassen.

00:41:05: Und ich denke mir dann auch, es könnte so einfach sein.

00:41:07: Es könnte doch so einfach sein.

00:41:10: Ist es so?

00:41:10: Könnte es so einfach sein?

00:41:12: Ja, von den fantastischen vier gibt es so ein Stück, aber nicht.

00:41:17: Es könnte alles so einfach sein, es ist aber nicht.

00:41:19: Es ist so.

00:41:21: Es könnte sein, warum ist es nicht so einfach?

00:41:22: Wir müssen aus unserem Autopilotenmodus manchmal rauskommen.

00:41:25: Wir düsen ja mit zum Autopilotenmodus durch unser doch... bei vielen Menschen durchaus getaktetes Leben.

00:41:33: Und ab und zu mal zu sagen, ok, Klick, Autopilot raus, Steuer wieder in die Hand.

00:41:38: Und dann muss man mal runter mit dem Gas, weil man kann sich ja nur sehen im Vorbeizischen.

00:41:44: Ist so wie wenn zwei Flugzeuge aneinander vorbeifliegen.

00:41:47: Wie soll das gehen?

00:41:48: Auch nicht in der Redaktion.

00:41:49: Man braucht halt an die Bereitschaft, kurz auch zuzuhören.

00:41:52: Was sagt der andere jetzt?

00:41:54: Nicht wie das englische oder amerikanische Heu.

00:41:57: Ja, an das Gernerkasse und dann... Two

00:41:59: weeks to live.

00:42:00: Nice!

00:42:01: Ja, ja, so, genau.

00:42:03: Ja, und... Also, es ist nicht nur das Hinhören dann, sondern das Zuhören.

00:42:09: Also wirklich so das Aufnehmen.

00:42:10: Und da muss man mal ein bisschen runterkommen.

00:42:12: Und das ist in der Taktung, an der wir manchmal sind, nicht so einfach, oder?

00:42:15: Ich weiß.

00:42:15: Ja, ich weiß.

00:42:17: Schöner Begriff, den Sie auferwenden, den kannte ich nicht.

00:42:20: Obwohl er uns auch jeden Tag begegnet und sicherlich auch den Menschen... die diesen Podcast hören, nicht unbekannt ist, ist das sogenannte Overcommitment.

00:42:29: Und das appelliert ja auch ein bisschen an unsere Eigenverantwortung, uns für den Arbeitgeber nicht umzubringen, sage ich jetzt mal, ganz plakativ.

00:42:40: Also nicht drei unserer zwei Beine sich auszureißen.

00:42:43: Und manche Menschen versuchen es aber.

00:42:45: So, die reißen sich eigentlich...

00:42:46: Viele Menschen versuchen es.

00:42:48: Viele, ja.

00:42:49: Ein Bein mehr, als man eigentlich hat.

00:42:50: Warum machen wir das?

00:42:52: Ja, da sind wir wieder ein bisschen bei der Prägung.

00:42:54: Und das ist das, was wir mitbringen in den Arbeitsplatz.

00:42:57: Wir bringen immer unsere Vergangenheit irgendwie ein Stückchen mit.

00:43:00: Wie so ein Baumstamm, der so Jahresringe hat.

00:43:02: Wir sehen von den Menschen häufig die Rinde.

00:43:04: Manche sind ganz knurrig und manche sind anders so.

00:43:06: Aber jeder von uns, so alt wie er halt ist, bringt ja seine Vergangenheit mit, wie so ein Baum, der die Jahresringe hat.

00:43:12: Die sind ja nicht weg, die sind nur manchmal überformt.

00:43:14: Aber im Inneren sind sie da.

00:43:15: Sonst ist es auch wichtiger, dass sie da sind.

00:43:18: Das bringen wir mit.

00:43:18: Und manchmal bringen wir da im Inneren halt schon schwierige Erfahrungen mit oder wir bringen Eltern mit oder andere prägende Figuren, die uns so viel Ehrgeiz, so viel Perfektionismus, so viel ja vielleicht auch Angst vor Fehlern, so viel Rigidität mitgegeben haben, dass wir uns dann Schwertum am Arbeitsplatz, wenn eine Vorgesetzte sagt, du mach mal einen freien Nachmittag, passt schon, zu sagen, ich geh jetzt.

00:43:46: Selbst ich, ich bin eben auch neben meinem Facharzt ja ausgebildet als Psychoanalytiker, da muss man eine lange Lehranalyse durchlaufen, also wo man sozusagen selber dann eine lange Therapie durchläuft, hat mir wahnsinnig viel gebracht.

00:43:59: Ich kann mich trotzdem nicht ganz frei machen von sowas, als ich zu diesem Podcast jetzt gerade die Konferenz verlassen habe, bei der ich in München bin, ist mir mein früherer Cheffe den Weg gelaufen.

00:44:10: Und da habe ich richtig gemerkt, so für den ganzen Moment habe ich gedacht, hoffentlich fragt er mir nicht, gehst du schon?

00:44:16: Ja, so.

00:44:17: Und dann habe ich gemerkt, du, es ist ja so albern.

00:44:20: Ich merke dann, was irgendwie passiert.

00:44:21: Das ist schon mal ein Vorteil.

00:44:22: Und manche Menschen merken es aber nicht.

00:44:24: Und dann kann man die auch, wenn man in der vorgesetzten Rolle ist, die kann man gar nicht entlasten, weil wenn man sagt, mach doch und es passt schon, da ist der innere Antreiber so laut und nachhaltig.

00:44:37: Ja, und man ist halt in dem Moment acht Jahre alt, ne?

00:44:39: Genau.

00:44:40: Blitzschnell.

00:44:41: Ja,

00:44:42: Wahnsinn.

00:44:43: Wahnsinn.

00:44:44: Was macht denn einen Arbeitsplatz zu einem guten und zu einem schlechten Arbeitsplatz?

00:44:50: zweite frage finde ich leichter zu beantworten weil sie weil sie fast wie straffer ist.

00:44:54: und da würde ich sagen ein schlechter arbeitsplatz ist der der nicht der kein regulativ hat und nicht dynamisch ist.

00:45:01: so bringt ein bisschen technisch.

00:45:02: was will ich damit sagen?

00:45:05: es gibt arbeitsplätze da ist es phasenweise wirklich mal ätzend.

00:45:09: also es gibt arbeitsplätze aber auch persönliche Ja, vielleicht Phasen, wo es wirklich mal knarzt.

00:45:16: Das ist nicht die gute Arbeitsplatz.

00:45:18: Das ist nicht einer, wo immer alles Perfekt ist.

00:45:21: So ein englischsprachiger Slogan wäre Miss-Match and Repair.

00:45:24: Also Miss-Match ist im Leben wie am Arbeitsplatz okay.

00:45:27: Das darf es mal geben.

00:45:28: Aber viel wichtiger und das muss es geben, ist ein Repair-Mechanismus, dass das irgendwie repariert wird.

00:45:35: Natürlich kann man nicht beim Miss-Match jetzt irgendwie ganz, ganz schlimme Dinge machen.

00:45:39: Aber so dieses, wo gehobelt wird, fliegen Späne, das gibt es schon.

00:45:43: Gibt es an meinem Arbeitsplatz ein Repairmechanismus?

00:45:46: Gibt es jemand, der mich eben sieht, der darauf reagiert?

00:45:49: Der sagt, oh, ich glaube, da bin ich Ihnen ein bisschen über den Mund gefahren.

00:45:52: Wir haben gerade eine schwierige Phase im Uniklinikum in Freiburg, wirtschaftlich sehr herausfordernd.

00:45:58: Da sind manche Menschen angespannte.

00:46:00: Da kriege ich immer wieder mit, dass es Momente gibt, wo Sachen gesagt werden, inhaltlich oder in einem Ton, wo ich echt denke, manchmal lebe ich selber, manchmal höre ich es nur, oder merke, ah, es geht eigentlich nicht.

00:46:13: Aber es ist ganz oft so.

00:46:14: Manchmal dauert es ein paar Tage, manchmal dauert es auch ein, zwei Wochen.

00:46:17: Gibt es wie so ein Repair.

00:46:18: Da geht man aufeinander zu.

00:46:19: Da sagt man mal, ich habe da noch mal darüber nachgedacht, ich glaube, sie haben doch recht.

00:46:24: Oder ich war echter und dann im Stress zu tun.

00:46:28: Manche entschuldigen sich richtig, manche deuten es an.

00:46:30: Das reicht ja manchmal schon.

00:46:32: Da ist Veränderung drin.

00:46:33: Wenn ich aber am Arbeitsplatz merke, das ist, da passiert immer wieder die Keule auf dem Kopf.

00:46:40: Es wird nichts repariert, es gibt eben auch keine Veränderung.

00:46:43: oder, ja, es passiert was immer wie die gleiche Entschuldigung, aber das wird nichts richtig nachhaltig verändert.

00:46:50: Oder

00:46:50: es gibt gar keine Entschuldigung.

00:46:52: Oder gar keine, ja.

00:46:52: Schuldzuweis

00:46:53: oder Schuldumkehr ist ja auch ein Bild.

00:46:55: Selber Schuld.

00:46:56: Oder habt ich doch nicht so.

00:46:57: So was.

00:46:58: Genau.

00:46:58: Und dann würde ich sagen, das ist ein schlechter Arbeitsplatz.

00:47:00: Da sollte man auch gucken, kann ich nicht was anderes finden.

00:47:05: Aber wie gesagt, nicht in dem Gefühl zu flüchten, sondern eher zu sagen, so möchte ich, nicht arbeiten.

00:47:10: Also ich, so sich aufzurichten und zu sagen, so, das möchte ich nicht.

00:47:15: Ja, da guck ich mal, wie ich mich verändern kann.

00:47:18: Das würde ich sagen, ist ein schlechter Aussatz.

00:47:19: Also zusammengefasst einer, wo es immer wieder das Unangenehme, das Aversive, das Gute weit überwiegt und wo ich eben das Gefühl habe, es ändert sich aber nichts.

00:47:30: Es kommt keiner auf mich zu, entschuldigt sich, passt irgendwas an, versucht, Strukturen oder Prozesse.

00:47:37: zu klären oder mal mit jemandem im Team, der herum wütet, auch mal ein ernstes Wort zu reden, wenn das nicht passiert, schlechter Arbeitsplatz.

00:47:45: Der gute, natürlich logisch ist genau das Gegenteil von dem, was ich jetzt schon gesagt habe, aber es ist noch viel, viel mehr, was alles so dazu beiträgt.

00:47:53: Das wäre, wie wenn man sagt, was ist denn gutes Essen?

00:47:56: Na ja, dann wird ja einer sagen, ja, gutes Essen ist gesundes Essen.

00:47:59: Und der andere würde sagen, ja, gutes Essen, klar, muss gesund sein, aber es muss mir auch schmecken.

00:48:04: Und der eine geht eher... dass ich ja street food essen der andere macht fein dining und so.

00:48:09: und da würde ich sagen guter arbeitsplatz ist natürlich jetzt ein bisschen so.

00:48:13: vielleicht ein psycho antwort aber guter arbeitsplatz ist einer an dem ich mich gut fühle wo ich so das gefühl habe ich gehe überwiegend gerne dahin nicht jeden tag aber ich gehe überwiegend gerne dorthin und es ist nicht so dass ich nach einem zwei oder drei wöchigen urlaub denke jetzt muss ich da wieder hin sondern wo man vielleicht sogar merkt Es war ein wahnsinnig schöner Urlaub, aber irgendwie, vielleicht nicht zu hundert Prozent, aber irgendwie freue ich mich jetzt auch wieder, meine Tätigkeit fortzusetzen.

00:48:42: So, bin ich mal gespannt, was das dem Projekt geworden ist.

00:48:45: oder selbst wenn ich eine repetitive Tätigkeit habe, ich sitze an der Kasse und habe eher was repetitives zu sehen, ach!

00:48:55: Die alte Oma, die immer das Gleiche kauft und so.

00:48:58: Irgendwie, wenn ich die wieder sehe, die hat eine gute Ausstrahlung oder so.

00:49:02: Oder zu merken, die sind so zufrieden, die Kunden.

00:49:06: Wenn ich sowas merke, dann würde ich sagen, das ist ein Indiz dafür, dass ich einen guten Arbeitsplatz habe.

00:49:09: Also eigentlich, wo es uns gut geht.

00:49:11: Genau.

00:49:13: Ich muss, ich habe irgendwann mal ... Was sie gerade beschrieben haben zu dem zu dem schlechten Arbeitsplatz ist ein bisschen wie eine toxische Beziehung finde ich.

00:49:21: also ein schlechter Arbeitsplatz kann sein wie eine toxische Beziehung.

00:49:24: Wenn so neunzig Prozent der Fälle ist eigentlich echt überhaupt nicht gut ist.

00:49:28: und dann gibt es vielleicht aber mal wieder eine Weihnachtsfeier und da hat man Spaß zusammen oder irgendwie ein Sommerfest unter und dann denkt man sich so.

00:49:35: Ach komm, so schlimm ist es ja gar

00:49:36: nicht.

00:49:37: Und zack ist man wieder in diesem Muster drin, aber es findet trotzdem keine Entwicklung statt.

00:49:41: Oder auch über die Jahre findet keine Verbesserung statt.

00:49:44: Und ich hab da für mich irgendwann mal festgestellt, ja, es ist im Grunde genommen, wir sind hier auch in einer Beziehung zu unseren Arbeitgebern.

00:49:50: Das ist ein bisschen wie eine toxische Beziehung.

00:49:53: Man kommt irgendwie nicht so richtig raus und

00:49:55: ja.

00:49:56: Und das ist eben auch ein Grundbedürfnis, was wir Menschen haben.

00:49:58: Wir wollen uns ja entwickeln.

00:50:00: Wir wollen uns irgendwie entwickeln und wenn das nicht passiert.

00:50:03: Am Arbeitsplatz miteinander, was ich mich selber ein Stückchen noch weiterentwickeln kann, dann ist das, finde ich, eine sehr treffende Analogie.

00:50:11: Und dann wird man mit so kleinen Krümeln, die man so zugeworfen bekommt, dann bei der Stange gehalten.

00:50:17: Manchmal im Übrigen tatsächlich auch Menschen, auch das ist eine Analogie zu den Beziehungen, auch zu den toxischen Menschen, die sonst wenig haltgebende oder näherende Beziehungen haben.

00:50:29: Das darf man ja auch nicht ganz vergessen.

00:50:31: Der Arbeitsplatz, wir fokussieren ja jetzt auf eine Lebensdomäne.

00:50:34: Aber es gibt ja andere Lebensdomänen auch, die wir so haben, außer der Arbeit, vielleicht Beziehungsleben, Freizeitleben, alle möglichen Sachen.

00:50:44: Irgendwas spirituelles, was uns trägt.

00:50:48: Wenn Menschen jetzt außerhalb der Arbeitswelt wenig oder wenig tragende Beziehung haben, dann werden sie halt da auch wie abhängig.

00:50:55: Und dann kann das ähnlich wie in der Beziehung sein, das überhaupt eine Beziehung zu haben, wenn man für manche Menschen dann besser ist.

00:51:01: als die Qualität.

00:51:03: Also Beziehung an sich ist manchmal wichtiger, als dass es eine gute Qualität hat.

00:51:08: Das sehen wir in ein paar Beziehungen eben, dass Menschen dann in Beziehung bleiben, wo man sich von außen fragt, was um aller Welt, was in aller Welt, was du denn eigentlich da?

00:51:17: Aber Therapien wird dann oft deutlich, naja, das ist wenigstens überhaupt eine Beziehung.

00:51:22: ab und zu, so kommt da mal was.

00:51:24: Und das gleiche Phänomen gibt es im Arbeitsplatz auch, dass man dann merkt, naja, aber... Ich bin da schon so lange und mich nimmt doch sonst keiner und wo soll ich ihn hin und so, dann lassen Menschen manchmal auch da abenteuerliche Dinge mit sich machen.

00:51:42: Wo ist denn der Punkt, würden Sie sagen, oder was sind die absoluten Red Flags, wenn man merkt, sowohl auf psychischer als auch auf physischer Ebene, wo man... Jetzt haben wir das Change übersprungen, aber ich finde, in solchen Gesprächen war es super schwierig

00:51:58: für mich.

00:51:58: Das steckt ja mit drin irgendwie auch.

00:51:59: Das steckt ja irgendwie

00:52:00: mit drin, genau.

00:52:01: Aber wo ist der Punkt, wo Sie sagen, da sollte man wirklich drüber nachdenken, den Arbeitsplatz zu wechseln?

00:52:08: Also was sind die absolut unüberhörbaren Warnsignale?

00:52:13: Also... Bei mir selber, wenn ich eben über einen längeren Zeitraum in der Medizin sage, wenn wir so sechs Monate, dann sind die Dinge chronischer, wenn ich das schon langer Zeitraue, ich würde sagen, irgendwann zwischen drei und sechs Monaten, wenn ich in der Zeit das Gefühl habe, ich gehe überwiegend mit einem wirklich arg-aversiven und schmerzlichen Gefühl zur Arbeit, so ich das Gefühl habe, ich muss mich da selber hinzwingen, ich will da eigentlich gar nicht hin.

00:52:35: Das ist so ein eigener, innerer Indikator.

00:52:38: im Außen, wenn es körperliche Gewalt am Arbeitsplatz gibt.

00:52:43: Da würde ich nicht sofort kündigen, aber ich würde sofort irgendeine Konsequenz einleiten.

00:52:48: Das

00:52:48: heißt körperlich im

00:52:49: Wald?

00:52:49: Es gibt ja Menschen, die werden am Arbeitsplatz geschlagen, die werden tätlich angegriffen.

00:52:53: Das ist nicht ganz so selten.

00:52:56: Wir können uns das vielleicht so in unseren Jobs nicht so vorstellen.

00:52:59: In

00:52:59: welchen Berufen, wenn ich fragen darf?

00:53:01: Handwerkliche Berufe in der Fertigung Handwerksbetrieben.

00:53:06: Das gibt es gar nicht so selten, dass die wirklich auch und manchmal eben auch vorgesetzt, dass die Mitarbeiter wirklich also so sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz ist.

00:53:19: Auch jetzt natürlich nicht so ein Thema, was so ganz selten ist.

00:53:25: Und das sind Dinge, da würde ich jetzt eben nicht sagen, wenn sowas passiert, sofort kündigen.

00:53:29: Aber da müsste sofort eine Reaktion erfolgen, dass man sich auch bemerkbar macht.

00:53:33: Und dann muss der Arbeitgeber ein Ein Mensch aus der Organisation oder mehrere Menschen gemeinsam müssen darauf reagieren.

00:53:41: Wenn die das sehr entschieden und wehemen tun und ich habe das Gefühl, wow, jetzt werde ich, es ist furchtbar, was passiert ist, aber ich werde geschützt.

00:53:48: Hier wird sofort reagiert, hier werde ich abgeschirmt, da wird auch was verändert.

00:53:53: Dann kann man durchaus bei dem Arbeitgeber.

00:53:55: Das muss ich immer stimmig anfühlen, aber potenziell weiterarbeiten.

00:53:59: Wenn das unterbleibt, also ich erlebe körperliche oder eben sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz, Und es wird dann auch noch so ein bisschen klein geredet oder runtergespielt.

00:54:10: Das wäre wirklich eine Red Flag.

00:54:12: Und natürlich psychische Gewalt, auch wieder ähnlich.

00:54:15: Psychische Gewalt wäre heftiges Mobbing.

00:54:18: Bossing, wenn es von oben kommt, ja so, mir ist da nicht kleinlich sein mit den Wörtern, aber so.

00:54:23: Bossing wäre das Mobbing, dass so direkt von oben kommt.

00:54:28: Auch das gibt es manchmal und da gilt wieder das Gleiche, wenn ich dann merke, es wird nicht darauf reagiert oder es wird so, ja, müssen wir mal gucken oder irgendwie, da würde ich schauen, dass ich mich umorientiere.

00:54:38: Aber nochmal, in dem Moment ist es noch wichtiger, als wenn ich mich überhaupt so allgemein unzufrieden fühle, dass ich nicht wie so ein geschlagener Hund vom Hof renne, sondern dass ich, und das ist wirklich eine Herausforderung, wie man das dann hinbekommt, dass ich auch in dem Moment das Gefühl habe, so möchte ich nicht, dass man mit mir umgeht, Ja, das erlaube ich nicht.

00:54:59: Und ich erlaube mir aber, hier jetzt quasi zumindest innerlich erhobenen Hauptes zu gehen.

00:55:05: Also, was könnte das der Weg sein?

00:55:07: Betriebsrat, Arbeitsrechtler, human resources?

00:55:11: Ganz genau.

00:55:12: Also, je nach Größe des Betriebes gibt es ja, gibt es Ansprachen, also Coaching, interne Coachingstellen, interner Supervisionsdienst, Betriebsrat, Betriebsmedizin, das muss jeder Betrieb ab einer.

00:55:25: So braucht man schon Betriebsarzt, also so haben die meisten, kann man sich hinwenden oder eben HR.

00:55:32: Da sollte man auf jeden Fall und dann gucken, wie die reagieren.

00:55:37: Und wenn das runtergespielt wird, dann, okay.

00:55:39: Und dann kann man sich natürlich auch außerhalb des Arbeitssystems Hilfe holen, wenn einem sowas wiederfahren sollte.

00:55:46: Wir haben ja ein paar Mal auch über traumatische Lebenserfahrungen jetzt so ranständig gesprochen, dann zu schauen, das eine ist was mir passiert und das andere, wie gehe ich jetzt mit mir um?

00:55:55: Ähnlich wie bei der Verbrennungsmedizin, da weiß man, die Verbrennung an sich ist gar nicht das Allerschlimmste.

00:55:59: Schlimmstes nachbrennen, was dann im Körper passiert und da versuchen die Verbrennungsmedizin auch einzugreifen.

00:56:06: Ähnlich beim Trauma.

00:56:07: Das eine ist das, was passiert, das andere ist dann, was passiert danach in mir.

00:56:11: Ich fühle mich beschämt, ich hole mir keine Hilfe, ich denke mir, und vielleicht hat er sogar recht, der oder die zumindest in Teilen und da dann möglichst schnell die Last auf verschiedene Schultern zu teilen.

00:56:24: zu verteilen, sich Menschen anzuvertrauen, Angehörigen, aber eben auch Coaches oder Therapeutinnen.

00:56:32: So, das kann dann schon helfen.

00:56:33: Da hat man so ein bisschen noch mal das erweitert.

00:56:35: Weil jetzt beim Zuhören vielleicht manche sagen ja gut, aber bei uns, ey, da würde ich mit niemandem drüber reden.

00:56:39: Aber mir läuft auch schon die ganze Zeit im Hintergrund ein Film ab.

00:56:41: Also

00:56:42: so.

00:56:43: Und dann eben sagen, okay, da hole ich andere Leute an Bord.

00:56:47: Coaching.

00:56:49: Das schwebt ja mit dem Raum, da ist es ja vielleicht traumasensitives Coaching nicht umsonst so wichtig, oder?

00:56:55: Das ist ja auch etwas meiner Erfahrungen, sowohl als selbst betroffene, als auch was meiner Erfahrung mit den Menschen, mit denen ich heute dann arbeiten darf, wie wichtig diese Zeugenschaft auch ist.

00:57:05: Also jemanden zu haben, der wirklich objektiv drauf schaut und sagt, aber das ist emotionaler Missbrauch oder sogar emotionale Gewalt, oder?

00:57:14: Weil wir halt doch häufig auch dazu neigen, gerade Frauen habe ich das Gefühl, dann eher die Schuld bei sich zu suchen.

00:57:22: Und wenn wir vielleicht da noch einen Arbeitgeber haben, der uns gaslightet, das mir auch schon passiert, dann ist echt richtig übel.

00:57:28: Genau.

00:57:29: Ich sage manchmal so plakativ, man kann sich verrechnen, aber nicht verfühlen.

00:57:34: Viele... Nicht nur jetzt im Arbeitskontext, aber oft im Leben wird es uns aber so ein bisschen suggeriert, dass man sich verfühlt.

00:57:41: Na ja, so schlimm war es jetzt auch nicht.

00:57:43: Oder jetzt übertreibt man nicht.

00:57:44: Oder du brauchst doch jetzt keine Angst, aber du brauchst doch jetzt nicht gleich aus einer Mücke einen Elefanten machen und man denkt sich, na ja, also das, was ich habe, ist keine Mücke.

00:57:51: Das ist schon ein fliegender Elefant.

00:57:52: Also so, man kann sich verrechnet, aber eben nicht verfühlen.

00:57:57: Und für dieses Nicht-Verfühlen braucht man eben manchmal einen Ähm, ja, wie so eine Art Mentorat oder eben, wie sie gesagt haben, so eine Zeugenschaft, so eine Art Validierung.

00:58:09: Hey, nee, das ist wirklich... Was

00:58:11: du fühlst, ist richtig.

00:58:13: Ist richtig,

00:58:13: das ist so.

00:58:14: Ja.

00:58:15: Ja, und darauf dann zu reagieren.

00:58:19: Und dann sind wir wieder bei der Bedeutung von Emotionen für den Arbeitskontext.

00:58:23: Das ist ja interessant.

00:58:24: Das hatten wir am Anfang schon mal, dass ich da wie so ein Kreisschließ vorher merken, ah, vielleicht ist das nicht umsonst.

00:58:29: Das inkludieren von Gefühlen, das integrieren von Gefühlen in die Arbeitswelt, auch in die Führungskultur, eben was total Wichtiges, weil das sind ja auch, man sagt ja, die Führungskräfte oder die Führungspersonen, das sind auch Menschen und die bringen eben auch alles mit.

00:58:47: Absolut, ja.

00:58:50: Das ist wieder so ein Gespräch, wo ich denke, ich kann es ewig führen.

00:58:53: Ich muss mal überdenken, ob ich meine Folgen nicht mal länger mache als eine Stunde.

00:58:57: Ich hätte noch so viele Fragen eigentlich, aber wir wollen euch ihr Lieben ja auch einladen, in das Buch von Professor Dr.

00:59:03: Klaas Lamann reinzuschauen, wie Arbeit glücklich macht und wann man darüber nachdenken sollte, den Job zu wechseln.

00:59:09: So sieht es aus.

00:59:11: Ich finde es so interessant, weil ich habe danach nach ihrem Buch nochmal darüber nachgedacht, die interessant auch in Bezug auf das Arbeitsleben dieses Dilemma in unserem Mensch sein ist zwischen dem Bedürfnis nach Autonomie und dem Bedürfnis nach Sicherheit.

00:59:28: Also wie wir dazwischen eigentlich ständig hin und her pendeln und natürlich auch in Bezug auf das Arbeitsleben.

00:59:34: Und das nehme ich mir auch noch mal mit aus dem Buch.

00:59:36: Das war mir auch so nicht, also eigentlich war es mir klar, aber es war mir nicht bewusst.

00:59:40: So, genau.

00:59:41: Schöne

00:59:41: Formulierung.

00:59:42: Ja, das sorgt ja dann auch häufig ein bisschen für Sand im Getriebe im Innern.

00:59:48: Genau.

00:59:50: Gehen Sie zur Konferenz jetzt aber noch zurück, weil ich ...

00:59:54: Ja, mal gucken.

00:59:55: Also auf jeden Fall morgen gehe ich nochmal hin.

00:59:58: Und ob ich heute nochmal hingehe, das halte ich mir jetzt noch ein bisschen

01:00:01: offen.

01:00:02: Also herzlichen Dank für Ihren Besuch.

01:00:04: Ich hoffe, Ihr liebt das für Euch ganz viel Wertvolles in dem Gespräch drin.

01:00:08: Weil wir können ja hier immer nur Wissen in einer Nussschale teilen und ja auch immer nur kleine Impulse und kleine Inspirationen geben.

01:00:15: Und ich finde, wenn sich nur eine Tür im Inneren öffnet, wo plötzlich dann was... ins Bewusstsein steigt, worauf man dann wiederum aufbauen kann und dann geht man halt den nächsten Schritt, dann ist doch schon irgendwie ganz viel gewonnen.

01:00:27: Ich danke euch sehr fürs Zuhören, ich danke euch fürs Zuschauen.

01:00:31: Abonniert bitte diesen Kanal, abonniert diesen Podcast und stups den Algorithmus so ein bisschen an, dass wir mehr in die Sichtbarkeit kommen.

01:00:39: Und wenn ihr Lust habt, dann schreibt auch gerne eine Bewertung bei Apple oder auch bei Spotify und wir sehen uns nächsten Freitag.

01:00:46: Wie immer wieder, bleibt bis dahin bitte zuversichtlich.

01:00:49: Bitte bleibt gesund und natürlich auch stets neugierig.

01:00:51: Danke, Prof.

01:00:52: Dr.

01:00:52: Klasslermann.

01:00:54: Vielen Dank für die Einladung.

01:01:04: Tschüss.