Bewusster leben. Zufriedener sein.
00:00:02: Und ich sage hallo ihr lieben schön, dass ihr auch in dieser Folge wieder mit dabei seid.
00:00:21: Wie immer hoffe ich das es euch gut geht und dass ihr in diesem Moment an einem wohligen an einem sicheren und an einem muckeligen Ort seid.
00:00:30: hier ist sie die erste solo folge von get happy.
00:00:35: Ich möchte euch nicht Anflunkern.
00:00:38: Ich glaube, es ist mittlerweile mein fünftzehnter oder sechzehnter Versuch und ich bin sehr gespannt ob es diese Folge in die Öffentlichkeit schafft.
00:00:45: Ich möchte mich erstmal von Herzen bei euch bedanken für euer Feedback das wirklich absolut zauberhaft war.
00:00:51: Ich hatte dieses Thema vor ein paar Wochen in meinem Newsletter bewegt und habe darüber geschrieben wie ich seit zwei Jahren fröhlich vor mich hinprograstiniere.
00:01:04: aufmunternde und sehr liebevolle Worte zu mir, denn es gibt ja einen Grund warum wir pro Krastinieren.
00:01:12: Und das was mich in den letzten zwei Jahren umgetrieben hat soll auch gleichzeitig das Thema meiner ersten Solo-Folge sein.
00:01:18: also großes Dankeschön an euch und eine riesen Dankeschöne an meinen lieben und guten Freund Volker Schenk der hat mir nämlich final den letzten tritt in den Hintern verpasst wird gesagt Kathi mach's einfach Lies das Telefon bevor, es ist doch scheißegal.
00:01:33: Mach's einfach!
00:01:34: Also lieber Volker ich danke dir.
00:01:36: manchmal brauch auch ich klare Worte und hier isst sie wie gesagt die erste Solo Folge von Get Happy ganz ohne Skript Netz und doppelten Boden.
00:01:48: und ich möchte ein bisschen mit euch teilen Wie mein Werdegang war in den letzten zwei Jahren und wie es sich in den Letzten Wochen verdichtet hat, weil ich finde das ist ein sehr gutes Beispiel was Komplex Trauma mit uns macht.
00:02:04: Warum es uns so häufig davon abhält die Schritte zu gehen, die wir vielleicht gerne gehen möchten?
00:02:10: Und warum Prokrastination oder auch das Streben nach Perfektionismus und nach Perfektion eigentlich so kluge Schutzstrategien sind.
00:02:20: Und das ist meine tiefe Überzeugung, wenn wir erst einmal begriffen haben was mit uns los ist und warum wir Dinge tun wozu wir sie tun.
00:02:28: Wenn wir begriffen haben dass eigentlich in Wahrheit alles was wir machen nämlich nur dem überleben und unserem schutze dient dann ist doch schon echt ganz schön viel gewonnen.
00:02:38: auch wenn ich schon lange auf der reise bin viele Jahre Traumotherapie hinter mir habe Und viel integrieren konnte und viel begriffen habe.
00:02:46: Und heute ein ganz anderes Leben lebe als noch vor sechs oder sieben Jahren bin ich trotzdem nicht frei von Symptomen, und es packt mich immer wieder.
00:02:54: Und das will mich auch immer wieder in alte Verhaltensweisen zwingen oder auch mich von Veränderungen abhalten.
00:03:01: Mein liebendes System, mein Organismus weil er mich einfach schützen möchte.
00:03:08: Also hier kurz die Geschichte.
00:03:09: Seit ungefähr zwei Jahren kaue ich auf Solo-Folgen rum, die gar nicht die Interviewfolge oder die Gesprächsrunden mit meinen Gästen ersetzen sollen sondern einfach eine zusätzliche Ergänzung sind.
00:03:22: und die Idee war und ist in diesen Folgen ein bisschen was zu teilen aus meiner Geschichte, zuteilen von meinen Erfahrungen und auch das mit euch zu teielen um mit dir zu teil'n was mir weiter geholfen hat.
00:03:34: Oder auch wie ich mit Dingen um gehe so... Zwei Jahre, würde ich mal sagen.
00:03:38: Roundabout ist es jetzt!
00:03:41: Und wie das halt so ist wenn Gedanken und Ideen einmal gesät sind?
00:03:45: Die werden ja in der Regel nicht leiser sondern die suchen sich so über die Zeit wie im Film Inception mit Leonardo DiCaprio den hast du vielleicht gesehen.
00:03:53: Suchen sie sich immer weiter ihren Weg aus der Dunkelheit ans Licht und klopfen immer wieder an.
00:03:59: Sagen hey komm jetzt hm jetzt aber jetzt hm trau dich jetzt.
00:04:06: Und diese Gedanken wurden auch in mir, in den letzten Monaten immer lauter.
00:04:10: Nachdem auch mein Nervensystem nach den Ereignissen der letzten anderthalb Jahre immer mehr in die Ruhe gekommen ist und ich überhaupt erstmal wieder Kapazitäten hatte und die Fähigkeit mal wieder Neues zuzulassen.
00:04:25: aber Ich habe weiterhin fröhlich vor mich hin prokrastiniert und immer wieder neue Ausreden gefunden warum es heute nicht geht Und jetzt bin ich ja nicht geschminkt und ich habe ja noch gar keine vernünftige Kamera.
00:04:41: Ich weiß auch gar nicht, worüber ich reden soll.
00:04:43: Blablabla!
00:04:44: Wie das halt so ist mit unserem inneren... Das ist ja nicht der innere Kritiker, ne?
00:04:50: Der innere Kritiker, der ja häufig viel, viel besser und freundlicher ist als sein Image im Gegensatz zum Inneren Richter.
00:04:58: Der ist uns gegenüber häufig sehr erbarmungslos.
00:05:02: Aber der innere Kritiker, der meint es ja in der Regel nicht böse.
00:05:05: Sondern er will uns hier eigentlich vorantreiben und der steht aber dann im krassen Widerspruch und im großen Gegensatz zu meinem großen inneren Angsthasen, der auf alles Bock hat, aber nicht auf noch mehr Sichtbarkeit.
00:05:23: Natürlich bin ich schon ganz schön in der Sichtbarkeit mit meinem Buch und ich zeige mich ja auch viel im Podcast, aber hier so ganz alleine stehen.
00:05:32: das ist eine andere Nummer weil jetzt ist niemand mehr da hinter dem ich mich verstecken kann.
00:05:38: Und es machen großen Unterschiede und zwar für mein Nervensystem.
00:05:42: Und allein die letzten drei Tage in denen ich glaube sechs oder sieben versuche... Ich habe immer wieder mal Versuche gestartet, hab' immer wieder angefangen und ist dann wieder gelassen, dann habe ich mich versprochen.
00:05:53: Dann dachte ich ne wenn du dich versprichst kannst ja die Folge nicht veröffentlichen.
00:05:56: also wieder von Anfang an dass ich eventuell auch mal einen Schnitt machen könnte oder das es auch völlig menschlich und okay ist sich mal zuversprechen.
00:06:06: diese Option gab es zu diesem Zeitpunkt in meinem Organismus noch nicht Und gerade in den letzten drei Tagen habe ich mir einfach hier vor die Kamera gesetzt und habe versucht diese erste Folge einzusprechen.
00:06:18: Und ich möchte ein bisschen mit dir teilen, was dann geschah weil es tatsächlich sehr ja fast typisch ist für diese unglaubliche Angst gesehen zu werden wenn wir nämlich zum Beispiel in der Kindheit so wie das auch bei mir der Fall war einfach irre viel kritisiert worden sind viel abgewertet worden sind oder sogar entwertet worden oder in anderen Worten, wenn das was wir gemacht haben einfach nie gereicht hat.
00:06:49: Also ich schreibe da ja auch in meinem Buch drüber Ich bin ja früher springengeritten also mit Pferden über bunte Stangen gepfifft was für mich übrigens heute absolut unvorstellbar ist und ich konnte Prüfungen auch gewinnen Und mein Vater hat trotzdem das Haar in der Suppe gefunden und hat immer noch etwas entdeckt Was ich hätte einfach besser machen können beziehungsweise was sich nicht gut gemacht habe.
00:07:15: Und bitte bedenkt, immer wenn es um das Thema Trauma geht und die eigene Biografie geht.
00:07:20: Wir schauen immer auf unsere eigene Vergangenheit durch die Brille eines erwachsenen Menschen.
00:07:27: Wovon wir getrennt sind ist das Gefühl wie wir uns damals als Kinder gefühlt haben als uns das passierte.
00:07:37: Ja?
00:07:37: Das ist auch genau einer der Punkte zusammenfinden darf.
00:07:42: Also dass das, was wir damals gefühlt haben, weil dann kommen wir echt auf einer tiefen nachhaltigen Ebene wirklich in Kontakt mit unseren inneren Kindanteilen.
00:07:53: Wenn wir als erwachsene Menschen die Kapazitäten haben noch einmal zu fühlen wie wir uns als Kinder gefühelt haben Dann geschieht Integration und das ist dann wirklich auch ein sehr magischer Prozess.
00:08:07: Es gab zum Beispiel eine Situation in meiner Kindheit, die hatte mit meinem Vater gar nichts zu tun.
00:08:10: Das vielleicht auch mal hier als kleine Anmerkung.
00:08:13: Es sind ja nicht nur unsere Eltern, die Spuren in unserem Nervensystem und in unseren Unterbewusstsein hinterlassen es sind ja z.B.
00:08:20: ganz oft auch Lehrer Und in meinem Fall ganz häufig Reitlehrer.
00:08:26: Es gab man eine Situation da war ich sehr klein Ich würde sagen sieben oder acht und wir hatten auf der Stallgasse ein Krippenspiel Eine Weihnachtsfeier auswendig aufsagen und ich war sehr, sehr aufgeregt davor.
00:08:41: Ich hatte große, große Angst und habe einen hysterischen Lachanfall bekommen.
00:08:46: Und heute mit all meinem Wissen über Trauma weiß ich dass das im Grunde genommen einfach nur ein völlig dysreguliertes Nervensystem war und ich so hoch gestresst war Dass ich durch diesen Lach-Anfall den ich überhaupt nicht mehr kontrollieren konnte Im Grunde genommen nur kompensiert habe.
00:09:04: Es war ein Ausdruck meines hohen Stresses, unter dem ich stand.
00:09:08: Und mein Reitlehrer der Stahl gehörte hat mich danach richtig zur Sau gemacht und ich war ein kleines Mädchen.
00:09:18: Ja es ging nicht um Leben oder Tod.
00:09:22: Es war einfach nur ein Krippenspiel auf einer Stallgasse und ich hab's verkackt.
00:09:26: aber es ist niemand gestorben und er hat mich richtig zu Schnecke gemacht und weiß dass das lange in mir gewirkt hat.
00:09:34: Und wenn es darum geht, jetzt hier so einfach zu sprechen in so eine Kamera.
00:09:38: Das ist für mich auch ne neue Situation.
00:09:40: die gefällt meinem Gehirn auch nicht so hundertprozentig und ich mache das trotzdem Dann spüre ich dass und das hat sich in den letzten drei Tagen wie folgt gezeigt erstens Meine Stimme war belegt und es war völlig egal wie viel ich getrunken habe und wie oft ich mich geräuspert habe oder rumgerustet hab.
00:10:00: Ich war kerngesund aber Die stimme war Durch den hohen Stress, der uns ja häufig dann auch durch diesen Kloß im Hals auf die Stimmbänder schlägt.
00:10:09: Meine Stimme war einfach extrem angegriffen und ich musste die Aufnahme immer wieder abbrechen weil ich gesagt habe Ich kann das so gar nicht einsprechen weil ich klinge gar nicht wie ich.
00:10:19: Das war das erste.
00:10:20: Hinzu kamen die typischen Stress Symptome Die jeder Mensch in seinem Körper kennt und hat wenn die Spannung die innere steigt.
00:10:28: also mir raste das Herz.
00:10:31: Ich merkte, dass meine Atmung immer flacher wurde und musste mich richtig zwingend auszuatmen weil ich immer höher rutschte in der Atmungen.
00:10:38: Also irgendwann nur noch hier so flach vor mich hingeröchelt habe was natürlich die Stimmbänder noch mehr verengt hat.
00:10:46: Und da hab' ich immer wieder versucht kurz anzuhalten tief in den Bauch zu atmen ein bisschen wieder das Zwerchfäll abzuspannen.
00:10:53: also alle meine Anspannung saß hier oben im oberen Brustraum und ich hab' versucht einfach wieder ein bisschen runterzukommen um nicht zu erden.
00:11:01: Keine Chance, keine Chance.
00:11:04: So hat sich das in den letzten Tagen immer wieder hingezogen.
00:11:07: dann habe ich angefangen... Ich wollte eigentlich mal ein ganz anderes Thema sprechen dass ich hier vielleicht an anderer Stelle bespreche nämlich Narzissmus im der sogenannten psychospirituellen Szene nachdem Deepak Chopra jetzt in den Appsteam Files aufgetaucht ist und ich werde über dieses Thema auch noch sprechen aber nicht in dieser Folge weil ich dann irgendwann festgestellt hab Okay, also irgendwas in meinem Organismus ist sie echt hoch gestresst.
00:11:33: Obwohl ich Kameraerfahrung habe, obwohl ich Podcast-Erfahrungen habe... Also nichts nicht direkt in die Kamera zu sprechen oder alleine vor mich hinzu monologisieren aber es ist für mich nicht fremd dass ich gefilmt werde.
00:11:46: so Also was ist es?
00:11:49: Was ist es, was meinen Organismus so wahnsinnig stresst.
00:11:53: Was ist das, was diesen kleinen Mädchen in mir so viel Angst einjagt, dass ich kaum atmen kann, dass mir das Herz bis zum Hals klopft und dass mir die Stimme versagt.
00:12:04: Und dann habe ich gedacht wahrscheinlich ist heute einfach noch nicht der Tag und das ist okay!
00:12:12: Es ist okay wenn heute noch nicht den Tag ist weil Ich versuche es morgen einfach nochmal.
00:12:18: Also habe ich es wieder versucht, die gleichen Symptome.
00:12:21: Und ich hab' wieder gesagt – okay!
00:12:23: Es ist heute noch nicht der Tag.
00:12:25: Ich versuche es morgen wieder.
00:12:27: Heute ist also Tag vier und ich fühle mich in der Verfassung und ich fühe mich in den Stimmung.
00:12:33: Ich bin leicht, ich fühl'e mich sicher im eigenen Körper und ich hab gedacht jetzt versuch ich's einfach.
00:12:41: und dann spreche ich aber auch über ein Thema was mich betroffen hat in den letzten Tagen und, was viel mit Trauma zusammenhängt.
00:12:48: Und über das ich einfach von Herzen gerne hier frei mit euch
00:12:53: spreche.".
00:12:54: Das Prokrastination – also die sogenannte, so nennen wir es manchmal im Volksmund diese sogenannte Aufschieberitis, also es mache ich morgen, mache ich morgens, mache nächste Woche, mache übernächste Woche – dass Prokastination in vielen Fällen eine Trauma-Folge ist, das hat sich unter denen, die sich mit Traumabeschäftigen mittlerweile rumgesprochen.
00:13:14: Warum ist das so?
00:13:16: Ganz einfach, wenn wir als Kind immer wieder die Erfahrung machen dass das was ich tue nie reicht.
00:13:24: Dass ich immer trotzdem nur enttäuschte Blicke ernte oder ein langes Gesicht oder Ich bringe eine Note mit nach Hause Die halte ich für ganz gut.
00:13:33: und meine Mutter schaut mich traurig an und sagt aber wieso denn nur ne zwei Wieso den keine eins?
00:13:38: Dann macht das was mit uns nämlich kleine kontinuierliche Schläge auf unsere zarte Kindersäle.
00:13:47: Und wenn sich das kontinuerlich durch unser ganzes Leben zieht, dann versucht unser Gehirn und unser Organismus dafür eine Lösung zu finden!
00:13:59: Es gibt verschiedene Lösungsansätze für solche Situationen.
00:14:02: Eine kann sein, bevor ich etwas mache, für dass ich wieder kritisiert werde was mich sehr verletzt, mache ich lieber gar nichts.
00:14:13: Denn wenn ich gar nichts mache, kann ich auch nicht kritisiert werden und dann kann mich auch nicht verletzt werden.
00:14:18: Ja?
00:14:20: Und dann ziehen wir uns vielleicht in uns zurück und stellen fest okay das funktioniert weil jetzt werde ich zumindest für etwas was ich tue wo ich mich wirklich anstrengen nicht mehr kritisieren.
00:14:32: Ein weiterer Punkt kann sein dass einfach auch kräftemäßig Kapazitäten nicht mehr da sind also gerade wenn Traumafolgen noch ihre Wirkung ausbreiten.
00:14:44: Dann kostet uns der ganz normale Alltag, die Coping-Strategien all das... Halten zu können, was es bedeutet ein ganz normales Leben zu führen kostet uns einfach eine unglaubliche Energie.
00:14:59: Viele von uns stecken in der Hochfunktionalität fest.
00:15:02: wir kennen Entspannungszustände gar nicht!
00:15:05: Wir kennen in Wahrheit nur hohe höchste Anspannungzuständen also diesen hohen sogenannten chronischen Stress diesen Hochstress oder wir kennen als Antidot die tiefen Erschöpfungszuständer aber wir kennen nichts was dazwischen ist.
00:15:22: Wir müssen erst mal lernen, auch durch die Verbindung zum Körper den Unterschied zwischen Anspannung und Entspannungen wahrzunehmen.
00:15:30: Das ist total wichtig!
00:15:33: Dass wir das lernen weil... ...wir spüren die Anspanung nicht, weil sie sich für uns so normal anfühlt.
00:15:40: Wir nehmen den Stress in uns nicht wahr, weil er unser Normalzustand ist.
00:15:45: Und zwar nicht seit sechs Wochen sondern seit dreißig oder vierzig oder länger Jahren Ja, und das kostet einfach wahnsinnig viel Energie.
00:15:56: Und wenn ein hochfunktionaler Mensch der vielleicht in einer sicheren Struktur gehalten ist weil er in einer Festanstellung ist oder vielleicht sehr erfolgreich ist im Job dann ist es für unseren Organismus einfach eine Bayern würde man sagen Martewiesen, also eine gemähte Wiese, ein sicheres Nest.
00:16:19: Und wenn wir aber feststellen, wir wollen irgendwie raus aus der Hochfunktualität und wir wollen mehr machen was uns Freude macht dann ist dafür häufig überhaupt keine Kapazität da.
00:16:30: Einfach weil wir kräftemäßig nicht mehr können!
00:16:34: Dann nennen wir das Prokrastination.
00:16:36: in Wahrheit sind wir einfach zutiefst erschöpft.
00:16:40: und was dann passiert?
00:16:41: es eine wirklich gemeine Dynamik die ich an dieser Stelle unbedingt erwähnen möchte.
00:16:47: Was dann passiert, ist nämlich dass wir die Keule gegen uns selbst rausholen.
00:16:51: Das heißt wir fangen an uns tierisch dafür zu verurteilen und so erbarmungslos und hart mit uns ins Gericht zu gehen.
00:17:01: Die ganzen internalisierten Stimmen von früher, die wir vielleicht als Teenager gehört haben Von unseren Eltern oder von Lehrern oder von Großeltern Oder von wem auch immer von Geschwistern Nämlich das wir sowieso nichts auf die Reihe kriegen Und den ganzen Tag nur faul im Bett liegen Die werden dann richtig, richtig laut.
00:17:21: Richtig laut und dann bewegen wir uns gar nicht mehr.
00:17:26: Also es ist praktisch ein innerer kontinuierlicher Kreislauf so lange das Bewusstsein dafür fehlt also solange wir noch nicht gut mit uns in Kontakt stehen.
00:17:38: Solange wir uns selber noch nicht unsere Dynamiken noch nicht durchschaut haben und auch wissen, wie sich das anfühlt in unserem Körper wirken diese Kräfte der Vergangenheit in der Gegenwart einfach enorm auf uns aus.
00:17:55: Und verhageln uns dadurch meistens eine Zukunft die wir uns wünschen würden.
00:18:02: Also Prokrastination löst sich nicht durch ein positives Mindset, sondern Prokastination ist in ganz vielen Fällen eine Überlebensstrategie.
00:18:12: Einen Shutdown ein.
00:18:13: ich ziehe mir die Decke über den Kopf weil dann kann mir nichts passieren.
00:18:17: wir verschwinden sozusagen In uns selbst und kommen in einen Zustand der Starre Weil wir entweder so hoch gestresst sind oder weil wir Angst haben vor Bewertungen vor Kritik vor Entwertung Und allem anderen und natürlich auch gerade in dieser Zeit, wo jeder im Internet eine Meinung hat.
00:18:40: Auch da lerne ich immer noch dazu.
00:18:42: also wenn ein Scheiß Kommentar unter einer Podcastfolge steht dann lässt mich das nicht kalt.
00:18:48: aber es geht vielleicht auch gar nicht darum dass es uns komplett kalt lässt sondern es geht darum dass wir in diesen Momenten Wenn etwas Altes in uns sehr gekränkt reagiert dass wir aus der erwachsenen Position lernen, darauf zu reagieren.
00:19:04: Also was ich dann zum Beispiel mache ist wenn ich merke... Ich lese einen blöden Kommentar oder irgendjemand kritisiert mich und ich merken sofort mein Körper reagiert.
00:19:12: für mich ist es wirklich.. Wenn du das Video jetzt gerade siehst, dann siehst du meine Geste!
00:19:16: Für mich ist das wie ein Schlag vor dem Brustkorb.
00:19:18: also ich spüre das richtig durch einen Schmerz in meinem oberen Brustkorb Und dann lege ich mir dort beide Hände hin und erschließe sich kurz die Augen.
00:19:27: Und dann lächelig, und dann sage ich Wahnsinn!
00:19:30: Das ist immer noch die alte Verletzung und das kleine Mädchen.
00:19:34: Unglaublich wie der Körper darauf immer noch reagiert.
00:19:37: Dann nehme ich mich in den Arm und dann streiche ich mir über die Oberarme und dann sag ich Hey es ist alles okay Es ist all du hast nichts falsch gemacht.
00:19:47: Das heißt, das Kind in mir – dass da in diesem Moment so zusammenzuckt sowie ich früher zusammengezuckt bin wenn mein Vater mich kritisiert hat oder mir einen verächtlichen Blick zugeworfen hat.
00:19:59: Dieses Kind bekommt von mir Trost in diesen Moment!
00:20:04: Trost, ein Landeplatz eine Anerkennung und ein liebevolles.
00:20:09: Ich sehe dich und ich glaube dir.
00:20:12: Und dann passiert das große Wunder ihr Lieben Und ich habe das gelernt und jeder Mensch kann es lernen.
00:20:18: Das autonome Nervensystem beruhigt sich, ja?
00:20:22: Das Gefühl hat einen Landeplatz gefunden und das autonomen Nervenystem beruhigt sich – und ich bin wieder ganz in meinem Erwachsenen Ich!
00:20:30: – und die Kleine in mir ist versorgt.
00:20:33: Und ich kann euch sagen, es ist ein völlig neues Lebensgefühl wenn wir das lernen, wenn wir lernen uns selbst zu regulieren.
00:20:42: Übrigens, neben mir läuft gerade meine Waschmaschine im Schleudergang.
00:20:45: Also solltet ihr irgendwie ein Geräusch im Hintergrund mitbekommen?
00:20:49: Das ist die Wasch-Maschine!
00:20:51: Ein zweites Thema was sich um Sichtbarkeit und Traumadreht ist natürlich das Streben nach Perfektion.
00:21:00: Es muss perfekt sein wenn es so viele Menschen sehen oder hören Und auch das hast du vielleicht oder habt ihr vielleicht jetzt nicht zum ersten Mal gehört.
00:21:09: Perfektionismus ist häufig auch eine Traumfolge und ein Versuch, eine Scheinsicherheit herzustellen.
00:21:18: Denn wenn ich perfekt bin, bin nicht mehr angreifbar!
00:21:22: Und wenn ich nicht mehr Angreif bar bin dann kann mich auch niemand kritisieren.
00:21:27: Aber jetzt aus der Meta-Ebene mal als erwachsener Mensch drauf geschaut.
00:21:31: Perfekcionismus ist natürlich vor allem eine Illusion denn perfekt gibt es nicht.
00:21:36: wer entscheidet denn was perfektes?
00:21:38: Also selbst wenn ich jetzt diese Folge so veröffentliche, dass meine ganze innere Mannschaft also meine ganzen inneren Kritiker und allem voran mein innerer Richter der Meinung ist ja okay.
00:21:48: Jetzt ist es perfekt.
00:21:50: Jetzt kann das rausgehen?
00:21:52: Ist die Wahrscheinlichkeit ja trotzdem gegeben, dass es irgendjemandem draussen gibt, der total kacke findet was ich mache Und dann schreibt er das vielleicht runter und sagt Schuster bleibt bei deinen leisten wir wollen deine Gäste hören aber doch nicht dich.
00:22:05: wie langweilig.
00:22:06: Und was passiert dann, dann werde ich wahrscheinlich gekränkt sein.
00:22:10: Aber – und das ist jetzt vielleicht die wichtigste Botschaft in dieser Folge – Ich werde nicht sterben!
00:22:17: Es geht nicht mehr um Leben oder Tod.
00:22:20: Das ist anders wenn wir klein sind.
00:22:22: Wenn wir Klein sind müssen wir dazugehören.
00:22:25: Wir brauchen die Anerkennung und die Liebe unserer Eltern um zu überleben.
00:22:30: Wir müssen Teil des sozialen Gefüges sein weil wir als kleine Menschen und als Bindungswesen nicht in der Lage sind, alleine zu überleben.
00:22:38: Also tun wir alles dafür!
00:22:41: Dass wir geliebt werden, dass wir gesehen werden, das wir gewertschätzt werden – und dass wir das Richtige tun.
00:22:49: Und wenn wir groß sind, müssen wir das eigentlich gar nicht mehr.
00:22:53: Aber der Organismus hängt da häufig noch in alten Überlebensmustern und Überlebengestrategien und ihm da liebevoll rauszuhelfen.
00:23:01: Das braucht einfach Zeit.
00:23:05: Es braucht die Bereitschaft, die berühmte Compliance, es braucht Zeit , es braucht Behaarlichkeit, es braucht Bewusstheit, es brauchen Wiederholung und ganz viel Sicherheit!
00:23:20: Das heißt nicht noch mehr machen, nicht noch ein Kurs oder noch mehr Breathwork sondern vielleicht einfach mal weniger machen viel weniger machen, Ruhe pausen generieren.
00:23:34: Ein sicheres Gegenüber haben im Form einer Therapie oder einem Trauma informierten Coaching.
00:23:40: Sichere Menschen Reize versuchen zu vermindern nicht ständig in der kleinen Höllenmaschine rumscrollen und versuchen mehr Ressourcen im Leben zu verankern die euch wirklich gut tun.
00:23:57: wir können Traumeheilungsprozesse vielleicht nicht unbedingt beschleunigen, aber was wir doch sehr wohl, worauf wir Einfluss haben sind die Rahmenbedingungen.
00:24:07: Wir können gute Rahmenbedbingungen schaffen für TraumeHeilungs-Prozesse und... So wird Traumeheilung auch kein Leistungswettbewerb, weil häufig verstecken sich auch hinter den Anteilen die sagen du solltest geheiter sein.
00:24:23: Versteckt sich wieder so eine alte innere Überzeugung und die lautet ich bin einfach noch nicht genug Ich bin immer noch kaputt und ich sollte Gehalter und besser sein Und ich möchte gegen Schluss dieser Folge und nach diese Erfahrung denn ich werde in dieser Folge veröffentlichen.
00:24:40: Das freut mich tatsächlich gerade sehr und ich gehe auch davon aus, dass ich es überleben werde.
00:24:47: Ein Mantra das mir mittlerweile sehr hilft in meinem Alltag und ich sage es mehrfach zu mir selber indem ich mir die Hände auf mein Herz lege oder auf meinen oberen Brustkorb und kurz die Augen schließe und dann sage ich laut Ich bin genau da wo ich sein sollte Ich sollte nicht besser sein, ich sollte nicht weiter sein.
00:25:06: Ich sollte mich erfolgreicher sein.
00:25:16: Und mir persönlich hilft es total zum einen in die Gegenwart zu kommen auch wieder in den Körper zu kommen durch die Berührung meiner Handflächen auf meinem oberen Brustkorb, auf meinen Schlüsselbeinen und auf meinem Herzen.
00:25:29: Und es hilft mir, meinen Körper zu entspannen in diesem Moment und auch ein bisschen diesen Prozess zu vertrauen.
00:25:38: Wir beten das ja nicht umsonst gebietsmühlenartig runter.
00:25:42: Trust the process Vertraue dem Prozess.
00:25:45: Und alles hat seine Zeit!
00:25:48: Wenn du momentan auf irgendetwas rumprozessierst und denkst ach Du würdest so gerne, Du würdest so gern aber irgendwie und dann verurteilst du dich selbst Dann nimm mit mir mal einen tiefen Atemzug durch die Nase und lass das mal mit der Ausatmung gehen.
00:26:04: Wirklich, weil deine Zeit wird kommen und der Tag wo du dich sicher genug fühlst in die Sichtbarkeit zu kommen.
00:26:12: dann wirst du den Mut haben dass es wie wenn wir als Kinder auf dem Dreier stehen Ich mir den Hintern abgefroren habe, da oben bis mein Baderanzug wieder trocken war.
00:26:25: Aber als der Moment kam wo ich gedacht hab jetzt bin ich sicher genug, bin ich gesprungen und mit der Sichtbarkeit als Erwachsene... Da ist es genauso.
00:26:35: also!
00:26:36: Ich habe ewig lang gebraucht diese Folge zu machen.
00:26:39: Ich habe wie gesagt, ich glaube fünfzehn oder sechzehn Anläufe gebrauchte die Hälfte davon allein in den letzten drei Tagen Und jetzt habe ich's gemacht.
00:26:50: Das möchte ich mit dir teilen, das ist der traumasensible Blick auf den Menschen rauszukommen aus dieser.
00:26:59: Ich muss Ziele erreichen hinzu.
00:27:03: Ich darf mir Ziele stecken und mich in meinem Tempo auf sie zu bewegen.
00:27:08: Meine Erfahrung ist dass das nachhaltiger ist und auch am Ende erfolgreicher.
00:27:15: Das Gras wird ja bekanntlich nicht grüner wenn man daran zieht.
00:27:21: Ich freue mich, dass ich diese Folge gemacht habe.
00:27:23: Ich weiß nicht wie viele Menschen sie hören ob du sie bis hierhin gehört hast.
00:27:26: wenn ja von Herz und Danke.
00:27:28: mal sehen ob es meine erste oder meine letzte sein wird aber ich glaube nicht.
00:27:32: jetzt hab ich das Hindernismal genommen.
00:27:34: Jetzt bin ich mal gesprungen.
00:27:35: vom drei Meter Brett anweist er sich überleben kann und das ist eine ganz schöne Erfahrung.
00:27:40: die wünsche ich dir auch Bis zur nächsten folge.
00:27:43: bitte bleibt alle bis dein wie immer zuversichtlich gesund stets neugierig Und euch selbst gegenüber.
00:27:54: Mitführend und gnädig!
00:27:57: Dankeschön, tschüss!