Get happy

Get happy

Bewusster leben. Zufriedener sein.

Transkript

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00:00:00: Das bekommt man als junge Krankenschwester schon in der Ausbildung gelernt.

00:00:04: Man gibt es auch so weiter, ich finde immer ... Man kann das auch spüren im Raum?

00:00:11: Es ist eine Bewegung im Raum, sag' ich jetzt mal!

00:00:24: Und ich sage

00:00:40: hallo ihr Lieben, schön dass ihr auch in dieser Folge wieder mit dabei seid.

00:00:44: wie immer hoffe ich, dass es euch gut geht und dass ihr in diesem Moment an einem wohligen und an einem sicheren und

00:00:50: an

00:00:50: einen muckeligen Ort seid.

00:00:52: Ich bin in einem wunderschönen Ort, es passiert mir selten dass ich ein Gebäude betrete und gleich eine Gänsehaut am ganzen Karpel habe und mir die Tränen in die Augen schießen weil ich in irgendeine Energie eintrete, die ich ehrlich gesagt nur schwer erklären kann.

00:01:09: Das hier ist ne ganz besondere Folge heute am siebzehnten März Denn wir befinden uns momentan in einer wunderbaren Aktion.

00:01:17: Get Happy ist Teil des sogenannten Post-Podcasttons, das sind über zweieinhalb Tausend Podcaster aus über fünfundsechzig Ländern die da dieses Jahr mitmachen und sich für irgendein gemeinnütziges Projekt, eine Organisation oder einen Verein Sache engagieren, die Ihnen sehr am Herzen liegt.

00:01:42: Um das Licht um den Scheinwerfer mehr auf gemeinnützige Projekte zu werfen und da bin ich super gerne dabei!

00:01:49: Und ich habe mich für einen Verein im oberbayerischen Polling entschieden weil hier ein Thema bewegt wird dass auch mich sehr bewegt und zwar seit vielen vielen Jahren und Ich finde dass wir in unserer Gesellschaft viel zu wenig darüber sprechen.

00:02:06: Was vermutlich zutiefst menschlich ist, weil wir alle keinen Bock drauf haben sich dass wir uns damit beschäftigen.

00:02:11: und doch es klar lebend kommt hier keiner raus.

00:02:15: Ich bin in einem Hospizverein Und hier geht es um das Thema sterben und ich freue mich ganz besonders Dass ich diesen Verein mit dieser Folge ein bisschen unterstützen darf und ich freu mich sehr an auf meine Gesprächspartnerin in der kommenden Stunde.

00:02:30: Das ist die Liebe Nina Geißendörfer, liebe Nina, herzlich willkommen!

00:02:34: Hallo, Kati.

00:02:35: Schön, dass du uns besuchst und da bist?

00:02:38: Ja das war ganz interessant als wir uns gerade begegnet sind und kennengelernt haben und ich zu dir gesagt habe was für ein schönes Gebäude hast du sofort gesagt man merkt es sofort wenn man eintritt.

00:02:47: Was meintest du damit?

00:02:50: Wie du gerade schon in deiner Anmoderation gesagt hast, es ist einfach die Energie die hier fließt durch die Menschen die hertätig sind.

00:03:02: Durch das Leben, das hier fließt, sag ich jetzt mal oder durch die Facetten des Lebens, die in diese Räumlichkeiten eingebracht werden.

00:03:12: Sprechen wir Menschen zu wenig was sterben?

00:03:19: Also wenn ich zurückdenke an die Anfänge meiner Ausbildung als Krankenschwester dann hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan auch dadurch dass sie palliativ Bewegung, sag ich's jetzt mal.

00:03:35: Die Hospizbewegung an sich, die palliative Versorgung größer geworden ist, dichter geworden is'.

00:03:45: Und wenn man in die Gesellschaft schaut, dann betrifft es sehr viele Menschen, die mit Pflege bis zum Lebensende getroffen sind und aber es tatsächlich nicht ... in die Gesellschaft getragen wird.

00:04:09: Also viele sind betroffen, aber die Gesprächsräume fehlen häufig noch.

00:04:16: Das vertraue ich vielleicht mal meiner besten Freundin an oder meinem Freund.

00:04:23: Aber so das Thema ist denke ich nur für bestimmte Bereiche.

00:04:29: manchmal was bzw.

00:04:30: wird es vielleicht so empfunden.

00:04:33: Du bist gelernte Krankenschwester?

00:04:35: Wie bist du zu Hospizarbeit gekommen?

00:04:37: Ich bin gelernt der Krankenschwestern.

00:04:40: Ich hab meine Fachweiterbildung für Intensiv und Anästhesie.

00:04:44: Und habe auch die letzten knapp fünfundzwanzig Jahre auf der Intensifstation gearbeitet, so nach und nach ist immer wieder der Gedanke gekommen aus meinem privaten Bereich heraus mich mehr mit palliativer Versorgung zu beschäftigen, mit Palliativkehr.

00:05:02: Das hab ich dann angefangen in der Hospizbewegungen Salzburg.

00:05:08: Ich bin dann sozusagen ins Studium reingerutscht und konnte jetzt auch mit einem Masterabschluss des Paliativkehrstudiums abschließen.

00:05:18: In dem Zug habe ich hier ein Praktikum gemacht im Verein, und bin jetzt seit Anfang des Jahres genau.

00:05:27: Also noch ganz frisch?

00:05:28: Ganz frisch!

00:05:29: Wie schön!

00:05:31: Und fühlt es dich wohl?

00:05:32: Ja.

00:05:36: Magst du uns etwas erzählen über den Verein?

00:05:38: Wie viele Betten habt ihr?

00:05:40: Wie viele Menschen können hier unterkommen, seit wann gibt es euch.

00:05:46: Also der Verein ist sozusagen entstanden aus einer privaten Initiative heraus.

00:05:53: Es war jemand auch in Not und hat gesehen, da fehlt Begleitung zum Lebensende hin, zum Sterben ... Der war gut vernetzt, sage ich jetzt mal und hat es dann sozusagen ins Leben gerufen.

00:06:14: Wir sind ein relativ großer Verein.

00:06:20: Und zwar geht die Hospizarbeit ja so zu sagen aus der Mitte der Gesellschaft heraus mit einem Randthema.

00:06:30: wir sind derzeit neun Koordinatorinnen und Koordinatoren Die sozusagen die ehrenamtlichen koordinieren für das Thema der Hospizarbeit interessieren, die schwerstkranke und sterbende begleiten oder auch Trauerarbeit leisten.

00:06:50: Und wir also meine Aufgabe ist jetzt sozusagen zu koordinieren wer geht wohin?

00:06:58: Wer könnte zu wem passen?

00:07:02: Genau!

00:07:02: Wir haben einen großen Kreis an Ehrenamtlichen.

00:07:05: Das sind momentan glaube ich um die hundertachtzig ehrenamtliche.

00:07:12: Schön.

00:07:14: Du hast vorhin kurz in einem Nebensatz gesagt, aus deinem persönlichen Erleben und deiner Umfeld kam das Thema so ein bisschen in deinen Leben.

00:07:21: Möchtest du was teilen davon oder lieber nicht?

00:07:23: Kann ich gerne machen.

00:07:28: Meine Mama ist an Krebs verstorben.

00:07:33: Das wird jetzt dieses Jahr sieben Jahre im Sommer.

00:07:36: Und ja ... Manchmal ist es eben schwer, mit seinen Eltern oder ich glaube die Eltern tun sich schwerer.

00:07:44: Mit den Kindern über das Sterben zu reden und so.

00:07:51: im Gesamten hatte ich immer das Gefühl Ich habe nie die richtigen Worte!

00:07:55: Ich weiß nicht genug was natürlich jetzt dreht, respektiv gesehen ist tatsächlich nichts.

00:08:03: so ist dann dass es einfach jeden seine Entscheidung wie er diesen Weg gehen möchte

00:08:09: Mhm.

00:08:11: Und ich stand jetzt mit meinem Wissen und meiner Tätigkeit, jetzt zu diesem Zeitpunkt in der Vergangenheit auch nicht mehr bewegen hätte können vermutlich.

00:08:24: Zu diesen Zeitpunkten damals also vor sieben Jahren?

00:08:26: Genau,

00:08:28: genau.

00:08:29: Mhm.

00:08:29: Ja ... Das ist was, was ich bei meiner Mutter, die es im Jahr zweiundzwanzig verstorben, total wahrgenommen habe.

00:08:35: Sie hatte eine irre Angst davor.

00:08:37: Sie war auch nicht so richtig in Frieden muss man sagen Und ... ich glaube, aber auch wenn's das eigene Elternteil ist.

00:08:45: Ist es auch noch mal was anderes?

00:08:47: Also mit dem eigenen Elterenteil wahrscheinlich über ein Sterbeprozess zu sprechen oder dafür da zu sein in der Präsenz zu sein, ist vermutlich noch mal etwas anders als wenn man nicht jetzt so direkte erste Blutsverwandtschaft isst.

00:08:58: Weil man trägt ja auch eine Geschichte miteinander.

00:09:02: Oder?

00:09:03: Ja!

00:09:06: Ich hab in der Zeit jetzt auch nochmal meinen Partnerunkel begleitet, Alleinstehend war und ich seine Bevollmächtigte sozusagen.

00:09:18: Und ja, auch da war das Thema schwer einzubringen was sich immer aufgrund seiner Erkrankung empfohlen hatte.

00:09:29: er hat eine Lungenfibrose wo sich sozusagen sage ich es mal ganz einfach geworden dieses Lungengewebe verdichtet und nicht immer in größere Art im Not kommen ihm gewünscht hätte, er würde die palliative Versorgung wählen.

00:09:48: Aber ja ... es ist einfach schwer!

00:09:53: Wir kommen ganz allein und wir gehen natürlich am Ende auch alleine.

00:09:56: aber wir dürfen uns Begleitung holen wenn wir die Hand greifen, die man nach uns ausstreckt.

00:10:04: Für zehn Menschen ist hier Platz in diesem Gebäude?

00:10:07: Genau,

00:10:07: wir haben eben noch ein stationäreres Hospiz

00:10:12: genau

00:10:12: wie du sagst Zehn Menschen, Gäste.

00:10:16: Von Gästen spricht man in der Hospizarbeit ... ja?

00:10:22: Und nebenan ist gleich ein Kindergarten!

00:10:24: Also das Leben hier vermischt sich die ganze Wandbreite.

00:10:28: Genau, nebenan der Kindergaten und noch im Stockwerk unter uns ein Kinderhort.

00:10:36: Ja.

00:10:36: Gleich hinten im Garten der Biergarten.

00:10:40: Alles nah beieinander.

00:10:42: Diese hundertachtzig Ehrenamtlichen, wenn man mit Sterbebegleitung sonst nichts zu tun hat.

00:10:48: Wahrscheinlich gar kein Bild, keine Vorstellung.

00:10:51: Kannst du sagen ... Es wird nicht so ein Avatar geben.

00:10:56: So das ist der Ehrenamliche, der sich in der Hospizarbeit stark macht?

00:11:00: Wie sind die Alters-Range mehr Frauen oder auch Männer dabei?

00:11:05: Sind es jüngere Menschen?

00:11:07: Wie ist da deine Wahrnehmung?

00:11:11: Also es ist tatsächlich ... so dass es überwiegend Frauen sind, auch ein guter Anteil an Männern.

00:11:24: Sie sozusagen die obere Mitte der Gesellschaft sind.

00:11:30: und jetzt in einer Lebensphase wo vielleicht die Kinder aus dem Haus sind, man wieder freier ist in seiner Gestaltung ... Oft sind es Menschen, die aus einer eigenen Erfahrung heraus sich zur Hospizarbeit oder zum Hospizbegleiter oder Begleiter dann ausbilden lassen.

00:11:50: Sich dazu entscheiden.

00:11:55: Also ganz unterschiedlich?

00:11:56: Ganz

00:11:56: unterschiedlich!

00:11:58: Ihr habt auch ein mobiles Angebot wo ihr quasi zu Hause helft.

00:12:03: wie muss ich mir das im Alltag vorstellen?

00:12:05: Ich komme als Angehörige auf euch zu und sag meine Mutter tritt ihre letzte Reise an ich brauche Unterstützung.

00:12:12: was passiert dann

00:12:18: Also?

00:12:18: zu dem wird erst mal das Gespräch eröffnet am Telefon.

00:12:25: Und dann findet meist ein Hausbesuch statt, dass man sich sozusagen vor Ort einen Eindruck verschaffen kann und dann kann man sozusagen tätig werden.

00:12:38: was braucht es denn in dieser Familie?

00:12:41: Braucht es vielleicht auch noch eine pflegere Beratung mit unterstützend oder kann ein Hospizbegleiter oder eine Hospiz-Begleiterin kommen.

00:12:53: Und sozusagen die Familie psychosozial würde ich jetzt in einem unterstützen.

00:12:59: Also psychosocial bedeutet einfach Dasein, Gespräche?

00:13:03: Genau das kommt ja aus dem Modell von der Begründer an der Hospiz Bewegung von Cecilia Sonders wo verschiedene Facetten des Schmerzes mit Einbezogen sind.

00:13:17: Man sieht, der Schmerz besteht nicht nur aus dem körperlichen Schmerzen.

00:13:21: Sondern auch aus dem sozialen und dem spirituellen und psychischen.

00:13:28: Ich habe vor geraumer Zeit hier schon mal einen Gast gehabt in Markus Müller.

00:13:33: Der ist vom Vorstand im Hospizverein Münchner.

00:13:37: Die bilden auch Sterbebegleitungen aus.

00:13:40: Die heißen Daseien, ich weiß nicht ob du den kennst.

00:13:44: Und das war auch sehr interessant weil er auch in diese Ausbildung zum Sterbebegleiter über sich so viel erfahren hat.

00:13:51: Ich hab mittlerweile ein paar Menschen getroffen, die Ausbildungen zum Sterbabegleiter gemacht haben, das glaub ich in unterschiedlichen Modulen stattfindet und viele hören nach den ersten drei Monaten auf, weil es ihm psychisch zu sehr an die Substanz geht.

00:14:04: wie hast du die Ausbildung empfunden?

00:14:09: Also ich glaube dass man von sich aus immer eine gewisse Offenheit für alle Facetten des Lebens mitbringen sollte auch keine Angst haben sollte, mal auf etwas zu stoßen was vielleicht...was im eigenen Inneren eröffnet.

00:14:28: Was sich nicht gut anfühlt und vor diesem nicht gut anfüllen.

00:14:37: soll ich dann vielleicht versuchen erst einmal keine Angst zu haben?

00:14:43: Und dann mal schauen was sich daraus entwickelt?

00:14:47: so Im gesamten würde ich sagen ist ja unsere Gesellschaft immer sehr auf Endlich kaltes Ignorant hab ich neulich das Wort gelesen, ausgelegt.

00:14:55: Schönes

00:14:56: Wort!

00:14:59: Ja ... Ich bin die Dinge, die ich tue und was ich arbeite.

00:15:04: Ich optimiere mich gern selbst.

00:15:09: Aber was passiert?

00:15:10: Wenn dann etwas kommt, was eben nichts mit Optimierung zu tun hat oder mit Tun zu tun ist, sondern einfach mit Seien vielleicht.

00:15:28: In eurem Interview gehört, dass wir uns eine Gesellschaft kreiert haben die ausgelegt ist auf Schmerzvermeidung.

00:15:35: Ja.

00:15:35: Also das es nur noch darauf geht wie kann ich Schmerzen vermeiden?

00:15:39: Aber das ist natürlich nicht das Leben!

00:15:42: Nein... Das ist nicht das leben und da spielt sicherlich auch das Gerhirn eine Rolle weil das Gerirr natürlich auch die Aufgabe hat Schmerze zu vermeiden.

00:15:52: Und ich glaube diese Areale wo das Belohnungsprinzip also die Dopamin Sucht, unter der wir alle leiden und das Schmerzvermeidungs ... Das hängt wohl innerhalb des Gehirns stark miteinander zusammen.

00:16:09: Du hast sicherlich viel zu tun gehabt mit Menschen die letzte Reise antreten?

00:16:13: Womit beschäftigen sich diese Menschen?

00:16:16: Was zeigt sich da noch mal?

00:16:18: Es ist ganz unterschiedlich.

00:16:21: Es gibt Menschen, die haben sich im Vorfeld vielleicht schon hineingedacht in was kommen könnte Die wirken jetzt für mich, wenn ich ihnen begegne ... vorbereitete auf das was kommen könnte.

00:16:41: Und dann gibt's natürlich auch Menschen, die haben das immer von sich weggeschoben.

00:16:48: Da sprechen wir lieber nicht drüber.

00:16:52: Das tun wir, wenn es Zeit ist.

00:16:58: Ja und dann steht man manchmal eben vor dem Berg von Hilflussigkeit, vom Kummer, von Ohnmacht Weil eben vielleicht noch nichts geklärt werden konnte, noch nichts besprochen werden konnte.

00:17:18: Genau ausgespürt

00:17:21: von

00:17:22: ASA jetzt bis Z, alles.

00:17:26: Gibt es Menschen die sich freuen?

00:17:28: Andere Menschen wiederzusehen, die angeblich warten und sie in den Empfang nehmen, das hört man ja immer mal wieder?

00:17:37: Ja ... ich glaub schon.

00:17:42: Also... Manchmal höre ich dann die Freunde und die Angehörigen zu den Sterbenden sprechen.

00:17:50: Jetzt kannst du gleich deinen Sohn, deine Tochter, dein Mutter, dein Vater oder das beste Freund bis zur Freundin wiedersehen.

00:18:02: Aber solche Dinge liegen glaube ich immer auch im eigenen Innern.

00:18:07: Was glaube ich?

00:18:08: Und es muss nicht zwingend im religiösen Sinne sein sondern Wie stelle ich mir das denn tatsächlich vor?

00:18:16: Wenn ich glaube, dass danach noch was bleibt von mir.

00:18:23: Dann lebe ich mein Leben vielleicht anders und einem anderen Bewusstsein wie wenn ich glaubt es einfach nichts mehr kommt und dann ist es zu Ende.

00:18:34: Hast du den Eindruck, dass es Menschen leichter fällt, wenn sie an etwas glauben?

00:18:38: also Ich mag's auch ein bisschen von der Religion wegnehmen aber an etwas Glauben an etwas höheres an etwas anderes, an was auch immer.

00:18:48: Fällt es diesen Menschen leichter hier loszulassen in dieser Inkarnation?

00:18:54: Also ich finde schon dass es einen gewissen Halt

00:18:57: gibt

00:18:59: aber das ist natürlich nichts was garantiert ist.

00:19:02: ja wenn ich mich jetzt sage ich mal spirituell mit der Welt sehr verbunden fühle indem ich beispielsweise gerne draußen bin oder gerne wandern gerne schwimmen und am Ende des Lebens hinverdichtet sich alles.

00:19:16: Und ich kann viele Dinge nicht mehr tun, und es reduziert sich vielleicht auf einen Raum oder ... vielleicht auch auf mein Bett?

00:19:25: Mhm.

00:19:27: Dann ist das immer schwer sozusagen.

00:19:31: Habe ich diesen Halt tatsächlich...

00:19:36: Oder habe ich mich geirrt?

00:19:37: Oder hab ich mich gearbt?

00:19:40: Also, ich fand bei meiner Mutter wirklich sehr Es hat mir sehr leid getan.

00:19:47: Aber man konnte es ihr dann in dieser Phase auch nicht abnehmen, als sie merkte ... Es geht zu Ende und sie war noch total wach.

00:19:55: Ich hätte ihr manchmal fast gewünscht.

00:19:56: Sie wär ein bisschen dement.

00:19:58: Aber sie war blitzscharf im Verstand, dass viele ihrer nie aufgearbeiteten Traumata, viele Erinnerungen plötzlich aus der Kindheit, die bei ihr sehr gewaltvoll war sich noch mal richtig gezeigt haben, gerade in den letzten Wochen und Monaten vor ihrem Tod.

00:20:16: Und es hat sie natürlich total überwältigt und total überflutet.

00:20:22: Ich dachte dann so ja ist einfach auch gut wenn man's zu Lebzeiten aufräumt damit das uns den Abschied hier vielleicht nicht so schwer macht.

00:20:33: Es hat mir sehr gelitten darunter.

00:20:37: Ich hatte das Gefühl immer wieder in so einer Retraumatisierung, weil so ein Ding nach dem anderen ins Bewusstsein kam.

00:20:42: Ist es was, was du auch beobachtet hast?

00:20:47: Also kürzlich hatte ich tatsächlich erst eine Begleitung, wo auch große Traumata vorhanden waren, die auch bearbeitet wurden und dann tatsächlich am Lebensende noch mal wieder aufgebrochen sind.

00:21:04: Also ich finde für unser Sein im Hier-und-Jetzt.

00:21:10: Es ist für uns ja auch gut, wenn wir was aufarbeiten oder die Möglichkeit haben es aufzuarbeiten.

00:21:17: Weil wir dann mit einem gewissen Mut und einem gewisse Vertrauen in unser Leben voranschreiten können.

00:21:24: aber vielleicht ist das auch keine Garantie dass es wirkt bis zum Ende.

00:21:29: Meinst du sie trotzdem noch mal zeigen?

00:21:34: Was macht es mit dir Menschen zu begleiten auf ihrer letzten Reise?

00:21:41: Da sind viele Facetten dabei.

00:21:47: Unterschiedlichste Emotionen, aber unterm Strich geht es mir sehr gut damit.

00:21:59: Das ist das was ich kann.

00:22:01: Das habe ich schon sehr früh gemerkt auch in Begleitung im Krankenhaus.

00:22:13: Wenn wir hier so zusammensitzen dann haben von uns hier viele diese Facette ein Gespür, sag ich mal für das Leben und den Tod zu haben.

00:22:24: Und ... Das ist was mir eine gewisse Freude bereitet, dass ich das tun kann.

00:22:32: Mhm.

00:22:35: Mhm!

00:22:37: Weil es dir eine andere Tiefe auch in deinem Leben gibt?

00:22:43: Ich glaube schon.

00:22:46: Ja also man spinnt sich sozusagen in viele Situationen ja hinein Aber man weiß auch, man darf die Situation auch lassen bei demjenigen oder bei denjenigen dies betrifft.

00:23:02: Und ich kann in dieser Phase nebenhergehen, kann mich berühren lassen, kann mitgehen und dann darf ich mich wieder zurückziehen.

00:23:17: Passiert es, dass du mit Menschen oder mit Gästen ... Das ist ja ein schöner Begriff.

00:23:22: Dass du hier zu tun hast, die besonders am Herzen liegen und für dich schwer sind?

00:23:29: Wenn der letzte Atemzug getan ist, da loszulassen?

00:23:32: Ja!

00:23:33: Ja, das glaub ich.

00:23:35: Und dürfen und müssen auch mal Training geweint werden.

00:23:39: Auf jeden Fall.

00:23:40: Da darf auch manchmal die eigene Verzweiflung um diese Situation nach außen brechen Alles, was eben vorhanden ist.

00:23:48: Also ...

00:23:52: es ist

00:23:53: auch für uns ein Stück weit an Trauer, sag ich jetzt mal.

00:23:59: Ich find das irgendwie total bezeichnet.

00:24:01: und schön, dass die Kinder hier ... Ich weiß nicht, ob ihr's auf der Aufnahme hört, aber dass hier die Kinder im Hintergrund draußen sind, weil wir sind im Frühling.

00:24:08: Hier stehen wunderschöne Gerberer in der Basis unterer Nunkel.

00:24:13: Und das Leben kehrt zurück.

00:24:16: Magst du mir ein bisschen was erzählen über euren Kollegenkreis, auch wenn du jetzt hier relativ neu im Haus bist?

00:24:22: Aber für mich die jetzt aus der Medienwelt kommt.

00:24:26: Auch wenn ich ja auch so ein bisschen die Lager gewechselt habe in den letzten Jahren zunehmend Ich stelle es mir wirklich unmöglich vor einen solchen Job zu machen und sodass er einem auf Freude bereitet Wenn jetzt hier nicht eine ganz besondere Verbindung unter den Kolleginnen und Kollegen wäre.

00:24:42: also Wenn du sagst, für den Job, den du machst ist ja auch nicht jeder gemacht.

00:24:46: Das muss man ganz klar sagen.

00:24:48: Du bringst offensichtlich eine Begabung mit, den Raum halten zu können, präsent zu sein und das unterstelle ich dir jetzt keine Angst vor dieser Situation zu haben weil das ist ja das was für die meisten Menschen die größte Herausforderung ist wenn sie ... Ich hör das ganz viel von Bekannten oder Freunden, wenn die eine Krebsdiagnose zum Beispiel haben.

00:25:13: Dass sich der Freundeskreis zurückzieht?

00:25:15: Weil die damit total überfordert sind.

00:25:17: Sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen und es ist beim Sterben noch eine Etage tiefer.

00:25:24: Wie haltet ihr euch da im Kollegenkreis?

00:25:26: Gibt's hier Supervisionen?

00:25:27: Macht ihr keine Ahnung ... Eine Gruppe einmal die Woche, wo jeder darüber spricht, wie er den Alltag erlebt hat?

00:25:35: Also wir fahren jeden Morgen mit einer kleinen Teamsitzung an, wo jeder erzählen kann.

00:25:41: Was ihm sozusagen auf den Herzen liegt.

00:25:43: auch wie so eine kleine Übergabe nenne ich es jetzt mal was wichtig ist an diesem Tag und was uns vielleicht gestern betroffen hat oder begegnet ist.

00:25:57: dann gibt's auch immer einmal die Woche eine größere Teamsitzungen.

00:26:02: Wo auch nochmal so eine Befindlichkeitsrunde sage gemacht wird, wo jeder auch noch mal seine Facetten erzählen kann.

00:26:11: Und es gibt natürlich Supervisionen, wo dann auch eben nochmal bestimmte Themen vielleicht auch aufkommen, die man vielleicht selber auch gar nicht bewusst gewesen ist.

00:26:22: und ja also reflektieren wir uns immer wieder.

00:26:27: Ich für mich persönlich tut das auch immer gerne am Abend wenn ich mich zum Schlafen hinleg.

00:26:33: wie war denn mein Tag?

00:26:38: Kann ich damit in Frieden sein?

00:26:41: Das ist mir immer ganz wichtig.

00:26:44: Weil gerade zum Lebensende hin, wenn man so durchs Leben geht, dann kann man ja viele Sachen oftmals noch korrigieren, die vielleicht nicht zu gut gelaufen sind.

00:26:53: Aber grade in Begleitungen hin zum Lebensendes das ja dann vielleicht nicht mehr möglich.

00:26:59: Und es ist nicht so, dass ich überhaupt gar keine Angst hab.

00:27:04: Manchmal komme ich auch zur Tür rein und denk mir ... okay!

00:27:09: Wundert denke ich mir gut.

00:27:12: Eins nach dem anderen, wie können wir den nächsten Schritt tun?

00:27:19: Immer wieder eine gegenwärtige

00:27:20: Moment kommen.

00:27:21: Ja richtig!

00:27:23: Und das ist vielleicht auch für mich einer der wichtigsten Fähigkeiten.

00:27:29: Auch wenn ich persönlich und ich glaube dass es auch viele meiner Kolleginnen und Kollegen so machen wenn wir morgens aufstehen dann Da suchen wir sozusagen uns hier und jetzt erst mal zu kommen.

00:27:41: Wie bin ich denn heute präsent, wie kann ich dann heute den Tag schreiten?

00:27:45: Und das auch anzunehmen ... So wie ich heute bin, weil nur so kann ich mich heute einbringen in was ich heute erlebe oder was heute auf mich zukommt.

00:27:56: Und dann auch mit einer gewissen Ehrlichkeit sich Sarah vielleicht auch gegenüber treten.

00:28:03: Ja da fängt es an ne!

00:28:07: Also wenn wir uns selber in die Tasche lügen, dann wird's schwierig im Leben.

00:28:11: Trotzdem machen so viele wieder bei der Schmerzvermeidung aber das ist ja wahrscheinlich auch zu tiefsmenschlich Bei all dem was du so erlebt hast als Krankenschwester, als Intensivkrankenschweste und dann auch in der Palliativarbeit.

00:28:27: Du hast über Energien gesprochen.

00:28:31: Woran glaubst du oder was nimmst du wahr?

00:28:35: So viel erlebt in all diesen Jahren.

00:28:37: Du könntest ja einen mutlichen Buch schreiben?

00:28:40: Vielleicht, aber manchmal auch noch die Geschichten sein lassen, finde ich so wie sie waren.

00:28:54: Also man sagt immer für sich ist es mal die Erfahrungen des Lebens und ... Ich bin in jungen Jahren mit Anfang zwanzig sehr viel gereist, zwar vielen Asien.

00:29:08: Da habe ich zum Beispiel auch viele Energien für mich mitgenommen und mitnehmen können.

00:29:14: Und vielleicht würde jetzt jeder Geistliche die Hand im Kopf zusammenschlagen.

00:29:19: aber es ist bei mir schon so dass ich mir sozusagen aus den verschiedenen Kulturen Religionen, was rauspicke.

00:29:31: Was ich merke, dass meine Energie stärkt.

00:29:34: Wunderbar!

00:29:38: Also glaube es ja so etwas Hochindividuelles.

00:29:41: Dafür jeder Mensch auch seinen ganz eigenen ... also was bedeutet auch Spiritualität?

00:29:45: Das ist ja auch was total Persönliches und nichts, das uns übergestülpt werden sollte zumindest

00:29:51: mal.

00:29:51: Was Intimes, ja.

00:29:53: Genau, was sehr Intimes.

00:30:02: Ja.

00:30:03: Jetzt filmen wir gerade die Worte.

00:30:05: Ja, alles gut!

00:30:07: Okay

00:30:08: also ihr seid hier ein Team, ihr habt viele ehrenamtliche Mitarbeiter zehn Gäste im Haus.

00:30:14: da gibt's dann wahrscheinlich wenn man sich an euch wendet so war es damals bei meiner Mutter und man ruft dann an im Hospiz und dann gibt es vielleicht eine Warteliste oder ... Vielleicht hat man Glück und ist es grade in Platz frei.

00:30:26: wie will das bei euch gehandhabt?

00:30:29: Genau bei uns gibts auch diese Liste je nachdem, wenn man das möchte sich auch schon sehr früh setzen kann.

00:30:38: So sind wir immer in Kontakt, wo man an alle Zeit lang mal andruft wie geht es wird der Platz benötigt und dann sind wir sozusagen da immer so ein bisschen die Liste zu schieben nenne ich jetzt mal.

00:30:59: Nach Dringlichkeit

00:31:00: oder?

00:31:00: Richtig Nach Dringlichkeit, nach Diagnose.

00:31:07: Sind das immer ältere Gäste?

00:31:08: oder kann auch mal jemand dabei sein?

00:31:10: Es

00:31:10: ist ganz unterschiedlich.

00:31:14: Es sind auch junge Mütter, Väter mit Familien und kleinen Kindern.

00:31:24: Im Grundsatz ist es ja so, dass in der Hospizarbeit wir immer versuchen oder es tun die ganze Familie mitten zu begleiten den Freundeskreis an uns Zugehörige Das wird zu sagen.

00:31:40: Ja, auch das kommt

00:31:43: vor ... Und wenn es junge Mütter und Väter sind, kommt da mal so ein Moment von Wut oder Ungerechtigkeitsgefühl, dass man sich fragt.

00:31:55: Mann, ey!

00:31:56: Warum?

00:31:56: So unnötig eigentlich.

00:32:00: Ja... Das frag ich mich jetzt tatsächlich nicht, weil ich glaube, dass wenn unsere Zeit gekommen ist, dann ist es so.

00:32:13: Natürlich spreche ich jetzt aus der Warte der gesunden Haare raus.

00:32:17: Ich weiß natürlich nicht, wie meine Reaktion dann ist, wenn es tatsächlich so weit ist ... Aber zu dieses Hardern ist das für mich manchmal schwierig.

00:32:35: Aus meiner Situation möchte ich gerne annehmen, dass es so ist und möchte mich gut wie möglich in diese Begleitung mit einbringen.

00:32:45: Bist du auch ein sicheres Gegenüber?

00:32:47: wenn du das gut halten kannst.

00:32:49: Würdest du mit in dieses Ungerechtigkeitsgefühl der Angehörigen steigen, bist ja keine große

00:32:54: Hilfe.".

00:32:56: Da hat meine Therapeut immer zu mir gesagt ... Als wenn am Wegesrand auf dem Bürgerstecken total verzweifeltes Kind sitzt und ich mich daneben bin und bin mitverzweifeld und bestätige quasi das Kind darin wie aussichtslos die Situation ist.

00:33:13: Und ihr habt dir die Aufgabe auch einen Halt zu geben einen Raum zu halten und nicht mit in den Schmerz komplett zu steigen.

00:33:24: Ja, auch das Anerkennen von all den Gefühlen, die dann in der Familie vorhanden sind, die aufkommen... Das ist, finde ich ganz wichtig, dass Verzweiflung, die Ohne macht, die Wut über die Situation.

00:33:49: Das ist ja auch was, was irgendwann ein guter Trauerprozess Ich hoffe, ich starten lässt.

00:33:57: Also

00:33:57: so dieser Schock ... der sozusagen den Prozess dann einleitet?

00:34:08: Würdest du sagen, dass Trauer ein Gefühl ist oder ein Zustand?

00:34:12: Ein Zustand!

00:34:17: Weil also ich bin ja nicht nur traurig in der Trauer.

00:34:22: Ähm... Also ich war ja, hab ich vorhin kurz erzählt auch heute Nacht in einer Begleitung und ähm Da liegt Lachen und Weinen sind sehr nah beieinander.

00:34:39: Und dann wieder die Wut, das nächste ist die Verzweiflung.

00:34:46: Dann kommt die Unruhe ... Dann kommt wieder der Moment Ruhe.

00:34:54: Wenn man jetzt direkt bei dem Moment des Versterbens bleibt, braucht man vielleicht auch das Begreifen.

00:35:01: Das muss ich vielleicht auch mal fühlen.

00:35:05: Die Endgültigkeit?

00:35:06: Genau!

00:35:08: Also so aus den Sinnen heraus.

00:35:10: Ich muss es sehen, ich muss es fühlen...

00:35:15: Ich war in den letzten vierundzwanzig Stunden bei meiner Mutter quasi bei ihr und habe das im Nachhinein als wirklich heiligen Prozess empfunden und werden ein sehr, sehr schwieriges Verhältnis.

00:35:29: Ich werde oft gefragt, ob das nicht kurz vor Schluss noch besser wurde?

00:35:32: Nein leider nicht!

00:35:34: Im Gegenteil, es wurde er wieder richtig schlecht, weil sie in diesem Überlebenskampf war und dann haben sich alle ihre alten Strategien total entfaltet.

00:35:45: Und doch habe ich das als großes Geschenk empfunden, dass ich bei ihr sein durfte ... Was ich ganz interessant fand, ich kam auf diese Palliativstation.

00:35:56: Die waren auch ganz bezaubernd und haben das ganz toll gemacht.

00:36:01: Aber es hatte sich irgendwie ... Es hält sich ja hier unter immer noch hart, denke ich, das Gerücht auch wenn die Patienten oder die Gäste bei euch auf der Pallativstation kranken aus die Patienten stark sediert sind durch Morphium- und Valium zum Beispiel, dass sie nichts mehr mitkriegen.

00:36:17: Das wurde mir gesagt, die kriegt nichts mehr Mit.

00:36:21: Und es weiß ich aber sehr viel über den Körper und das Nervensystem.

00:36:24: Dann habe ich gesagt, so ein Blödsinn, die ... Ich bin davon überzeugt, die kriegt alles mit!

00:36:30: Und

00:36:31: als ich reinkam in ihr Zimmer war sie in einem Zustand von ... Hat unheimlich schwer und schnell geatmet.

00:36:37: Also wirklich so ... Es hat mir ... wirklich das Herz gebrochen, weil sie war so gefangen in ihrem eigenen Körper.

00:36:48: Dann hab ich mich zöge setzten und sie gestreichelt und für sie gesungen und mit ihr gesprochen.

00:36:54: Über anderthalb Stunden ist die dann runtergefahren und hat irgendwann wieder ganz normal geatmet.

00:37:01: Ich finde es sind Gerüchte, wir müssen darüber sprechen ... Ich find's wichtig, egal was ein Mensch in seinem Leben getan oder nicht, ich würde mir wünschen, dass wir dass wir mehr das Heilige in diesem Prozess erkennen und auch dem Menschen seine Würde ermöglichen.

00:37:21: Also, Würde ist ja wahrscheinlich ein Begriff der über allem thront auch in deiner Arbeit oder?

00:37:28: Das sind deine Gedanken zum Thema Würde.

00:37:32: Ich würde sagen, in der Hospizarbeit wird die Würde sozusagen im Kontext gesetzt mit dem Tun.

00:37:43: Und ich finde auch, viel mehr reden sollen.

00:37:49: Und jetzt machst du das ja in deinem Podcast, bringst du den Boden sozusagen oder die Basis?

00:37:57: Ja wie geht's mir dann im Sterbeprozess meiner Mutter wenn sie so schnell atmet was natürlich zu einem Sterbeprozess dazugehört?

00:38:07: aber woher soll ich das wissen wenn man nicht darüber spricht?

00:38:13: Ich hab es gegoogelt.

00:38:15: Ich saß dann wirklich auch an Ihrem Bett und hab's gegoogelt.

00:38:18: Und man kann das ja die KI mittlerweile auf fragen, auch wenn die Atmung so in den letzten Stunden flach wird bzw.

00:38:26: nur noch vier-, fünfmal die Minute überhaupt stattfindet?

00:38:31: Was ich sehr beeindruckend fand, darüber habe ich mit den Palliativschwestern und dem Pflegern gesprochen ... dass es eben diese zwei Arten von Menschen gibt.

00:38:40: Die einen warten bis alle weg sind Und die anderen, die warten bis alle da sind und erst dann gehen können.

00:38:47: Meine Mutter hat auch gewartet ... Sie hat sich wirklich ein Fenster von der Viertelstunde genommen.

00:38:54: Ich hab vorher zu meinem Bruder gesagt, ich glaube, wenn wir wollen, dass sie geht, müssen wir sie zuerst loslassen.

00:39:00: Sonst geht's ihnen nicht.

00:39:03: Da war ich kurz zu Hause und hab nach dem Hund geschaut.

00:39:07: Dann schrieb er mir zurück, er würde seinen Sohn jetzt mal eine Hose schicken Aufenthaltszimmer gehen und dann ist sie gestorben.

00:39:17: Hat sie gewartet?

00:39:19: Ja, das ist tatsächlich so ... Ich sage jetzt mal, ich spüre diese Verbindung auch oft, dass die Kinder, die Freunde sehr an ihren Versterbenden hängen.

00:39:35: Und wie du es gerade erzählt hast ja, dass der Prozess okay wird, das wird so schwierig.

00:39:41: Ich lasse meine Mutter, mein Vater meinen Freund, meine Freundin gehen.

00:39:47: Und dann hat man oft das Gefühl jetzt findet ...

00:39:54: Jetzt

00:39:55: kommt noch mal was anderes in den Raum an anderer Frieden und ... Mhm.

00:40:04: Dann kommt der Zeitpunkt des Todes.

00:40:09: Ja also ich finde auch ein Moment als Angehörige vor dem man ist kein Grund gibt sich zu fürchten, auch wenn ich jetzt niemandem die Angst absprechen möchte.

00:40:19: aber Mich hat es auch in meiner Entwicklung nach vorne gebracht.

00:40:23: Es war wichtig für mich, ein wichtiges Ereignis und was ich bemerkenswert fand ... Ich würde mich interessieren, was deine Gedanken dazu sind.

00:40:31: Nachdem sie gestorben war, ist sie angezogen worden und gekämpft worden.

00:40:36: Ich bin dann noch mal ins Krankenhaus gefahren zu ihr ans Bett.

00:40:41: Und dann haben wir uns noch mal für Eva abschiedet.

00:40:43: Dann hab ich das Fenster aufgemacht!

00:40:46: Und dann sagte ... Und dann sagte mein Bruder, mach das Fenster zu und sag ich auf keinen Fall.

00:40:53: Was ich aber nicht wusste zu diesem Zeitpunkt war, dass man das bekannt ist ... Vielleicht hab ich es irgendwo mal aufgeschnappt, aber das glaub ich nicht!

00:41:02: Es war so ein total intrinsisches Wissen, was tief aus mir herauskam.

00:41:08: Das Fenster?

00:41:10: Gott, für jedenfalls anzuweilen.

00:41:11: Das fenster muss auf sein.

00:41:14: Dann habe ich nachgehört, dass wir das machen, damit die Seele Oh Gott, jetzt war ich nicht hier gleich.

00:41:21: Ich fand es so krass, wie diese Weisheit in uns Menschen eigentlich abgelegt ist, wenn wir gut mit uns verbunden sind.

00:41:33: Was macht ihr das Fenster auf?

00:41:35: Wenn ein Gast geht

00:41:36: ... Ja!

00:41:39: Im Krankenhaus und auf der Paliativstation.

00:41:43: Auf der Invisivstation, wenn das möglich ist... Das bekommen wir als junge Krankenschwester schon in der Ausbildung gelernt.

00:41:55: Man gibt es auch so weiter, ich finde immer man kann das auch spüren im Raum.

00:42:02: Es ist eine Bewegung im Raum sag' ich jetzt mal.

00:42:07: und ja wenn mir jetzt nochmal die andere Kulturen oder Religionen schaut dann da verstirbt mehr sozusagen gern unter freiem Himmel oder mit den Füßen im Wasser, sodass man wieder in den Fluss des Lebens kommt.

00:42:24: In welchem Land ist das?

00:42:26: Ähm ... in Nepal.

00:42:30: Da kann ich mich erinnern an eine Sterbebegleitung.

00:42:33: Also da hab' ich für ein paar Monate als Krankenschwester gearbeitet und da ist tatsächlich der Opa von einer nepalesischen Kollegin verstorben bzw.

00:42:45: lag im Sterben.

00:42:47: Man hatte dann den Opa immer wieder in den Tempel getragen, um am Tempel ihn sozusagen an das Ufer zu legen mit den Füßen ins Wasser.

00:42:57: Und es war für ihn so heilsam dass ihm tatsächlich ich kann's nicht mehr ganz genau sagen aber mehrmals als ich glaube drei Mal bestimmt hat mich immer wieder hin und zurückgetragen.

00:43:10: Ja

00:43:11: ja ich habe das Gefühl wenn du viel rumgereist bist hast du dir der sicherlich auch schon Gedanken drüber gemacht dass diese Angst vor dem Sterben und die Angst vor den Tod überhaupt ihre Berührungsangst sich mit dem Thema zu beschäftigen, eher ein Phänomen der westlichen Welt ist in der wir hier leben.

00:43:27: Und das es in anderen Kulturen ganz anders ist oder bild ich mir das ein?

00:43:32: Ist mein Narrativ gar nicht stimmt.

00:43:37: Also es kommt vielleicht auch immer drauf an wer dann verstirbt.

00:43:43: ja In anderen Kulturen, wo man vielleicht nicht so gut situiert ist, sage ich jetzt mal monitär oder auch ... Ich sag es jetzt mal sehr lobben.

00:43:54: Mein Haus, mein Auto, meine Arbeit, das tue ich.

00:44:00: Dann fällt mir vielleicht auch sehr schnell sozial ab wenn dann jemand verstirbt der vielleicht das Einkommen nach Hause gebracht hat.

00:44:08: Das ist aber tatsächlich auch bei uns so.

00:44:11: ja.

00:44:13: Also wenn dann eine Diagnose kommt in der schweren Erkrankung, die vielleicht auch schnell fortschreitet.

00:44:19: Dann fällt vielleicht auch einer Familie mal jemand weg, der das Haupteinkommen mit nach Hause gebracht hat.

00:44:25: und bei uns sage ich jetzt mal ist das Sorgennetz- und unser Gesundheitssystem ein bisschen anders aufgestellt als in vielen anderen Ländern.

00:44:38: aber zeige ich jetzt einmal Das Grundproblem ist dann vielleicht das gleiche was auf einen zukommt Nur es ist vielleicht anders sichtbar.

00:44:48: Und sind die spirituelle Komponente eine andere?

00:44:57: Ja, wir sind ja sehr in unserem Tun, wo wir stehen auf.

00:45:08: Dann gehen wir zur Arbeit, dann gehen wir ins Fitnessstudio oder zum Yoga-Kurs oder was auch immer.

00:45:14: Wir sind ja so immer sehr im Tun und haben oftmals gar nicht diese stillen Momente wo wir vielleicht die Möglichkeit haben, was zu verarbeiten.

00:45:29: Und in anderen Kulturen ist manchmal der Tagesablauf nicht so schnell gestaltet wie bei uns und dann kann man sich immer mehr Momente nehmen auch mal anders verbunden zu sein mit der Welt oder dem Moment oder wer irgendwas nennen möchte.

00:45:46: Würdest du sagen dass dieser Beruf Dich, und ich setz das Wort ein bisschen anführend.

00:45:51: Dass der Beruf dich zur Langsamkeit zwingt?

00:45:56: Einlädt ist vielleicht das schönere Wort.

00:46:04: Ja ... Aber ich bin schon immer jemanden, der gern langsam war.

00:46:10: Sag jetzt mal so im Innern.

00:46:12: Also ich muss nicht mit einem mitgehen.

00:46:15: Wie gut für dich!

00:46:16: Ich kann auch mal fünf Grad sein lassen, wie man es so schön sagt.

00:46:22: Und das habe ich schon relativ früh dann auch mit der Ausbildung zur Krankenpflege gelernt und gemerkt, dass ich einfach ... ja, auch mal meine Ruhe, mein Alleinsein brauche.

00:46:37: Um Situationen erlebt es einzuordnen und um mich wieder neu zu verbinden oder wenn man wieder zur Energie kommt, wieder neu in die Energie zu kommen.

00:46:48: Mhm.

00:46:49: Mhm!

00:46:50: Schön.

00:46:51: Richtig schön.

00:46:54: Ihr seid ein eingetragener Verein hier im Pfaffenwinkel und es steht ein neues Projekt an, bei dem ihr jede Unterstützung brauchen könnt.

00:47:03: Das ist auch der Grund warum ich euch quasi auch hier gerne im Podcast Tron unterstütze nämlich einen Kinderhauspiz.

00:47:11: Und ich hab schon in unserem Vorgespräch erfahren, dass die Arbeit im Kinderhospiz sich unterscheidet von der Arbeit.

00:47:18: Im Hospiz wurde es erwachsene Gäste untergebracht sind.

00:47:21: Magst du ein bisschen was erzählen?

00:47:22: Wo sich da die Häuser unterscheiden?

00:47:26: Ähm ... Also die Kinder-Hospizarbeit ... nenne ich's jetzt mal setzt ein bisschen anders an.

00:47:35: Da haben die Familien mit den erkrankten Kindern und mit den Geschwisterkindern sozusagen die Möglichkeit eine Pause zu machen Und es gibt dann die Möglichkeit sozusagen, das erkrankte Kind in die Obhut der Pflegekräfte zu geben und als Mutter, Vater, Geschwisterkind diesen Moment sozusagen zu nutzen wieder.

00:48:05: In die eigene Kraft zu kommen sich erholen zu können von dem bestehenden Pflegesituation Sozusagen wie ein kleiner Urlaub, nenne ich es jetzt mal.

00:48:24: Sind da die Familien mit hier vor Ort?

00:48:26: dann?

00:48:27: Ja.

00:48:29: Normalerweise schon.

00:48:31: Ich kenne tatsächlich die Pläne nicht ganz genau.

00:48:34: Aber normalerweise ist es so, dass es in einem Kinderhospiz einen Raum gibt eben für die erkranken Kinder und Räume wo die Eltern sein können, die Geschwisterkinder sein können.

00:48:50: Meistens gibt es auch einen kleinen Sport oder Fitnessraum, dass man da mal wieder für sich sein kann.

00:49:01: Vielleicht weiß ich jetzt gerade nicht, ob das bei uns die Möglichkeit gibt eine Physiotherapie zum Beispiel zu nutzen weil ja oft viele Kinder am Anfang viel getragen werden, weil sie vielleicht selber nicht gehen können oder überhaupt gar nie gehen konnten.

00:49:18: Ja, vielleicht viel Transfer stattfindet vom Bett in den Rollstuhl und man dann selber sozusagen körperliche auch Belastungen ausgesetzt ist.

00:49:28: Dass man dann sozusagen seinen Körper auch

00:49:30: erholen kann.

00:49:32: Das Haus wird ganz neu gebaut hier auf dem Gelände im Kreis Weilhagen-Scholengaus ja auch ein größeres Projekt.

00:49:38: Spatenstich ist glaube ich Ende April?

00:49:41: Ich glaub ... Ich glaube, im April.

00:49:43: Im April genau.

00:49:45: Und nachdem ihr ein eingetragener Verein seid, lebt ihr von Unterstützung und Spenden von außen?

00:49:51: Ja richtig!

00:49:52: Okay also wer euch unterstützen möchte findet alle links natürlich in den Show Notes wie immer unter dieser Folge.

00:50:00: Hast du das Gefühl dass Kinder mit dem Thema anders vielleicht sogar souveräner umgehen als Erwachsene?

00:50:07: Kinder können irgendwie unbedorft an das Thema herangehen.

00:50:12: Als mein Patenongel verstorben ist, hat meine kleinerer Tochter, die sechs Jahre alt ist oder zu dem Zeitpunkt war sie vier Jahre alt natürlich mitbekommen dass der Leichnam verbrand wird.

00:50:32: Und irgendwann habe ich sie vom Kindergarten abgeholt und wir fahren nach Hause.

00:50:36: und dann sagt sie Mama wie ist das eigentlich wenn jemand verbrannt wird?

00:50:41: Wir haben erst mal gedacht, wie erklär ich das denn jetzt?

00:50:46: Und hab ja dann erklärt dass man praktisch in ein Haus kommt wo dann man im Sack ins Feuer.

00:50:57: also ganz genau den Wort laut weiß ich nicht mehr.

00:51:00: und dann hat sie irgendwann gesagt Mama weißt du.

00:51:04: Ich will nicht verbrannt werden Ich komme lieber in die Erde.

00:51:07: Wir hatten dann auch im Kontext besprochen, was es noch für Möglichkeiten gibt der Bestattung.

00:51:13: Und das hat sie irgendwann auch nochmal vor Kurzem wiederholt.

00:51:16: und seither weiß ich, dass meine kleine Tochter zum jetzigen Zeitpunkt nicht verbrannt werden möchte.

00:51:25: Und von dem her ja Sie gehen unbedarfter an das Thema heran wo wir vielleicht schlucken.

00:51:33: Aber ich kann mich selbst noch erinnern.

00:51:35: Ich war drei Jahre alt, als mein Opa verstorben ist und ich ... Kann mich noch sehr genau erinneren.

00:51:41: Er war auf dem Weg zur Arbeit, ist an einem Herzinfarkt verstorben auf den Weg zu Arbeit.

00:51:46: Meine Mama hat mich morgens aufgeweckt und ... Mich kann mich in diesem Tag noch erinnern wie ich dann im Auto saß hinten in meinem Schlafanzug und wir zu Oma gefahren sind.

00:51:59: Und ja, ich hab die ganze Traurigkeit die ganzen Geschichten gehört und also, was ich mich halt noch erinnern kann.

00:52:10: Und für mich war das dann Ordnung.

00:52:11: als Kind so meine kindliche Empfindung.

00:52:15: Und jetzt auch Rückblickens sage ich immer ... Das war ein guter Weg man hat mich mitgenommen, man hat mir beteiligt.

00:52:26: So konnte ich dann jetzt immer wachsen sein wenn ich daran denke, meine eigenen Schlüsse ziehen oder es... Für mich einordnen.

00:52:38: Wir Erwachsenen haben die Tendenz, Kinder davon verschonen zu wollen?

00:52:43: So nach

00:52:43: dem Motto ... Nee, wir können das besser für das Kind, wenn es das nicht mitbekommt.

00:52:48: Wie ist da deine Erfahrung?

00:52:52: Also dadurch dass bei uns zu Hause am Essenstisch auch sehr viel über das Thema Tod und Sterben gesprochen wird und natürlich weil wir in der Familie schon Todesfälle hatten gehört es zu uns an den Essendstisch.

00:53:10: Das gehört ja auch zum Leben.

00:53:12: Richtig, deswegen finde ich das nicht.

00:53:16: Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, das Thema zu gestalten, nenne ich's jetzt mal und also meine Kinder waren an der Beerdigung ihrer Oma dabei Und aus mir ist es dann auch noch mal so rausgebrochen.

00:53:37: Die Verzweiflung, dass sich jetzt wirklich geht und wie bei dir war das nicht in Frieden, sag ich jetzt mal.

00:53:47: Da haben wir lange darüber gesprochen weil natürlich die Kinder gesehen haben, die Mama ist verzweifelt aber letztlich sind wir da gemeinsam durch immer wieder darüber sprechen und sage ich jetzt weiter gegangen Und die können sich da dran erinnern.

00:54:09: Jetzt ist es im Nachhinein was Gutes, was Integriertes, das sozusagen zu unserem Weg gehört hat.

00:54:17: Das sind sehr eindrucksvolle Geschichten.

00:54:19: Ich habe etwas Ähnliches beobachtet vor ein paar Jahren.

00:54:21: Eine Freundin von mir an Krebs gestorben, sehr jung und die hinterließ eine drei- oder vierjährige Tochter.

00:54:28: Es war ne ganz kleine Trauerfeier und ... die Kleene ist die ganze Zeit während die Pfarrerin, die Trauerrede praktisch vorne.

00:54:39: Es war eine ganz kleine Kapelle auch in Berlin auf einem Friedhof und die Pfahrerin hielt die Ansprache, die trauer Rede ... Die Kleine ist durch die Reihen gelaufen, hat gesungen oder getanzt und so.

00:54:51: Und die war

00:54:54: fein

00:54:55: mit ... Könnt ihr jetzt sagen?

00:54:56: Die hat noch nicht richtig verstanden, was da passiert.

00:55:00: Das würde ich so ein bisschen anzweifeln, weil die Krankheitsgeschichte davor eine sehr lange war.

00:55:04: Die natürlich auch das Kind betroffen hat

00:55:07: und irgendwann

00:55:08: kippte das Kind aber, weil es anfing, die Erwachsenen zu beobachten.

00:55:13: Also weil die Erwachsene natürlich sehr ... also die Freundinnen kamen aus dem Iran und die Eltern hatten besonders der Vater hat seinen Gefühlen sehr laut freien Laufgerst sehr geklagt Und damit ging die Kleine dann irgendwann in Resonanz.

00:55:32: Es war nicht ... Oder ich unterstelle hier jetzt, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass das Versterben der Mutter an sich war auch wenn das Kind die Mutter sicherlich vermissen wird in den Wochen und Monaten und Jahren danach.

00:55:46: Aber das Kind kippte in die Verzweiflung weil es gesehen hat, dass sie Erwachsene in diese VerzWeiflung kippen.

00:55:52: Das fand ich ganz aufschussreich und interessant zu beobachten Weil wenn die Kinder weinen, dann denken wir oft ... Deswegen aber häufig ist es eher so über Bande gespielt.

00:56:04: Weißt du wie ich meine?

00:56:07: Ja.

00:56:08: Deine Kinder und deine Tochter waren ja wahrscheinlich auch davon.

00:56:10: Es macht was damit, wenn die Mama sieht, wenn sie total verzweifelt ist und weint.

00:56:16: Genau.

00:56:17: Aber einfach im Prozess.

00:56:21: Und dann die Möglichkeiten, die vorhanden sind, mal aktiv zu gestalten, darüber zu sprechen oder ... oder zu tun, wenn wir am Tisch sitzen und basteln.

00:56:37: Dann kommt vielleicht noch mal wieder was, sodass man immer wieder etwas integriert im Gefühl, was vielleicht dazu gehört oder eine Facette, die dazugehört und dann weitergeht gemeinsam.

00:56:56: Für alle Menschen, die uns jetzt zuhören und die vielleicht gerade in einer solchen Situation sind das ein Angehöriger Geht.

00:57:05: Was sind ... Der Podcast ist nicht bekannt für schnelle Tipps, aber was sind deine Inspirationen?

00:57:12: Deine Einladungen wie damit umzugehen ist?

00:57:14: Wie können Menschen sich ... Wie können die da gut durchkommen?

00:57:25: Es ist einfach der Mut, sich einem Thema zu widmen, dass jeden von uns betreffen wird.

00:57:38: und aus Mut denke ich kann dann Vertrauen entstehen in gewisse Dinge, in einen selbst.

00:57:46: In meinem Gegenüber ... Das kann auch noch mal, finde ich, neue Facetten in einer Beziehung aufmachen?

00:57:53: Mhm.

00:57:55: Nicht nur in ein paar Beziehungen, sondern vielleicht auch in der Freundschaft.

00:57:58: oder wenn wir hier sitzen, dann macht das ja doch was mit uns, wenn wir drüber sprechen und teilen was, was wir jetzt gerade mit niemand anderem teilen, sondern nur wie beide!

00:58:09: Und es ist schon mal.

00:58:11: auf jeden Fall, wenn dann Vertrauen entsteht dann kann ich auch immer weiter suchen, das schafft eine gute Basis.

00:58:20: Dann kann ich schauen was gibt es denn für Möglichkeiten an Dingen die ich tun kann wie ich vielleicht vorsorgen kann?

00:58:30: Wie bringe ich vielleicht Fragen von Sorge in die Gesellschaft oder erst mal in die eigene Familie?

00:58:38: und wenn da schon mal ne Grundlage geschaffen wird, dann zieht das ja so glaube ich immer weitere Kreise wenn ich es schaffe, mit meinen Freunden und meiner Familie vielleicht mit meinen Eltern und Kindern darüber zu sprechen.

00:58:56: Ja wie könnten wir denn tun?

00:58:58: Wenn wir selber an einem Punkt sind wo wir nicht mehr können und auf Hilfe angewiesen sind?

00:59:08: also so die Frage Wie will ich leben?

00:59:11: kann Ich wenn ich pflegebedürftig bin Hilfe von außen annehmen und Von wem?

00:59:17: ja?

00:59:20: Also ich dem Thema einfach stellen.

00:59:22: Ja, mit Mut.

00:59:25: Mit Mut!

00:59:25: Es

00:59:26: gibt dieses berühmte Buch von einer, ich glaube australischen Krankenschwester fünf Dinge die Menschen bereuen wenn sie sterben und teure Autos und eine tolle Karriere gehören nicht dazu.

00:59:39: Und ich schaue schon die ganze Zeit hier.

00:59:41: an der Wand steht der Spruch acht auf das kleine in der Welt.

00:59:44: Das macht das Leben Reicher und zufriedener, Karl Hilti.

00:59:49: Und ... vielleicht ist das etwas, dass wir uns auch zur Lebzeiten immer wieder bewusst machen dürfen?

00:59:55: Du hast viel gesprochen über es tun und übers Sein.

01:00:01: Ich glaube im Sein ist viel mehr Frieden als wir uns das vorstellen können.

01:00:06: Ja!

01:00:08: Liebe Nina Geißendörfer, ich danke dir von Herzen für den schönen, warmherzigen und behutsamen Austausch zu einem Thema Auf das keiner bockert?

01:00:18: Aber uns alle betrifft.

01:00:22: Genau, und ich finde, wenn man sich anfängt damit zu beschäftigen ... Ich mach das seit ein paar Jahren.

01:00:27: Das war auch der Grund, warum ich euch gerne unterstützen wollte.

01:00:31: Dann verliert es seinen Schrecken.

01:00:34: Wenn wir uns dem nähern so ... Es bleibt halt furchteinplössend, wenn wir's von uns fernhalten wie der Schein-Riese bei Jim Knopf.

01:00:44: Richtig!

01:00:45: Ist das ein guter ... Ja.

01:00:48: Herr Purpur.

01:00:49: Genau, wenn man ihn näher herholt wird er kleiner.

01:00:52: So ist es nämlich!

01:00:54: Ich danke dir von Herzen.

01:00:55: Toll dass ihr diese wunderbare Arbeit hier macht und wenn ihr ihr Lieben die Arbeit vom Hospizverein Pfaffenwinkel unterstützen möchtet, wenn ihr den Bau des Kinderhospizes unterstützen möchdet.

01:01:08: Den Link zur Website findet ihr hier in den Shownotes unter dieser Folge.

01:01:14: Es war mir eine große Freude, auch beim Podcasthorn dieses Jahr zum ersten Mal mit dabei zu sein.

01:01:18: Vielleicht stöbert ihr ein bisschen rum.

01:01:20: Zweiundhalb Tausend Podcaster überall auf der Welt aus über sixty-fünf Ländern haben dieses Jahr mitgemacht.

01:01:26: Mögen es noch viele, viele mehr werden!

01:01:29: Bis zur nächsten Folge.

01:01:30: bitte bleibt wie immer zuversichtlich gesund und neugierig und dir liebe Nina nur das

01:01:36: Beste.

01:01:37: Danke, dass du zu uns nach Pollen gekommen bist.