Get happy

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Bewusster leben. Zufriedener sein.

Transkript

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00:00:00: Wäre es okay, dass die Angst

00:00:01: da ist?

00:00:02: Ja und das ist der Schlüssel.

00:00:04: Wir können auch handeln mit Angst.

00:00:06: Wir kann auch Dinge tun mit Angst und dieses Permanente dagegen angehen und das Verteufel macht es nur stärker.

00:00:22: Und

00:00:46: ich sage hallo ihr Lieben schön, dass ihr auch in dieser Folge wieder dabei seid.

00:00:49: wie immer hoffe ich, dass es euch gut geht, an einem muckeligen Ort seid.

00:00:57: Kaum Einsatz fällt in der Zeit, in der wir aktuell leben so häufig wie – ich weiß auch nicht mehr, es ist irgendwie einfach alles zu viel!

00:01:06: Als seien die täglichen Herausforderungen des bloßen Menschseins nicht schon heftig

00:01:12: genug

00:01:13: Fliegen uns seit Jahren auch noch globale Katastrophen um die Ohren.

00:01:18: Seit Jahrzehntausendundzwanzig scheint die Welt komplett aus den Fugen geraten zu sein und immer wenn man denkt und hofft, jetzt geht es aber mal wieder bergauf, wartet schon die nächste Krise um die Ecke!

00:01:30: Viele Menschen versuchen deswegen immer verzweifelter, irgendwie wieder Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen.

00:01:37: Vermeintlich muss man sagen.

00:01:38: den Fakt ist wir können die Welt nicht kontrollieren sondern maximal

00:01:43: nur

00:01:43: uns selbst unser

00:01:45: Handeln

00:01:45: und denken vor allem aber auch unser fühlen.

00:01:49: Wenn alles too much isst dann empfiehlt es sich manchmal das Gegenteil von dem zu tun was uns unser autonomes Nervensystem befielt Loslassen statt Kontrolle.

00:02:01: Wie das gehen soll und wie es funktioniert, darüber hat Prof.

00:02:05: Dr.

00:02:05: Eva Asselmann ein ganzes Buch geschrieben.

00:02:09: Ich hoffe sehr, dass sie uns in der kommenden Stunde helfen kann durch loslassen mehr in die Ruhe zu kommen als durch Kontrolle!

00:02:18: Sie ist Diplompsychologin, es ist ihr drittes Buch.

00:02:21: Sie hat über fünfzig wissenschaftliche Publikationen verfasst

00:02:25: und sie ist

00:02:26: eine der jüngsten Professorinnen Deutschlands an der HMU.

00:02:31: Es ist die Health and Medical University in Potsdam.

00:02:34: Dort unterrichtet sie differenzielle und Persönlichkeitspsychologie.

00:02:39: Ich sage herzlich willkommen, liebe Eva!

00:02:42: Hallo

00:02:43: Kathi, ich freue mich sehr.

00:02:45: Ich freue mich auch.

00:02:46: Vor allem freu ich mich so sehr, weil und das wisst ihr natürlich alle nicht.

00:02:49: Eva und ich haben jetzt gerade ein bisschen Wasser geschwitzt, weil wir thirty-fünf Minuten versucht haben herauszufinden welche technischen Probleme uns versuchen die Aufnahme zu verhageln.

00:03:00: aber here we are!

00:03:02: Und ich finde Eva es passt ja auch sehr gut zum Thema.

00:03:04: Wir haben beide ganz schön Nerven bewahrt ne?

00:03:06: Ja total man

00:03:09: wächst mit seinen Aufgaben.

00:03:11: Liebe Eva, ich freue mich sehr über und auf den Austausch mit dir.

00:03:15: Ich habe gerade schon in der Anmoderation gesagt, wir haben so gefühlt den Eindruck, dass seit Jahrzehnten die Welt auf dem Kopf steht und aus den Fugen geraten ist.

00:03:27: Aber stimmt das oder steuern wir nicht schon viel länger auf diesen Kollaps zu?

00:03:32: Inweit geht da schon viel mehr länger.

00:03:33: so hat sich aber in den letzten Jahren verdichtet und dann kam die Corona-Pandemie dazu, hat das ein bisschen verstärkt.

00:03:40: Ein wahnsinniger Treiber ist die technische Weiterentwicklung.

00:03:44: Und das startete aber schon vor etwa zweihundertfünfzig Jahren mit der Industrialisierung, denn da war erst mal so eine Zäsur, wo sich das Leben der Menschen klar von den natürlichen Rhythmen der Natur entfernt hat.

00:03:58: Sprich man lebte nicht mehr nach Licht und Dunkelheit sondern orientierte sich an Maschinen, an Schichtplänen, Stech-Uren

00:04:06: usw.,

00:04:07: dann gab es ja immer Weitere Entwicklungen, Auto, Fernsehen, Flugzeug schließlich das Internet.

00:04:14: Und das Internet hat unser Leben radikal verändert vor allem beschleunigt weil es uns viele Dinge erleichtert.

00:04:22: früher da verschickte man einen Brief Man wartete Tage Wochen bis man eine Rückantwort erhielt.

00:04:31: heutzutage mit einem Klick ist die immer verschickt.

00:04:33: Genau so schnell tutelt die Antwort wieder rein, sprich die To-Do's, die Reize auf die wir reagieren müssen haben sich vervielfacht enorm und durch KI hat diese Entwicklung natürlich nochmal rasant Fahrt aufgenommen.

00:04:45: das ist wie eine exponentielle Entwicklung.

00:04:48: je weiter wir technologisch kommen es so schneller entwickelt sich die Technik auch fort.

00:04:53: und gerade das zeigte sich massiv in den letzten Jahren und während der Pandemie haben wir natürlich diese Tools auch verstärkt.

00:05:01: Also da war es ja erstmals so, dass alle sich über Teams oder Zoom unterhalten haben.

00:05:06: So das Notgedrungen dieser Pandemie auch dazu führte, dass wir noch viel mehr diese ganzen digitalen Tools in unserem Alltag verwenden.

00:05:17: Ja und da entsteht schnell der Eindruck die Pandemie bei den Wurzeln allen Übels ist sie aber nicht.

00:05:22: Ist ja total

00:05:23: interessant.

00:05:24: also diese Zeit.

00:05:24: Zwei Hundert Fünfzig Jahre habe ich tatsächlich auch noch nicht gehört.

00:05:28: Du hast gesagt, War das der neuralgische Punkt, wo wir unseren Kontakt zur Natur oder unsere Verbundenheit nach und nach mehr und mehr vernachlässigt haben?

00:05:40: Technologische Weiterentwicklung gab es natürlich auch schon vorher.

00:05:45: Buchdruck, all solche Dinge sind ja Fortschritte die das Leben der Menschen auch verändert haben.

00:05:50: Aber gerade seit der Industrialisierung wurde es eben zunehmend technisch.

00:05:53: Wer das sehr schön beschrieben hat ist Hartmut Rosa, der gesagt hat dass das vor allem unser Zeitgefühl also dieses Feeling für Geschwindigkeit enorm beeinflusst hat.

00:06:05: Das war für dich der Auslöser des Buch zu schreiben?

00:06:07: Wie too much war die Zeit denn für dich?

00:06:10: Ich forsche seit vielen Jahren zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und dabei interessiert mich vor allen Dingen Wie können wir Menschen denn helfen, innerlich stärker und resilienter zu werden?

00:06:20: umzugehen mit dem Too Much unserer Zeit?

00:06:23: Für mich war ein Schlüssel Erlebnis-Einforschungsaufenthalt letztes Jahr eine UCLA.

00:06:28: Da habe ich zwei Einschnitte erlebt, einmal die Präsidentschaftswahl.

00:06:31: Wo ja sehr viele Menschen Donald Trump gewählt haben auch weil sich viele abgehängt fühlen das Gefühl haben ich komme nicht mehr hinterher.

00:06:39: Ich merke wie ich mir und an den Rand gerate.

00:06:41: ich wünsche mir so eine harte Hand.

00:06:43: jemand der sagt wo es lang geht Das fand ich unheimlich interessant psychologisch.

00:06:48: Und dann hab' ich auch die Waldbrände in LA erlebt.

00:06:51: Ich war evakuiert Habe die Feuer mit bloßem Auge gesehen ist mir klar geworden, was das bedeutet.

00:06:59: Wenn die Welt unsicher ist gerade die unmittelbare Umgebung, was es macht mit unserem Kontrollempfinden und ich habe während dieser Zeit unheimlich viel über die Psyche, über die Welt nachgedacht.

00:07:10: ja und Mir ist da nochmal so ganz klar geworden wie wichtig heutzutage psychologische Kompetenzen sind also dass wir Tools haben.

00:07:20: Wie wird diese mentale Belastung, die Reize?

00:07:24: Die Anforderungen der modernen Gesellschaft.

00:07:26: Das wird das abfedern, dass wir gut umgehen können mit dem was ist und auch mit dem, was noch kommen wird Denn KI wird es wahrscheinlich nochmal rasant verändern.

00:07:35: Und da war es ein ganz großes Anliegen dieses Buch zu schreiben, die Entwicklungen zu ordnen und vor allen Dingen auch Wege aufzuzeigen wie wir wieder handlungsfähig werden.

00:07:45: Handlungsfähig ist ein superwichtiges Wort im Zusammenhang mit deinem Buch, genauso wie Selbstwirksamkeit für mich auch eines der wichtigsten Worte überhaupt.

00:07:54: Der aktuellen Zeit weil wir Menschen ja so häufig uns der eigenen Selbstwirksamkeit überhaupt nicht bewusst sind.

00:08:01: ganz im Gegenteil.

00:08:03: ich kann doch beobachten dass in immer mehr Menschen sich ein starkes Gefühl von Ohnmacht ausbreitet.

00:08:09: Wie empfindest du das?

00:08:10: Ja, absolut.

00:08:11: Wir wissen das auch aus der Psychologie.

00:08:13: wenn Menschen über einen längeren Zeitraum das Gefühl haben dass was ich mache das bringt doch eh nichts Dann tritt ein Zustand ein den wir erlernte Hilflosigkeit.

00:08:23: also.

00:08:24: wenn du fünfzig Bewerbungen schickst Du hörst nie wieder irgendwas zurück.

00:08:27: Wenn du wie verrückt nach einem Kitaplatz für dein Kind suchst wenn du das Gefühl hast du kriegst kein neuen Job oder keinen Termin beim Arzt irgendwann hören wir dann auf, dann schicken wir nicht die sechsächste oder siebzigte Bewerbung.

00:08:40: Sondern wir machen einfach gar nichts mehr, wir resignieren.

00:08:43: das ist einmal individuell sehr schädlich weil es natürlich Stress auslöst.

00:08:47: Das können unserer Gesundheitsschaden.

00:08:50: aber auch gesellschaftlich ist das ein Problem.

00:08:52: denn wenn viele Menschen gleichzeitig resignieren sich zurückziehen Dann ja leidet die Gesellschaft auch weil Populisten laut werden und weil sich immer mehr Menschen sehen nach Stabilität, Beständigkeit.

00:09:07: und zum Beispiel auch die Anfälligkeit für Fake News.

00:09:09: Für Verschwörungsmythen.

00:09:11: Für Herzparolen steigt.

00:09:13: Mhm.

00:09:14: Du schreibst das wir ... Wir haben ja immer das Gefühl, wir haben noch nie so viel gearbeitet wie heute.

00:09:22: Und diese Stressbelastung war noch nie krass wie heute!

00:09:26: Aber

00:09:27: vor hundertfünfzig Jahren, so ist es in deinem Buch zu lesen haben wir zwischen sechzig und siebzig Stunden in der Woche gearbeitet.

00:09:34: Also heute sind's im besten Fall vierzig bei vielen Menschen sicherlich auch noch mehr als vierzig.

00:09:39: aber was war das für eine Zeit?

00:09:41: Als wir auf dem auf den Feldern waren oder oder irgendwo bei der Bahn gearbeitet haben.

00:09:46: ja aus heutiger Sicht eine unglaubliche harte zeit körperlich so hart dass wir uns gar nicht vorstellen können.

00:09:51: also die menschen Die mussten nicht nur körperlich hart schuften, es gab auch gar keine Arbeitsschutz.

00:09:57: Die waren auch konfrontiert mit unmittelbaren kriegerischen Auseinandersetzungen.

00:10:01: die erlebten Hunger entbehrung.

00:10:04: solchen medizinisch gab es kaum Versorgung und körperliche war das natürlich früher ungleich härter.

00:10:13: Heute ist dafür aber die mentale Belastung höher.

00:10:16: Also diese Reizflut, diese permanenten Erwartungen, dass wir den ganzen Tag vor so einem winzigen PC hocken und da digital mit anderen Menschen interagieren – das ist eine ganz andere Form des Arbeitens, die sehr weit weg ist von dem wo Menschen biologisch darauf ausgelegt sind.

00:10:33: Deswegen ist es umso wichtiger Mittel-und Wege zu finden wie wir das ausformulieren können damit wir da nicht sehr einseitig belastet sind und schließlich ausbrennen.

00:10:42: Wir ziehen uns so zurück in die Isolation auch gerne dann.

00:10:46: Das kann auch passieren, es gibt immer mehr Menschen, die sich einsam fühlen obwohl sie in der Großstadt leben.

00:10:52: das nennen wir auch Urban Loneless.

00:10:54: also Menschenleben Wand an Wand.

00:10:56: eigentlich sind überall Menschen aber man ist trotzdem alleine weil wir alle digital mit anderen interagieren und gar nicht mehr analog miteinander in Kontakt kommen.

00:11:06: Das wie so ein Brandbeschleuniger, dass man es natürlich noch mehr allein und ausgelieferter fühlt.

00:11:13: Ich möchte hier keine Verschwörungstheorien verbreiten aber wer sich mal mit der Strategie von Meta zum Beispiel beschäftigt hat oder auch YouTube oder dem ganzen Silicon Valley das ist natürlich genau darauf angelegt.

00:11:25: also die Herrschaften hätten ja gerne dass wir vierundzwanzig sieben vorm Rechner sitzen alles nur noch von zu Hause aus bestellen Und uns darin wohl und muckelig und sicher fühlen.

00:11:33: Aber es ist natürlich nicht unsere Natur, das was wir sind.

00:11:37: Social Media bedient aber genau diese Mechanismen.

00:11:42: Wir sind zum Beispiel so ... dass wir extrem auf kurze saliente Reize anspringen.

00:11:52: Das war wichtig für unsere Vorfahren, die mussten erkennen wenn's da im Gebisch raschelte oder eine vorherrote Frucht war, die vielleicht giftig war.

00:12:01: Und genau diese Symbole, also so sehr prägnante Reize sind natürlich bei Social Media.

00:12:07: Da haben wir sehr intensive emotionale direkt packende festelnde Realts.

00:12:13: Wir klicken uns da durch Und das hat ein unheimliches Abhängigkeitspotenzial.

00:12:19: Das zieht unsere Aufmerksamkeit in den Bann, da gibt es auch Studien zu.

00:12:23: Wenn Menschen arbeiten und neben ihnen das Smartphone liegt selbst wenn da nichts passiert, sinkt die Aufmerksamkeit weil wir die ganze Zeit mit einem Auge auf dieses Gerät schielen und gucken ob da irgendetwas passiert?

00:12:36: Ich habe nach deinem Buch versucht sehr selbstkritisch mal einzuschätzen wie oft ich am Tag auf mein Smartphone schaue ohne dass irgendein Reiz gesetzt wird, also ohne das ich eine Nachricht bekomme.

00:12:48: Sondern einfach nur randomweiliges Tour und ganz selbstkritisch würde ich sagen mindestens hundertmal.

00:12:56: Ja, das

00:12:57: kommt gut

00:12:57: hin!

00:12:58: Das sagen auch Studien, die Schätzung gehen auseinander.

00:13:01: einige Studien sagen es sind achtzig mal andere zweihundert Mal.

00:13:04: Menschen unterscheiden sich natürlich auch da drin.

00:13:07: was wir aber sicher wissen ist, dass Menschen das massiv unterschätzen.

00:13:10: Das ist ja wie so ein Reflex.

00:13:11: Wir hinterfragen es gar nicht mehr wenn wir irgendwie auf dem Weg zur Bushaltestelle sind.

00:13:16: Wie bekloppt drücken wir auf diesem Gerät rum?

00:13:19: Es ist schon fast wie eine

00:13:24: Sucht.

00:13:24: Ja

00:13:25: auch so ein erleichterungsding so reflexhaft.

00:13:27: Es ist einfach konditioniert in uns drin.

00:13:30: Wir bemerken gar nicht viel Zeit wieder verplämmen, die unnötig ist und unsere Kompetenz Ruhe stille auszuhalten.

00:13:39: Die geht natürlich auch verloren, weil wir uns permanent brise

00:13:41: lassen.

00:13:42: Ich möchte einen Teil aus deinem Buch vorlesen wenn ich darf was mich total ... Sehr gerne!

00:13:48: berührt hat.

00:13:48: Du schreibst, was eins dem Überlebendiente wird.

00:13:51: zur Belastung den Redaktionen – das geht um die Medien – gleichen Alarmzentralen.

00:13:56: Sie stehen unter Druck müssen Klicks erzeugen, Leser halten, Emotionen wecken.

00:14:01: Aufmerksamkeit entscheidet und nichts zieht sie so zuverlässig an wie Angst.

00:14:07: Darum füllen Eskalationen die Schlagzeilen.

00:14:10: nicht weil sie die Wirklichkeit exakt abbilden sondern weil sie sich verkaufen verdrängt die Zwischentöne.

00:14:18: Das Laute übertönt das Leise und das, was Hoffnung macht rückt an den

00:14:24: Rand.".

00:14:26: Ich finde es darf man gleich mal zurückspülen und sich noch einmal anhören weil das ist es ne?

00:14:32: Ja das sind verschiedene Mechanismen die da ineinander greifen.

00:14:36: Es ist so dass wir Menschen enorm auf negatives anspringen.

00:14:41: Auch das war evolutionär wichtig, man musste natürlich früh erkennen wo Gefahrenprobleme lauerten um sie aus dem Weg zu räumen und das eigene Überleben zu sichern.

00:14:50: Und sonst sind wir immer noch gestrickt.

00:14:51: bei Nachrichten ist es auch so negative Schlagzeilen verkaufen sich etwa fünf mal so gut wie positive weil wieder reflexhaft drauf anspring.

00:15:03: und dass natürlich auch mehr Erinnern.

00:15:05: und wenn wir jetzt permanent nur noch mit negativen News konfrontiert sind, gewinnen wir immer mehr den Eindruck.

00:15:11: Mit der Welt geht's den Bach hinunter die Zukunft ist schwarz und düster und unser Blick verfinstert sich so immer mehr.

00:15:21: das natürlich fatal weil es unsere unsere Überzeugung der Handlungsfähigkeit untergrebt.

00:15:28: also unser Zutrauen in uns selbst in andere und in die welt geht dadurch immer mehr verloren.

00:15:33: Und, muss man ja auch dazu sagen, stimmt gar nicht.

00:15:36: Denn wir haben noch nie sicherer und in mehr Wohlstand gelebt als das aktuell im Jahr die Fall ist.

00:15:45: Warum empfinden so viele Menschen das als das Gegenteil?

00:15:49: weil es in den Medien ganz anders gespiegelt wird und wir verwechseln das, was wir häufig sehen mit der Realität.

00:15:57: Wir gehen davon aus dass das was wir sehen die realen Proportion abbildet, was es natürlich nicht tut und diese Verzerrung ließ uns vielleicht in der Theorie bewusst aber es fühlt sich komplett anders an.

00:16:10: Ja ich habe mich damit auch Mit dem Weltfrieden so ein bisschen intensiver befasst für dieses Buch und das ist schon interessant.

00:16:17: In den letzten paar Jahren ist die Sicherheit global wieder abgesunken, aber wenn wir etwas raussoumen, ist es schon so dass wir heute oder vielleicht vor fünf Jahren sicher leben wie noch nie zuvor.

00:16:30: was auch interessant ist, ist dass die größten bewaffneten Konflikte an Orten stattfinden von denen man nie in den Medien liest was auch bizarr ist, weil wir hören ja immer von bestimmten Orten.

00:16:42: Ukraine, Israel, Gaza-Konflikt und so aber die großen Brandherde sind häufig ganz woanders.

00:16:51: Was auch spannend ist das sich gerade Katastrophen sehr gut bebildern lassen zum Beispiel bei einer Brandkatastrophe beim Amauklauf oder einem Krieg dass alles liefert Bilder, unmittelbar die sehr fesseln.

00:17:05: Aber so Dinge wie sinkende Kindersterblichkeit oder neue Erkenntnisse in der Krebsforschung das sind sehr abstrakte Dinge, die man sehr schwer bebildern kann.

00:17:15: dementsprechend sind sie medial natürlich weniger interessant.

00:17:19: Deswegen folge ich auf Instagram ist natürlich auch Dopamin aber ich folge dem Good News Movement.

00:17:24: Die verbreiten nur gute Nachrichten.

00:17:26: Das ist total nett also auch wo irgendwelche einzelnen Menschen ganz tollen ganz tolle Sachen machen und anderen helfen oder Organisationen an den Staat bringen.

00:17:38: Aber wie du sagst, es verkauft sich halt nicht gut!

00:17:41: Und ich bin davon zum Beispiel jetzt als Podcasterin betroffen auf YouTube.

00:17:46: Das auch hier geht an meine Community raus.

00:17:48: Weil wenn ich bei YouTube im Algorithmus wirklich irgendwie in Erscheinung treten will, also wenn der Algorithmus mir wohl gesonnen sein soll, dann müsste ich klick beten.

00:17:58: Also ich müsste einfach ... das ist ihr krasseses Interview.

00:18:02: oder jetzt in unserem Gespräch die gefährlichsten Brandherde sind woanders?

00:18:08: Also immer nur halt das Rausarbeiten, wo unser Gehirn sagt, Gefahr.

00:18:13: was ist das?

00:18:14: Ich muss es anschauen!

00:18:16: Und ich habe für mich aber entschieden, ich will das nicht.

00:18:18: Ich will da einfach nicht mitmachen, sondern ich will mich dann nicht dem Algorithmus unterwerfen, sondern vertraue darauf, dass die Community vielleicht langsamer, aber doch auch alleine wächst.

00:18:28: Aber so funktioniert es natürlich Klickbait und dann bringt es ja noch eine zweite Gefahr mit sich nämlich, dass wir in den letzten Jahren uns angewöhnt haben nur noch Schlagzeilen zu lesen um gar nicht mehr ganze Artikel.

00:18:40: Das ist auch schon ein Ding auf das wissen dass unsere Aufmerksamkeit immer weiterfragmentiert und sich Menschen immer schwerer am Stück auf eine Sache fokussieren können.

00:18:49: Da sprechen wir auch vom Popcorn Gehirn, sprich unsere Gedanken die ploppen permanent aus wie Maiskörner in einer heißen Pfanne ohne das sich daraus mal so eine kontinuierliche Gedankennlinie entfaltet.

00:19:03: Und das ist in gewisser Weise natürlich schon adaptiv, denn heute ist ja unser Alltag auch sehr fragmentiert.

00:19:09: Entsprechend muss ich mich auch flexibel immer wieder auf neue Impulse einstellen können.

00:19:13: Nichtsdestotrotz brauchen wir natürlich so eine gewisse Kontinuität um vielleicht auch mal Ideen zu entfalten, Dinge mitzugestalten und da längerfristig wirksam zu sein als Menschen.

00:19:28: Bereitet ihr das Sorge als Mensch und als Psychologin?

00:19:34: Ich sehe da schon Herausforderungen, aber ich finde es ist immer ganz wichtig auch zuversichtlich zu bleiben und sich überlegen was in der Herausforderung sind.

00:19:42: Wie gehen wir die an?

00:19:42: Was sind aber auch Chancen?

00:19:44: denn Es ist ja nicht alles schlecht.

00:19:46: durch die Digitalisierung etwa hat sich ja ganz vieles auch zum positiven entwickelt.

00:19:51: Ich glaube niemand von uns möchte in einer Welt ohne Internet oder Smartphone nehmen.

00:19:54: Wir brauchen aber zusätzlich Kompetenzen um diese ganzen Nebeneffekte Die wir meiner Meinung nach über Jahrzehnte unterschätzt haben um die aufzufangen.

00:20:04: Genauso mit KI, ich werde ganz häufig gefragt ob ich glaube dass die Menschheit jetzt daran zugrunde geht.

00:20:10: an KI und klar es ist eine immense Entwicklung und niemand weiß was die Zukunft bringen wird wenn das so weitergeht.

00:20:18: nichtsdestotrotz glaube ich das hat auch alles Chancen und Möglichkeiten und die dürfen wir auch ergreifen.

00:20:24: sollten wir nicht aus dem Blick von ihren neben all den gefahren

00:20:30: Dann lass uns doch mal den Blick auf die Ressourcen und auf die Zuversicht ein bisschen legen, weil im Grunde genommen das was wir zwei jetzt hier besprechen.

00:20:38: Wir wissen das ja alles!

00:20:40: Wir wissen ja dass das Smartphone uns nicht gut tut und wir wissen dass unser Gehirn dopaminsüchtig ist.

00:20:46: und wie wissen da...wir wissen das alles?

00:20:48: Und trotzdem ist es so so schwer da den Ausstieg zu finden.

00:20:53: Ist es so schwer aus der Sucht rauszukommen mangelt es am Bewusstsein.

00:20:56: woran liegt

00:20:57: das?!

00:20:58: Wir müssen natürlich Gewohnheitstiere, und wenn wir das gewohnt sind den ganzen Tag auf unserem Smartphone herumzutippen.

00:21:04: Dann ist es schwer diese Gewohnheitssicht wieder abzutrainieren.

00:21:09: Und dann ist es so dass wir heutzutage natürlich auch sehr gestresst sind und je gestrester Menschen sind desto schwerer fällt es ihnen sich selbst zu regulieren zu steuern unter ihr Verhalten ganz bewusst in eine bestimmte Richtung zu lenken.

00:21:22: deswegen ganz wichtig immer wieder kleine Pausen machen im Alltag.

00:21:26: Es müssen jetzt keine riesigen Wellness-Wochenenden sein, häufig reicht es schon einige Male am Tag bewusst innezuhalten sich zu fragen wie geht's mir eigentlich?

00:21:34: Man kann da mal langsam ein und noch lang immer wieder ausatmen.

00:21:39: Sich dann immer zu fragen Wie bin ich denn eigentlich gerade hier?

00:21:42: Und sich dann so ganz kleine Ziele zu setzen?

00:21:45: Also du musst ja nicht vornehmen, ab jetzt bin ich gar nicht mehr bei Social Media.

00:21:49: Aber du kannst ja zum Beispiel mal vornehmen am Abend ab zehn da lege ich mein Handy in die Ecke und versuche mal wenn ich ins Bett gehe eine Seite an meinem Buch zu lesen anstatt weiter bei Instagram herumzudatteln.

00:22:00: also so ganz kleine realistische Schritte dürfen wir uns vornehmen.

00:22:05: das zeigt auch die Forschung.

00:22:07: je kleiner und realistischer wir starten mit unseren Vorsätzen desto wahrscheinlicher ist es dass wir die erfolgreich umsetzen.

00:22:15: Hast du Dopamin Nation gelesen von Anna Lemke zufällig?

00:22:18: Nee, das habe ich nicht gelesen.

00:22:20: Von gehört mal?

00:22:21: Ja!

00:22:22: Wie ist Stanford-Professorin die ja ein ganzes Buch über Dopamin geschrieben hat und damit auch in Amerika einen absoluten Bestseller?

00:22:28: also war New York Bestsella Liste auf Platz eins und ich glaube in Deutschland noch gar nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen In deinen ganz eigenen Worten, weil unser Hirnstoffwechsel, unsere Biochemie spielt ja in dieser ganzen Problematik einfach eine enorme Rolle.

00:22:46: Kannst du noch mal in deinen ganz persönlichen Worten erklären was da eigentlich im Gehirn los ist?

00:22:51: Gerade bei Social Media ist es so dass wir immer wieder so ganz kleine Dopaminkicks erleben mit jedem Like jeder Nachricht, jedem interessanten Video.

00:23:00: das wird erhaschen und das ist wie ein Mini-Belohnungsimpuls Schüttendopamin aus und das gibt uns einen ganz kleinen Kick.

00:23:08: Wir wollen immer mehr davon, also der kickt ja flach relativ schnell wieder ab.

00:23:12: wir verbringen dann immer mehr zeit da drin und so addieren sich die stunden auf und am ende fühlen wir uns nicht erfüllt sondern leer.

00:23:22: dieser suchtmechanismus der dahinter steckt der ist einfach wahnsinnig schwer zu durchbrechen weil wir menschen einfach darauf ausgelegt sind dass wir immer nach Belohnung dieser unmittelbaren Befriedigung streben.

00:23:36: Und wenn wir natürlich im Alltag gestresst sind mit all diesen Reizen, Erwartungen, To-do's, Horrornachrichten ... Ja, da möchte man natürlich, dass es einem gut geht und nichts liegt näher als mal kurz zu checken bei Social Media oder so ein bisschen Dopamin auszuschütten?

00:23:50: Mhm!

00:23:51: Ich beobachte da gerade, ich weiß nicht ob du drin bist in der Thematik.

00:23:54: Aber vielleicht jetzt mal ganz unfachlich einfach deine Meinung als Mensch?

00:23:58: Ich beabachte grade bei mir was ganz Interessantes.

00:24:00: Ich muss dazu sagen, ich bin nur bei Instagram.

00:24:02: Ich bin nicht bei TikTok oder Facebook und so.

00:24:06: Aber ich hab natürlich auch meine Dopaminduschen vor allem durch Tiervideos, Huskies und Waschbären und so.

00:24:13: das macht mich sehr glücklich!

00:24:15: Und ich stelle aber fest ... Das find' ich ein ganz interessanten Trend weil ich auch die Kommentare der anderen Menschen unter den Videos lese, durch diese Flut an KI-generierten Videos, die gerade bei Instagram sich vollzieht.

00:24:29: Also dass du im Grunde genommen ja gar nicht mehr differenzieren kannst was ist denn hier eigentlich ein echtes Video und was es hier KI generiert?

00:24:37: Verliere Ich Die Lust An Den Videos, Die Mir früher Spaß gemacht Haben?

00:24:42: Weil Da geht für mich was verloren und die Konsequenz ist, dass ich immer weniger bei Instagram bin.

00:24:50: Weil mich diese KI-Videos so nerven.

00:24:53: Und ich lese die Kommentare von den Menschen und scheine damit nicht alleine zu sein!

00:24:57: Und da hab' ich kurz mal so drüber reflektiert ob die KI sich an der Stelle nicht irgendwie selbst abschafft?

00:25:02: Wie empfindest du

00:25:03: das?!

00:25:04: Ja, ich habe da auch schon viel darüber nachgedacht... ...und ich frage mich, ob das auch ein Gegenpol sein oder werden könnte zur Selbstoptimierung Weil wir Menschen ja sehr nach Perfektion streben, nach dem perfekten Körper.

00:25:18: Aber wenn das jetzt alles auch durch PI-generierte Inhalte sehr leicht, sehr perfekt ist, also am Computer generierte Körper oder auch perfekt geschliffene Texte steigt total der Wert von markelhaften Inhalten vom Körper an die eben authentisch und nicht perfekt sind.

00:25:37: Und ich frage mich ob es nicht eine Chance ist dass das menschliche was natürlich nie frei von Fehlern ist, dass das wieder so ein bisschen in den Fokus rückt.

00:25:47: Das glaube ich ehrlich gesagt auch!

00:25:49: Weil ich habe so das Gefühl wenn ich diese DKI-Generier in Sachen sehe, dass es wie als würde ich so einen Manga Comic sehen.

00:25:56: also da ist gar kein Leben mehr drin und gar keine Lebendigkeit und gar nichts echtes.

00:26:01: Und man wird auch im wahrsten Sinne des Wortes enttäuscht.

00:26:08: Es gibt einen Account zum Beispiel, das glaube ich eine Amerikanerin Die fragt nur in ihren Videos, is it AI or not?

00:26:16: So und dann macht sie immer so drei kleine Clips.

00:26:18: Und dann sollen die Leute raten ob es AI ist, also KI oder nicht.

00:26:22: Da sind so krasse Videos dabei von ganz flauschigen Goldenred Revers, die dann in den Schneeberg springen.

00:26:31: Das ist aber KI generiert!

00:26:34: in einem richtig was zusammen und das meine ich.

00:26:36: Und dann ist bei mir der Effekt, wisst ihr was blass wie mein Schuh auf?

00:26:39: Da hab' ich keinen Bock drauf.

00:26:40: harschen kann ich mich alleine!

00:26:43: Es wäre doch vielleicht ganz schön, wenn es noch mehr Menschen so empfinden würden.

00:26:46: Ja, das hoffe ich auch.

00:26:48: Gut, ich glaub die Hauptgefahr ist natürlich auch Menschen gibt, die das nicht so gut differenzieren können, sodass natürlich auch Fake News und immer mehr in den Fokus rücken.

00:26:57: Wir brauchen immer mehr diese Fähigkeit zu differenzieren, kritisch zu hinterfragen.

00:27:01: kann das so sein wie der man das gerade erzählt oder wie das auf dem Video erscheint?

00:27:06: Und diese Fährigkeit wird ja immer ... komplexer, die wir da brauchen und kann wahrscheinlich viele Menschen auch überfordern.

00:27:13: Deswegen denke ich sollte man das schon ganz früh fördern, auch in der Schule oder schon in der Kita dass Menschen lernen kritisch zu hinterdenken.

00:27:22: Das Menschen lernen Dinge kritische zu hinterfragen nicht fürbare Münze zu nehmen was sie da sehen.

00:27:28: Na ja, wir müssen das hier auch.

00:27:30: Also man ist immer so geneigt, finde ich, es nur an der Bildung aufzuhängen und da ist sicherlich nicht falsch.

00:27:37: Und dennoch hatten wir vor ein paar Wochen den Fall im ZDF wo in heute Journal von etablierten Journalisten einen Beitrag läuft, indem Fake News verbreitet werden muss jetzt mal runterzuberechen.

00:27:49: Das ist schon einfach eine schwierige Zeit, ne?

00:27:52: Ist einfach sehr komplex!

00:27:54: Es ist zum ersten Mal in der Geschichte, dass eine Maschine etwas übernimmt was eigentlich über Jahrtausende als genuin Menschlichkeit.

00:28:03: Nämlich die Fähigkeit zu denken und künstliche Intelligenz ist ja etwas das den Kern unserer menschlichen Identität berührt weil es ja immer hieß seit Jahrtaussenden.

00:28:15: diese Fähigkeiten zum kritischen Denken ist etwas was den Menschen vom Tier unterscheidet.

00:28:19: es ist etwas Ur-Menschliches unter das jetzt eine Maschine übernimmend macht.

00:28:24: ganz viel mit unserem Selbstverständnis.

00:28:28: Wenn ich mir meinen Husky anschaue, weiß ich nicht, ob der in der Lage ist, kritisch zu denken.

00:28:33: Zumindest wenn es um die Fütterung geht ... Du schreibst an einer Stelle einen schönen Satz.

00:28:42: Wie meinst du das?

00:28:44: Herr, wir brauchen immer das Gefühl Einfluss nehmen zu können.

00:28:47: und sehr schön illustriert dass eine Anekdote die sich zugespielt hat am Flughafen Houston.

00:28:54: Und zwar beschwerten sich da die Passagiere, dass die Wartezeit am Gepäckband zu lang sei.

00:29:00: Also tat man alles um die Wartezeit zu reduzieren, man optimierte die Abläufe aber die Beschwerden blieben.

00:29:08: Ergo schaute mal nochmal genauer hin am Geld rauskam und dann direkt das Gepäckband da war, sprich sie mussten dann regungslos warten.

00:29:21: Sieben Minuten lang.

00:29:23: Was tat man also?

00:29:24: Man verlängerte den Gehweg vom Geld zum Gepack dann so dass die Leute nun sechs Minuten liefen anstatt ewig regungslose dazustehen Und sie da die Beschwerden verschwanden.

00:29:39: Warum?

00:29:40: Weil wir Menschen dieses Gefühl von Kontrolle brauchen, dass wir Dinge mitsteuern und mit Lenken bewegen können.

00:29:47: Und wenn wir in Bewegung sind, selbst steuern gefühlt mitgestalten können, fühlt sich das viel besser an.

00:29:54: Anderenfalls fühlen wir uns sehr schnell hilflos ausgeliefert.

00:29:59: Flippen wir deswegen so aus wie im Stau stehen?

00:30:01: Ja!

00:30:02: Das ist auch ein ganz wesentlicher Grund weil ich bin da ja völlig ... Unmächtig ausgeliefert und zum Stillstand verdammt.

00:30:12: Ich kann mich innerlich noch so aufregen, es tut sich nichts und das ist für viele Menschen im Entstress.

00:30:17: Was können wir tun in solchen Momenten?

00:30:21: Um damit zu lernen.

00:30:22: Wir wollen ja auch da immer wieder die Erinnerung in diesem Podcast.

00:30:26: Es geht darum, etwas Neues zu lernen und es nicht einfach über Nachts zu verändern weil Repetition ist key.

00:30:32: wir müssen die Dinge auch einfach wiederholen damit sie uns in Fleisch und Blut übergehen.

00:30:37: aber wie können wir das üben zum Beispiel?

00:30:39: In so einer Situation wenn wir im Stau stehen?

00:30:41: abgesehen davon ist nervt total im Staub zu stehen Aber vielleicht kann man hier ein bisschen anders damit umgehen.

00:30:46: Im Kern steht immer die radikale Akzeptanz, denn ich kann die Situation ja nicht verändern.

00:30:50: Ich muss sie akzeptieren und ich kann versuchen das dann zum Beispiel als erzwungene Erholungszeit zu nutzen.

00:30:58: Ich kann tief ein- und wieder ausatmen um mich so ein bisschen runterzubringen.

00:31:04: Und versuchen mir zu sagen, ich kann es zwar gerade nicht ändern aber ich versuche das allerbeste

00:31:08: darauszumachen.".

00:31:10: Radikaler Akzeptant Wie ist das wunderbare Bibel-Sitant?

00:31:14: Her geht mir die Kraft, die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann.

00:31:19: Man wusste es scheinbar schon vor zweitausend Jahren wie's geht.

00:31:23: Das sagt auch die moderne Psychologie.

00:31:25: Häufig versuchen wir negative Gefühle wegzudrücken oder auch Situationen.

00:31:31: Wir regen uns ewig darüber auf.

00:31:32: Wir gehen innerlich dagegen an und genau das macht diese ... macht das Stressempfinden die Gefühle noch stärker.

00:31:40: Das ist wie so ein Wasserball, den du versuchst mit aller Kraft unter die Wasseroberfläche zu drücken.

00:31:45: Es gelingt aber nicht!

00:31:46: Du wirst da ganz viel Energie rein investieren ohne dass du zum Ziel kommst.

00:31:51: und wenn wir Dinge akzeptieren z.B.

00:31:54: akzeptiert, dass wir heute einen miesen Tag haben schlecht drauf sind und sagen okay das darf so sein ich nehme jetzt einfach mal an dann ist dieser Widerstand viel geringer und häufig geht das Gefühl davon schon oder wird es deutlich schwächer?

00:32:08: Dafür danke ich dir sehr.

00:32:09: Auch für das Bild mit dem Ball, dass ist total schön diesen Ball unter Wasser zu drücken weil alles was wir bekämpfen wird stärker und alles den wir uns widersetzen findet seinen Weg.

00:32:23: also wir können diesen Kampf den können wir einfach nicht gewinnen.

00:32:28: Und ich frag euch, arbeit ihr auch mit Menschen?

00:32:30: Wenn es zum Beispiel um das Thema Angst geht und die haben Angst vor irgendwas.

00:32:34: Oft ist es Existenzangst oder Job verlieren.

00:32:36: Oder ich lebe dann unter einer Brücke ... Und natürlich kann man eine Emotion wie der Angst nicht mit einer rationalen Lösung begegnen.

00:32:47: Natürlich müssen sie auch, dass das irrationale ist und Sie wahrscheinlich nicht unter der Brücke leben werden.

00:32:52: Aber trotzdem ist ja die Angst da!

00:32:53: Und eine Frage, die häufig dann viel verändert ist.

00:32:56: Wäre es okay, dass die Angst da ist?

00:32:58: Ja und das ist der Schlüssel.

00:33:00: wir können auch handeln mit Angst.

00:33:02: Wir können auch Dinge tun mit Angst und dieses permanent dagegen angehen und das verteufeln macht es nur stärker.

00:33:08: Ein anderes Beispiel ist auch dieses Positivity Movement.

00:33:13: wenn ich versuche immer gut drauf zu sehen und die Dinge positiv zu sehen.

00:33:16: Das kann immensen Druck erzeugen und dazu führen, Wenn ich garantiert nicht besser drauf sei, sah er mich noch schlechter fühlen und kam dann wie in so ein Teufelskreis auf.

00:33:30: Deutlich hilfreicher ist es in solchen Situationen sich selbst mitgefühlt entgegenzubringen.

00:33:36: Dass ich mir sage, Mensch, ich hatte heute einen schlechten Tag und bin mies drauf!

00:33:41: Aber das darf jetzt gerade so sein und ich schaue mal, was kann ich mir denn kleines Gutes tun?

00:33:45: Dass es mir wieder ein bisschen besser geht.

00:33:47: Also sich selbst etwas liebevoller behandeln wie man das auch machen würde mit einem guten Freund, einer guten Freundin.

00:33:54: Denn so ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher dass es uns dann auch wieder besser geht.

00:33:58: Ja

00:33:59: Positiv Movement!

00:34:00: Das ist wirklich meine absolute Red Flag Nummer eins hier neulich auf eine Veranstaltung ohne jetzt den Namen zu sagen, wo eine sehr bekannte Person auf der Bühne davon erzählte.

00:34:12: Wenn sie morgens aufsteht und dann merkt ihr ja, sie ist irgendwie schlecht drauf oder sie hat Angst oder sie ist traurig oder was auch immer ... Und dann tanzt sie!

00:34:20: Und danach geht's ihnen besser.

00:34:21: Dann denk ich so okay.

00:34:24: also Tanzen hilft mir oft aber wäre es nicht auch in Ordnung einfach mal einen Tag lang schlecht drauf zu sein?

00:34:30: Ja

00:34:31: anstatt das wegzutanzen?

00:34:34: Ja, beides.

00:34:35: Das Pflanzen kann natürlich ne Nebel sein gerade durch Bewegung.

00:34:39: Durch positive Musik kommen wir ja auch wieder in die positive Schiene und es hilft ja sich zu überlegen was kann ich denn tun damit ich aus meinem Loch herauskomme?

00:34:47: Ich muss das jetzt nicht zelebrieren aus denen aber beides kann ja gleichzeitig da sein.

00:34:53: also ich kann ja das Gefühl erstmal akzeptieren und sagen dass darf so sein ich verurteile mich nicht dafür und gleichzeitig überlegen Was tue ich mir dann jetzt gut ist damit es mir besser geht.

00:35:06: Sprechen wir mal über Burnout und die Kombination Stress.

00:35:11: Also auch da ist in deinem Buch zu lesen, die WHO dir glaube ich davon ausgeht dass wir bis zum Jahr zwei tausend achtundzwanzig haben die Depression Die üblichen Volkskrankheiten abgelöst und Stress.

00:35:24: es wird auch eingeordnet als mit als das höchste gesundheitliche Risiko für uns Menschen.

00:35:30: Und beim Burnout hab ich nach wie vor so ein bisschen das Gefühl, dass immer noch viele Menschen denken, das betrifft nur die anderen, das kann mir nicht passieren.

00:35:40: Trotzdem hat sich da was im Bewusstsein verändert in deiner Wahrnehmung in den letzten Jahren?

00:35:44: Also verstehen immer mehr Menschen, dass es tatsächlich jeden erwischen kann auch eine ganz ... In Anführungsstrichen normale Depressionen mittelschwer oder sogar schwer.

00:35:56: Ja, ich würde sagen da hat sich immens viel getan in den letzten Jahren.

00:35:59: Mental Health ist ja so aus dieser Softskill-Ecke was man gerne mal belächelt hat ausgekommen und zu einem riesen Thema geworden.

00:36:08: gesellschaftlich Nichtsdestotrotz liegt immer noch ein langer Weg vor uns noch ganz viel was wir tun können Und viele so gesellschaftliche Normen und Ideale wie das brechen dem ja auch oft.

00:36:21: Also wir leben ja in einer immensen Leistungsgesellschaft und gerade der Burnout, der illustriert das sehr gut.

00:36:28: Denn in Fachkreisen diskutiert man viel ist das jetzt eigentlich eine eigenständige Diagnose oder ist es vielleicht auch nur eine Subform der Depression?

00:36:36: Aber der Burn-Out ist ja viel sanonfähiger weil er so ausdrückt ich habe alles gegeben Ich hab mich aufgeopfert bis aufs Letzte für die Gesellschaft, für die anderen um Leistung zu bringen.

00:36:46: Das passt total gut in dieses Narrativ der Leistungsgesellschaft, wohin gegen eine Depression?

00:36:52: das ist gerne mal so ein bisschen achterlässig gehen und sollte sich doch ein bisschen mehr zusammenreißen.

00:36:56: also da sieht man sehr viel wie so normative Ideale von Leistungen und funktionieren müssen wie die häufig so Clash'n uns auch ein bisschen darin behindern zu schauen.

00:37:08: was tut mir denn gut

00:37:11: Wenn du als Diplompsychologin und als Professorin an der Privatuniversität, an der du bist.

00:37:18: Noch mal, ich will hier nicht Politiker baschen.

00:37:22: Aber über Herrn Merz muss ich sagen habe mich sehr geärgert vor ein paar Monaten und der hat ja auch ordentlich Gegenwind erfahren als es darum ging.

00:37:27: Es kann ja nicht sein dass wir alle zwei Wochen krankgeschrieben sind Und wenn wir die Wirtschaft retten wollen dann müssen wir alle noch mehr arbeiten.

00:37:33: Steckt er da so ein bisschen in den achtziger?

00:37:35: also ist das sowas?

00:37:36: macht das mit dir denn als Psychologe?

00:37:38: Wenn du dich mit so viel mentaler gesundheit beschäftigst?

00:37:40: bei mich macht das schon wütend.

00:37:44: Ja, ich finde, da sind verschiedene Dinge drin.

00:37:46: Solche Aussagen sind problematisch, weil sie vor allem sehr pauschal sind und damit Menschen Unrecht tun, die einfach ganz viel tun, immens viel leisten aber dann vielleicht auch in eine Situation kommen, die sich selbst gar nicht so verschuldet haben usw.

00:38:06: Und gleichzeitig ... finde ich, dass wir manchmal auch eine etwas komische Haltung zu Arbeit haben.

00:38:14: Dass Arbeit als etwas sehr Negatives betrachtet wird generell.

00:38:21: So wie ... Ja es ist irgendwie so ne Last und man möchte versuchen, dass man ganz viel Freizeit und Work-Life Balance hat.

00:38:28: Arbeit kann ja auch etwas sehr Schönes und sehr Sinnstiften sein Und da würde ich mir manchmal so ein gesellschaftliches Umdenken wünschen, das wir mehr diesen Sinnstiftenden selbst Selbstverwirklichungs- und Erfüllungsaspekt wieder betrachten.

00:38:45: Weil Arbeit kann ja sehr viel mehr sein als einfach nur die Last, also es kommt natürlich auch auf den Job an.

00:38:51: Es gibt auch Jobs, die sind einfach sehr, sehr fordern und wenig sinnstiften gerade wo Menschen wenig Handlungsräume haben.

00:38:58: das wissen wir auch.

00:39:00: Also eine Führungskraft, die ganz viel mitgestalten und lenken kann hat Handlungsspielraum.

00:39:06: Das ist ein immenser Puffer gegen Stress.

00:39:09: aber jemand der prekär der kaum Geld dafür bekommt, der darauf angewiesen ist.

00:39:14: Weil er am Hungertuch nagt, hat kaum Handlungsspielräume.

00:39:17: und gerade das ist wahnsinnig stressig für Menschen.

00:39:20: Das dürfen wir nicht vergessen, wenn es uns sehr gut geht.

00:39:24: Aber hat das nicht auch ein bisschen mit der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit zu tun?

00:39:30: Also ich werd jetzt dieses Jahr dreiundfünfzig im November und war lange in Festanstellung.

00:39:38: geht mein Arbeitsleben erst jetzt richtig los, ehrlich gesagt.

00:39:41: Weil ich eben in diesem sinnstiftenden Arbeiten bin, weil ich die Stabilität habe und auch mittlerweile das Vertrauen, dass schon alles gut werden wird, dass ich halt fleißig bin aber da sich nicht mehr alles kontrollieren muss so also auch ein bisschen dem Leben zu vertrauen und auch meinen eigenen Fähigkeiten vertrauen, dass ich schon hier irgendwie durchkomme und dass ich Lösungen finde, weil ich habe ja die letzten fünfzig Jahre auch ganz gute Lösungen gefunden.

00:40:09: Und ich beobachte aber auch bei Menschen, die jetzt sage ich mal in so einer klassischen Festanstellung sind, also vielleicht in IT oder im technischen Berufen ... Die arbeiten richtig auf die Rente hin!

00:40:25: Ja... Also da ist so ein Riesenunterschied.

00:40:31: Ich glaube, ich gehe nie in Rente.

00:40:33: Ich hoffe, ich kann das noch machen bis ich achtzig bin!

00:40:37: Also, Schrecht, da sind wir ja eigentlich auch eingeladen als Menschen uns zu entfalten und herauszufinden was uns denn auf Freude macht?

00:40:44: Was sind ja nach dreißig Jahre im besten Fall?

00:40:47: Weißt du, ich meine...

00:40:48: Ja, das ist genau der Punkt und er ist aber verdammt schwer in unserer Welt weil wir ganz viele so gesellschaftliche Normen und Ideale haben die sehr stark sind.

00:40:56: durch Social Media bekommen ja permanent in den Medien vorgelebt, wie ein perfektes Leben auszusehen hat.

00:41:04: Perfekte Körper, perfekte Karrieren, Menschen die Dinge leisten, die in perfekten Wohnungen leben und so weiter.

00:41:12: Und je mehr wir das sehen, desto schwerer fällt es uns häufig um zu überlegen was ist mir denn wirklich wichtig?

00:41:19: Ob wir übernehmen dann diese diese externen Norm ohne zu unterfragen ist das denn mein Weg?

00:41:25: würde mich das wirklich glücklich machen und erfüllen.

00:41:28: Und das betrifft vor allen Dingen junge Menschen, weil gerade als junge Menschen man kennt sich selbst noch nicht so gut, man hat auch weniger Erfahrung, man möchte natürlich dazugehören.

00:41:36: dann möchte ich auch beweisen, man will neben aufbauen was irgendwie funktioniert und es dann sehr bestrebt diesen Idealen die man den ganzen Tag vorgelebt bekommt denen auch zu entsprechen.

00:41:48: und da kann es sein dass man sich sehr stark von dem entfernt auch was einen sonst erfüllen würde.

00:41:54: Und häufig ist es so, dass Menschen im Laufe ihres Lebens durch Erfahrungen aber auch durch zunehmende Selbsterkennung mehr ein Feeling dafür bekommen wer bin ich denn und wer bin Ich vor allen Dingen nicht?

00:42:05: und sich dann mehr auf das fokussieren Was sie selbst erfüllt und dann auch diese Erfüllung finden können zum Beispiel im Job

00:42:13: was ja auch wieder in vielen Druck auslöst.

00:42:16: In der psychospirituellen Szene sprechen alle über den berühmten Purpose, du musst ein Purpose finden, Purpose-Purpose.

00:42:22: Fünfeinzig Prozent der Menschen inklusive mir – ich wusste auch lange nicht, was es war!

00:42:26: Es hat mich so krass unter Druck gesetzt, weil ich dachte, was soll denn das sein dieser Purpose?

00:42:33: Glaubst du, dass wir trotzdem auch für sowas mal in die Kindheit zurückreisen dürfen und herausfinden?

00:42:39: Was hat uns denn wirklich Freude gemacht oder wovon haben wir geträumt.

00:42:42: Oder was hat unser Herz erfüllt?

00:42:44: bei was haben wir besonders viel Freude empfunden?

00:42:47: also wie kann man sich da selber ein bisschen besser kennenlernen sich auf die Schliche kommen?

00:42:51: Ja, gerade das ist ein immens guter Ansatz.

00:42:53: Denn hier geht es im Alltag so, dass die lange kein Gefühl mehr hatten von Erfüllung oder Purpose.

00:42:58: Die funktionieren über einen langen Zeitraum.

00:43:00: Da war nichts mehr was ihnen wirklich Freude bereitet hat.

00:43:03: und wenn man die dann fragt ja was macht ihr denn eigentlich wirklich freud in deinem Alltag?

00:43:06: Dann sagen sie ja eigentlich gar nix kann ich dir nicht beantworten.

00:43:09: Und grade dann hilft es mal zurück zu gehen.

00:43:12: Als ich noch Kind war oder Jugendliche gab es Phasen in meinem Leben wo ich etwas wirklich gerne gemacht habe Wo ich so richtig drin aufgegangen bin Zeit und Welt vergessen habe.

00:43:24: Und sagt das vielleicht etwas über meine Interessen, meine Kompetenzen aus?

00:43:28: Gibt es die Möglichkeit, dass ich mir mehr von diesen Dingen in meinen Alltag hole?

00:43:32: Total schön!

00:43:34: Wie empfindest du denn die Studenten bei euch?

00:43:36: Ist das eine Privatuniversität?

00:43:38: Wie muss ich mir das vorstellen?

00:43:39: Die sind Potsdam?

00:43:40: Wer studiert da?

00:43:41: oder wer ist der?

00:43:42: Es gibt ja immer dieses Klischee Rich Kids, die ich weiß nicht alles von ihren Eltern bekommen und sich dann da ausbreiten.

00:43:52: Wir haben ganz normale Studierende durch ein ganz breites gesellschaftliches Spektrum auch viele, die sich das selbst finanzieren dieses Studium und da auch sehr drin sind.

00:44:05: Viele wollen auch sehr das studieren weil sie ja auch Geld bei uns dafür und sich ganz bewusst dafür entschieden haben, ich möchte dieses Studium machen.

00:44:17: Und das dann auch mit einer unheimlichen Hingabe durchziehen?

00:44:20: Ist es wie die Uni wird ein Herrlikedamm vom Prinzip her oder...?

00:44:23: Genau so ähnlich.

00:44:23: Es gibt da immer mehr so Privatunis.

00:44:27: Die ja einen total guten Ruf haben, ne?

00:44:28: Also...

00:44:30: Genau!

00:44:31: Ja, ja.

00:44:32: Das heißt, wir heißen der Studiengang Differenzielle und Persönlichkeitsentwicklung.

00:44:37: was ist denn differenzielle Psychologie?

00:44:40: Der Studiengang ist Psychologie.

00:44:43: Differenzäle und Persönlichkeitspsychologie beziehen sich beide auf die Persönlichkeit von Menschen, also Persönigkeit meint wie sich Menschen in ihrem Denken fühlen und Verhalten voneinander unterscheiden.

00:44:54: Und bei der differenziellen Psychologie schauen wir vor allen Dingen auf die Unterschiede

00:44:59: z.B.,

00:44:59: inwiefern unterscheinen sich Menschen darin, wie extravertiert aus sich herausgehend sie sind?

00:45:05: Bei der Persönlicherpsychologie betrachten wir eher eine einzelne Person in der Vielfalt all ihrer Persönlichkeits-Fassetten.

00:45:13: Wie ist denn diese Person als Gesamtpersönlichkeit?

00:45:16: In der Praxis sind das aber sehr fließende Grenzen, ich sag auch häufig nur, ich bin Professorin für Persönliches Psychologie weil ich selten jemanden getroffen habe, der mit diesem sperrigen Begriff differenzielle Psychologie irgendetwas anfangen konnte.

00:45:30: Und wie nimmst du die Studentinnen und Studenten wahr?

00:45:32: Bringt dich schon viel mit an Wissen und an Neugier.

00:45:36: Das ist ja komplett anders wahrscheinlich als in den Achtzigern noch.

00:45:40: Ja, es gibt natürlich welche, die sich vorhin auch nicht so damit befasst haben aber auch viele, die schon immer darauf hin gefiebert haben Psychologie zu studieren das vielleicht auch schon als Fach an der Schule hatten und sich da viel belesen haben.

00:45:54: Es gibt sehr viele Zeitriften sowie Psychologie.

00:45:57: heute gehören Und geiles Spektrum der Wissenschaften wo man sicher auch am Kiosk sehr schön Hefte holen kann um schon mal reinzuschnuppern Und das machen natürlich Menschen, die da studieren möchten häufiger.

00:46:09: Ich hab das Ruhe auch gemacht, ich hab als Schülerin total diese Magazine verschlungen und fand es immer ganz spannend und war dann umso mehr on fire als es darum ging, wissenschaftlich so ein bisschen systematischer zu beleuchten.

00:46:25: Würdest du sagen, es gibt etwas Interessanteres als die Psyche eines Menschen?

00:46:30: Für mich nicht.

00:46:31: Das muss wahrscheinlich jeder Mensch ... Hat ja unterschiedliche Interessen, aber ich finde das unheimlich spannend.

00:46:38: Ich habe mir schon als kleines Kind Gedanken darüber gemacht, warum sich Menschen so verhalten wie sie sich verhalten?

00:46:48: Es gab ein Kind bei uns in der Kindergartengruppe, die hat immer andere gehauen und war halt so ein bisschen auffällig, sage ich mal.

00:46:54: Und das hat mich damals nicht losgelassen, warum die das jetzt eigentlich macht oder auch an der Schule.

00:47:03: Furchtbar.

00:47:03: Ich wurde dann immer so zwangstzugeteilt in der ... Als Letzte, weil man die Mannschaftsgruppen gewählt hat

00:47:10: und hab

00:47:10: mich da ... Ja genau.

00:47:12: Ich hab mich mal gefragt, wie fühlt sich das an?

00:47:15: Wenn man leicht fühlt über den Bock springt und total dynamisch ist versus jemand, der eher so ... ja ich mochte halt Mathe.

00:47:27: Und fand auch schon spannend, warum Menschen unterschiedliche Interessen haben wenn jemand was mit einem geringen oder hohen Interesse tut.

00:47:38: Also, das finde ich total faszinierend, diese Unterschiede.

00:47:41: So witzig!

00:47:42: Da haben wir tatsächlich eine Parallele im Leben gerade, was das Thema Sport in der Schule angeht.

00:47:47: Weil auch ich bin sehr groß... Ich war immer schon eher ein breites Schulter und ich bin einfach ein großer Mensch so.

00:47:53: Und ich habe in der Grundschule immer total gestaunt und hab mir genau dieselbe Frage gestellt wie ist es wohl?

00:47:59: Damals gab's noch monisjugendspiele.

00:48:01: wirklich eine so schlimme Veranstaltung war für Kinder.

00:48:05: Für mich extrem beschämend und ich hab mir dann immer die Frage gestellt, wie ist das?

00:48:09: Wenn man so einen senigen ganz leichten Körper hat und einfach vier Meter achtzig weit springen kann während ich wie ein Sack bei zwei Nitern dreißig so einfach runtergeplumpst bin um mich natürlich schrecklich gefühlt habe mir aber gleichzeitig die Frage gestellt haben Wie ist es wohl auf der anderen Seite des Spektrums?

00:48:27: Ja

00:48:27: das finde ich halt faszinierend.

00:48:30: also Ich habe auch einen sehr diversen Freundeskreis.

00:48:33: Ich finde es einfach total spannend Menschen zu erleben, natürlich gerade die anders als ich sind und mir dann auch zu überlegen wie erleben sie denn die Welt?

00:48:45: Und dass ist sowas was mich mein Leben lang nicht losgelassen hat und wahrscheinlich auch so schnell nicht loslassen wird.

00:48:53: Liebe Eva, was kann jeder von den Menschen die uns jetzt in der letzten knappen Stunde zugehört haben?

00:49:00: Was kann jeder heute sofort in kleinen Schritten in seinem Leben verändern um mehr in ein Gefühl von Selbstwirksamkeit und Sicherheit zu kommen.

00:49:13: Es ist sehr hilfreich sich auf die einen Stärken zu fokussieren, sich mal zu überlegen nicht was sind meine Marke und Fehler das können wir besonders gut sondern was sind meine Core-Competencies, worin bin ich gut?

00:49:27: Was macht mir Freude?

00:49:29: Was sind meine Stärken?

00:49:30: Was habe ich in meinem Leben eigentlich schon gemeistert.

00:49:33: Da kann man auch mal die Freundinnen fragen oder den Partner oder die Familie, weil die das häufig viel objektiver betrachten als wir selbst mit unserem verzerrten selbstkritischen Blick.

00:49:43: und dann kann ich mir überlegen wie kann ich diese Stärkend mehr verwirklichen im Alltag?

00:49:47: Wie kann ich sie jetzt hier wieder einsetzen wenn Schwierigkeiten auftreten?

00:49:51: Wichtig ist auch, kleine Schritte zu gehen.

00:49:55: Sich nicht zu übernehmen.

00:49:56: Also bei der Steuererklärung sich nicht vorzunehmen.

00:49:58: heute Vormittag mache ich das alles sondern erst mache ich wohl die Ordner raus.

00:50:03: Ich sortiere die Akten vor und dann Pö ab.

00:50:06: Pö kann man sich verarbeiten.

00:50:07: durch solche Mikrohandlungen lernt unser Gehirn.

00:50:11: Ich bin handlungsfähig Und wenn wir eine Kleinigkeit geschafft

00:50:13: haben

00:50:15: motiviert uns das den nächsten Schritt zu gehen und den übernächsten und so weiter.

00:50:20: Und ich finde es immer wichtig, wir sind ja im Alltag sehr verstrickt mit den ganzen Tudus-Erwartungen.

00:50:26: Wir haben das Gefühl, dass jetzt alles gleichermaßen wichtig ist und ich kann ihm gar nicht mehr gerecht werden.

00:50:32: Da empfiehlt sich ein Perspektivwechsel, sich mal zu überlegen was in fünf Jahren oder zehn davon noch wichtig ist.

00:50:39: oder auch wenn ich am Ende meines Lebens stehe und zurückblicke Wie sollte das denn verlaufen sein?

00:50:44: Welche Dinge möchte ich dann erlebt und getan haben, damit ich am Ende sagen kann.

00:50:49: Das war ein schönes, ein erfülltes Leben so wie ich mir das gewünscht hätte.

00:50:56: Einer meiner absoluten Lieblingsfragen will that matter in a year oder Will That Matter In Five Years?

00:51:01: Und häufig ist es dann so nö Aber diese Dringlichkeit die unser Gehirn uns immer wieder suggeriert Es muss alles jetzt sofort und auf der Stelle sein.

00:51:13: Vielleicht hast du noch eine Empfehlung, weil das ist eine Frage die weiß ich treibt auch viele Menschen um.

00:51:18: Weil du gerade gesagt hast sich auf die eigenen Talente und Ressourcen zu besinnen.

00:51:24: Und dann gibt es leider tatsächlich nicht wenige Menschen, die sagen da fällt mir nichts ein gar nichts Ich kann gar nichts.

00:51:29: Wie begegnen wir den Stimmen in unserem Kopf?

00:51:31: Die das behaupten?

00:51:34: Also sie sagen ja gar nichts Du kannst gar nichts bist so Nichts gut

00:51:41: Meistens eine Sache der Erwartungshaltung.

00:51:45: Und ich kann mir mal so ne Lebenslinie zeichnen und immer überlegen, was gibt es denn für Stationen die schon geschafft habe?

00:51:54: Wie bin ich da hingekommen?

00:51:55: wo ich jetzt gerade stehe?

00:51:57: Was wirklich auch sehr hilft ist mit jemandem zu sprechen, der mir wohlgesonnen ist weil er das ganz anders wahrnimmt als ich selbst.

00:52:04: Total schön!

00:52:05: Also dass mit der Lebenslinien ganz toll, was man alles nämlich schon geschafft hat, sehen wir ja gar nicht.

00:52:10: Ja, wir blenden das aus.

00:52:13: Wie bei der Weltlage, wo wir sehr auf das Negative fokussiert sind, tendenziell noch stärker machen wir das mit uns selbst.

00:52:20: Wir sind häufig unsere stärksten Kritiker.

00:52:23: Deswegen hilft dieser wohlwollende Blick.

00:52:27: was würde ich denn einem guten Freund einer guten Freundin raten?

00:52:31: Wie würde ich dazu reden wenn das ich wäre?

00:52:38: Begegnet dir selbst wie deiner besten Freundin, wenn wir das lernen könnten.

00:52:41: Das wäre doch ganz hübsch!

00:52:43: Absolut ja.

00:52:45: Professor Dr.

00:52:46: Eva Asselmann, too much heißt dein drittes, dein aktuelles Buch?

00:52:49: Ich bin ganz froh dass wir es hier auch in so nervenstark hinbekommen haben.

00:52:53: ich hoffe mit der Aufnahme hat alles geklappt.

00:52:55: Ich

00:52:55: bin jetzt mal gespannt.

00:52:56: wenn ihr diese Folge jetzt hört dann wisst ihr Es hat geklappt.

00:52:59: Wie man dich findet, alle Shownotes, alle Links natürlich wie immer in den Shownoten unter dieser Folge und ich danke dir sehr für unseren Austausch und wünschte dir nur das aller Weste!

00:53:10: Das wünsche ich ja auch.

00:53:11: liebe Kati es war eine ganz tolle Folge.

00:53:14: Danke dir und euch ihr Lieben sage ich auch Dankeschön, dass ihr diese Folge angehört habt, dass ihr sie in die Welt schickt und das ihr diesen Podcast weiterhin teilt.

00:53:23: Wie immer bleibt zuversichtlich gesund und stets neugierig!

00:53:28: Es gibt immer was zu entdecken.

00:53:33: Bis zum nächsten Mal.

00:53:39: Tschüss!