Get happy

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Bewusster leben. Zufriedener sein.

Transkript

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00:00:00: Aber ich habe so ein Bild von mir als, ähm... ...als achten-achtzigjähriger Poetry Slammer.

00:00:08: Der Älteste in Deutschland quasi der den Text vergisst, deren Hinke Stock hat, der ganz unperfekt daherkommt mit seiner blauen Bastenmütze und quasi nach Worten ringt und immer wieder Pausen hat in seinem Text Und die Zeit hoffnungslos überzieht usw.

00:00:30: Aber der einfach dazu steht und so ist, und der dabei Spaß hat und dem mit sich selber gut geht.

00:00:37: Dazu ist die Voraussetzung aber, dass ich eher auf die Bühne gehe damit.

00:00:42: Das traue ich mich noch nicht richtig.

00:00:45: Das würde mir mein achten-achtzigjähriges Ich würde mir ganz viel Mut zu sprechen.

00:00:49: Mach das doch traurig!

00:01:02: Zufriedener sein.

00:01:05: Von und mit Kathi Kleff.

00:01:21: Ich sage Hallo ihr Lieben, schön es ihr auch in dieser Folge wieder dabei seid.

00:01:25: wie immer hoffe ich dass es euch gut geht und das ihr in diesem Moment an einem sicheren, an einem wohligen und an einem muckeligen Ort seid.

00:01:33: In der kommenden Stunde geht es um ein Thema das uns mal wieder ausnahmslos alle betrifft Auch wenn keiner von uns ehrlich gesagt Bock drauf hat älter werden Während die ganze Welt derzeit über Anti-Aging und Longevity spricht, so als würden wir heimlich ganz unbewusst an eine Art Dorian Grey Komplex leiden.

00:01:56: Also wir werden niemals alt und vor allem sehen wie auch immer jung aus und sterben tun wir sowieso nicht.

00:02:03: ist die Realität natürlich eine ganz andere.

00:02:05: ja Wir werden alt nein wir werden nicht für immer schön sein und ja eines Tages werden wir sterben.

00:02:11: Bertram

00:02:11: Kasper ist

00:02:12: Coach, Autor und wie er sich selber nennt Altersstrategie.

00:02:17: Und er hilft den Menschen, besser klarzukommen mit dem letzten Drittel des Lebens.

00:02:24: Sich anzufreunden mit der eigenen Endlichkeit und der eigenen Vergänglichkeit – und das auf eine wirklich herzenswarme und tief philosophische Art und Weise!

00:02:34: Er selber Podcaster, sein Podcast heißt Gelassen-Elterwerden.

00:02:38: und jetzt hat er auch noch ein wunderschönes und sehr berührendes Buch geschrieben mit dem Titel Die Größte Reise Deines Lebens.

00:02:46: Herzlich willkommen, Bertram Kasper!

00:02:49: Ja herzlichen Dank, Kati dass ich hier sein kann.

00:02:52: Ich freue mich total.

00:02:53: ein tollen Podcast hast du.

00:02:56: Das kann ich ja nur so zurückgeben.

00:02:58: und ein tolles Buch hast Du geschrieben das mich in den letzten Tagen ganz schön berührt und auf einer ganz tiefen Ebene erreicht hat.

00:03:07: lieber Bertram wann hast du dich das letzte mal alt gefühlt?

00:03:12: Das ist eine gute Frage.

00:03:13: Ich fühle mich oft morgens beim Aufstehen alt, also bin im sechzigsten Lebensjahr muss ich vielleicht dazu sagen und manchmal ist das Gefühl morgens nicht so gut.

00:03:25: Wir haben aber gerade unsere Kinder sind zu Besuch, weil ja heute erscheint das Buch.

00:03:31: Ich habe eine besondere Gelegenheit mit dir in diesem Podcast sprechen zu können an dem Tag des Erscheinen des Buches und da sind die Kinder zur Besucht und begleiten das heute Abend.

00:03:47: Da haben wir natürlich jetzt drüber gesprochen über Ostern auch.

00:03:51: Und auch junge Menschen fühlen sich manchmal alt, haben wir dann miteinander festgestellt nicht nur ältere und es kommt glaube ich immer unheimlich darauf an wie der Kontext ist und wie's einem selber so vom Grund geht, wie alt man sich fühlt.

00:04:06: und bei mir schwankt das auch.

00:04:08: aber die gute Botschaft ist vielleicht für alle Hörerinnen dass wir uns grundsätzlich Die Studien schwanken ein bisschen, aber zwischen zehn und fünfzehn Jahre eigentlich junger fühlen.

00:04:18: Also wir fühlen uns generell jünger als wir sind – und das ist doch schon mal gut!

00:04:23: Wirklich zwischen zehn- und fünfzen Jahren?

00:04:25: Ja.

00:04:25: Das ist interessant, weil ich werde dieses Jahr dreiundfünfzig.

00:04:29: Und würdest du mich fragen wie fühlst du dich?

00:04:31: Würde ich immer sagen wie achtunddreißig?

00:04:33: Genau.

00:04:34: Witzig...

00:04:36: Also ja, witzig.

00:04:37: Ist es irgendwie ein Alter wo ich so innerlich eingefroren bin?

00:04:40: Das ist bei meiner Frau übrigens auch so die sagt auch immer Achtendreißig.

00:04:44: Ach, interessant!

00:04:45: Also das ist witzige, dass du auch die Achtndreißigkeit hast.

00:04:49: Ich beschäftige mich aber auch mit der anderen Seite also mit der Frage wie alt will ich denn werden und mein Wunschalter ist Achtnachtzig weil mir die Zahl so gut gefällt.

00:04:59: Also es hat sonst überhaupt keine Bedeutung und ich schreibe ja in dem Buch auch einen Brief an mein achtundachtzigjähriges Ich, dann sage ich aber immer dazu, mein heimliches Wunschalter ist zwei neunzig.

00:05:11: also wir leben alle schon unheimlich gerne.

00:05:14: das will ich vielleicht auch noch mal sagen

00:05:17: was ihr auch erklärt warum wir Patu nicht älter werden wollen und warum wir uns so an die Jugend klammern.

00:05:24: Doch radikale Akzeptanz kommen wir, wie ich in der Amolation ja schon gesagt habe.

00:05:29: Nicht drum herum!

00:05:31: Wie kam es denn dazu dass du angefangen hast dich mit dem Thema Älterwerden zu beschäftigen?

00:05:36: Ja das hat tatsächlich mit meinem eigenen Respekt vor dem älter werden zu tun.

00:05:41: also ich hab da so ein bisschen auch mir selbst geholfen könnte man sagen Ich hatte mit forty vier war exzessiver Marathonläufer und mit forty habe ich dann meinen letzten Marathon gelaufen und hatte dann ein Miniskusriss, also den ich mir bei Hausarbeit zugezogen hab gar nicht jetzt beim Sport.

00:06:00: Und dann konnte ich keinen Marathon mehr laufen.

00:06:03: Dann habe ich das erste Mal gemerkt wie krass es ist wenn man so einen Einschnitt hat was ganz gewöhnlich alltäglich ist zum Leben.

00:06:11: dazu gehört als eine wichtige Ja, für mich Bewegungsform im Grunde weil ich ein Bewegungsmensch bin und dann zu merken hey da klappt was nicht mit meinem Körper so wie ich das vorher gewohnt habe.

00:06:25: Das war der erste krasse Einschnitt!

00:06:27: Und dann nehme ich mir in meine Urlaube immer mit eine entscheidende Lebensfrage.

00:06:34: Und mit Achtendfünfzig habe ich die Frage mitgenommen in Herbsturlaub, in Porto.

00:06:38: Mit meiner Frau was will ich denn mit meiner dritten Lebensphase anfangen?

00:06:44: Also wie will ich die gestalten?

00:06:46: Dann hab' ich dort gemerkt... Ich will mich mit dem Alter beschäftigen.

00:06:52: Ich beschreibe im Buch auch so ein bisschen, wie das entstanden ist und es hat aber wirklich damit zu tun dass ich Respekt vor dem Alter werden hab'.

00:06:59: Ich will auch jung bleiben, also so wie du in der Anmoderation gesagt hast.

00:07:04: Wir wollen eigentlich nicht älter werden und ich habe einen Leitspruch in meinem Leben, der heißt Fantasie durch Information ersetzen.

00:07:10: Und dann habe ich mir gedacht es wäre doch schlau wenn ich mich mit dem Älterwerden beschäftige, wenn ich denn schon Respekt vorhabe um meine Fantasien zu relativieren und tiefer einzutauchen in dieses Thema.

00:07:25: Das war so der eigentliche Auslöser.

00:07:28: Und dann habe ich gemerkt, es gibt so tolle Literatur dazu, so tolles Studien!

00:07:33: So viele Menschen die sich mit dem Alter werden auch wissenschaftlich medizinisch.

00:07:38: longevity ist ja auch so.

00:07:39: ein Stichwort hattest du auch schon im Podcast als Thema.

00:07:41: also von daher ist das etwas glaube ich was uns alle immer wieder bewegt und was unheimlich nah auch rückt.

00:07:50: in bestimmten Übergängen im Leben rückt auch die Frage nach dem Alter unheimlich nah und irgendwie merken wir alle doch so richtig wollen was nicht.

00:07:59: Also, ich versuche es umzukehren für mich also zu sagen Ich freue mich aufs älter werden und auch zu sagen ich habe mich gefreut auf mein sechzigsten Geburtstag.

00:08:12: Und das ist auch interessant weil wenn wir ein positives Alternsbild haben dann haben wir auch die Chance tatsächlich besser Älter zu werden.

00:08:21: Und das Tragische ist, dazu war ich auch neulich im ZDF eingeladen als Experte.

00:08:27: Das Tragisch ist dass wir... wie soll ich das sagen?

00:08:32: Dass wir ein Altersbild im Moment haben was eigentlich zwanzig dreißig Jahre alt ist und wir haben nicht das altersbild was heute die Baby Boomer Generation im Grunde abbildet.

00:08:44: Wir brauchen ein neues Alternsbild und einen Beitrag den ich ja auch leisten will anderes Alternsbild mit in die Welt zu tragen und ich nenne das gerne, dass wir eine Kultur des Pro-Agingen in unserer Kultur bekommen.

00:08:58: In unserer Gesellschaft bekommen!

00:09:00: Und das glaube ich ist extrem wichtig und da tragen im Moment unheimlich viele Menschen auch in meinem Alter dazu bei, dass das passiert und das stimmt mich hoffnungsvoll, dass die Generation nach uns quasi auf ein ganz anderes Alternsbild zurückgreifen kann und das wird glaube

00:09:19: Total schön.

00:09:21: Das ist ganz interessant, weil ich immer das Gefühl habe dass jetzt unsere Generationen auch wenn uns ein paar Jahre trennen aber würde ich mal sagen wir sind eine Generation.

00:09:28: Ich hab immer so das Gefühl wir sind so alterslos.

00:09:30: also wenn ich jetzt achtundzwanzig wenn ich mich daran erinnere ich war achtund zwanziger dreißig da war zweinfünfzig oder vielen sechzig es war für mich soweit entfernt und das war uralt.

00:09:42: Du hast über die Fantasie gesprochen, die du hattest.

00:09:44: Was war denn deine Fantasi übers Elterwerden?

00:09:47: Die war wahrscheinlich recht düster!

00:09:49: Ja genau, die war düster also total und zwar ich bin ein Mensch dem Autonomie unheimlich wichtig ist und Autonomieferlust ist somit das tragischste was mir passieren kann.

00:10:01: Also Ich mag gerne quasi wie soll ich sagen eine Idee davon haben, was mich erwartet bei bestimmten Dingen.

00:10:11: Ich nenne mich ja auch nicht um Säudens Altersstrategie weil ich versuche das auch ein bisschen strategischer anzugehen.

00:10:16: wohl wissen dass sich nicht alles in der Hand habe das ist ja vollkommen klar.

00:10:20: aber ich glaube dass wie soll ich sagen Das tragischste ist wenn wir das Gefühl bekommen die Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren egal jetzt in welcher Form ob es schon früh in der Kindheit passiert, was ja zu traumatischen Entwicklungen führen kann.

00:10:39: Darüber sprichst du auch ganz viel hier und oder ob das eben später ist?

00:10:45: Ich habe einen siebenachtzigjährigen Freund und ich sehe wie bei dem sich so stark verändert hat die letzten zweieinhalb Jahre.

00:10:52: Und dadurch wird eben deutlich, wie krass es ist wenn nicht mehr das kann, was eigentlich gewohnt bin zu können.

00:10:58: Das hat in der Regel immer mit einer Autonomie Einschränkung zu tun.

00:11:03: also Wenn ich das dann umkehre, heißt es jetzt muss sich um Hilfe bitten.

00:11:07: Jetzt muss ich fragen.

00:11:09: Jetzt brauche ich Unterstützung und so komme ich in eine vollkommen andere Rolle.

00:11:13: Ich bin nämlich plötzlich der Hilfesteller, der um Hilfe fragen muss und das ist ja nicht schön.

00:11:22: Und genau bei mir ist wirklich am stärksten diese Frage nach diesem Autonomieverlust.

00:11:28: und deswegen sage ich für mich auch Es ist gut früh im Leben zu lernen, also auch als junger Mensch meine ich damit.

00:11:37: Zu lernen wie es gelingt bestimmte Anpassungsleistungen oder Ich nenne das gerne älter werden ist eine einzige Akzeptanzübung.

00:11:46: Also Dinge so zu antizipieren dass sie sich möglichst in mir integrieren kann.

00:11:53: und was total spannend ist dass der erik eriksson Das ist ein Entwicklungspsychologe aus den usa der nicht mehr lebt der hat ja dieses modell dieses Phasenmodell der Entwicklungspsychologie entwickelt.

00:12:07: Und die letzte Phase beim Älter werden im Sinne der Hochaltrigkeit, also fümmern-achtzig und älter ist ja das es gelingt eine Ichindekretät hinzubekommen.

00:12:19: Und was er damit meint bedeutet im Grunde dass es gelingt mich mit meinen allen Anteilen in der Lage zu sein in der Rückschau auf mein Leben, die so zu integrieren dass ich zu mir ja sagen kann auch mit den Dingen die meine Schattenseiten sind.

00:12:41: und das ist glaube ich sage mal diese Transzendenz hinzukriegen.

00:12:46: Ist glaube ich mit die höchste Herausforderung die wir am Lebensende haben deswegen sage die größte Reise deines Lebens.

00:12:54: Also, weil diese Phase noch mal eine ganz neue Herausforderung an unser Leben glaube ich gibt nämlich sich mit allem zu versöhnen was auch schwierig im eigenen Leben war und das glaube ich ist echt eine Herausforderung Und dann können wir auch gut loslassen vom Leben.

00:13:10: also Dann können wir leichter gehen sozusagen wenn das gelingt Wenn ich das Gefühl habe Ich bin mit mir Gut integriert Ich bin irgendwie mit mir rund.

00:13:23: Das berührt mich gerade sehr, weil du beginnst ja dein Buch auch mit der Erfahrung die du mit deiner Familie geteilt hast.

00:13:30: Ihr habt deinen Vater begleitet in seinen letzten Tagen und das was ich kann ja nur empfinden und fühlen was ich gelesen habe in diesem Buch aber dein Vater wirkte sehr im Reinen mit sich.

00:13:44: also vielleicht magst du da ein paar Worte zu sagen?

00:13:46: Weil ich weiß es gar nicht Und ich hab das krasse Gegenteil erlebt.

00:13:50: Meine Mutter war überhaupt nicht mit sich im Rhein und deswegen waren auch die letzten Tage, Wochen und Monate wo vieles aus ihrer Kindheit plötzlich ins Bewusstsein kamen schwerste traumatische Erfahrungen.

00:14:02: Es war sehr schwer zuzuschauen und sehr schmerzvoll.

00:14:04: also ich war da sehr ein Mitgefühl für sie und trotzdem konnte es ihr nicht abnehmen.

00:14:08: Ich habe dann aber nachgedacht ja ich glaube auch deswegen mache ich diesen Podcast um Menschen einzuladen stellt euch euren Themen räumt auf, solange ihr noch könnt.

00:14:20: Und unsere Elterngeneration ... Deswegen fand ich das sehr außergewöhnlich wie dein Vater eine Entscheidung getroffen hat und wie ihr ihn begleitet habt.

00:14:30: Weil viel aus unserer Elterngeneration, weil der Schmerz eben so riesig war und auch die Möglichkeiten gar nicht gegeben waren, die konnten nicht so ein Podcast hören wie diesen hier.

00:14:40: Die konnten es einfach nicht.

00:14:42: Es berührt mich sehr, was du sagst.

00:14:44: Mhm.

00:14:45: Ja also... Ich hab neulich mit dem Sven Rode ein Podcast gemacht über Gefühlserbschaften.

00:14:55: Und ich fand das sehr spannend, weil er hat mir eine ganz ähnliche Frage zu meinem Vater gestellt und deswegen will ich das gerne erwähnen.

00:15:03: und es gibt natürlich immer zwei Seiten einer Medaille so würde ich das sagen und es gab Dinge mit denen mein Vater sehr im Reihen war also in Bezug auf sich selber Und der hat genauso wie ich, er war auch Sozialarbeiter.

00:15:21: Wie ich das war mein Leben lang im Grunde wobei ich vor knapp zwei Jahren aufgehört habe zu arbeiten und Da sind wir natürlich schon Quarberuf

00:15:31: geübt,

00:15:32: uns mit und selber auseinanderzusetzen beziehungsweise.

00:15:35: Wir haben als Familie im SS Kinderdorf gelebt mit eben Kindern die Beeinträchtigung hatten und traumatisiert waren.

00:15:41: Und das bedeutet natürlich dass du ständig gefragt wirst und ständig auch eingeladen wird von diesen Kindern, die dich mit deinen Schattenseiten sozusagen konfrontieren weil sie dafür einen gespür haben, genau diese Schattenseiten anzusprechen.

00:15:56: Weil das für die oft überlebensgarant war in ihrer Herkunftsfamilie im Grunde so damit klarzukommen einigermaßen und einigermassen zu überleben sozusagen und von daher hat in unserer Familie Immer das eine Rolle gespielt, wer sind wir selber auch im Kontext mit anderen?

00:16:15: Wie gestalten wir Beziehungen?

00:16:16: Wo bekommen wir von anderen Einladung die für uns eher ungünstig sind oder wo bei uns was angetriggert wird.

00:16:22: Was dann eher ungünstig ist?

00:16:24: oder wie reagieren wir auch auf Menschen zum Beispiel was Raumeinnehmen angeht weil ich bin auch jemand der Raum einnehmen kann.

00:16:33: Und dann hat mein Vater mir oft Rückmeldung gegeben, ja wenn du dich so verhältst, dann brauchst du dich nicht wundern.

00:16:38: Wenn keiner spricht außer dir.

00:16:40: also und das heißt was will ich damit sagen?

00:16:43: Wir waren permanent eigentlich in unserer Familie auf die ein oder andere Art darüber im Gespräch wie wir ganzer werden können und mit dazu beigetragen hat auch einen Verlust den jungen Jahren von unserem jüngsten Bruder dem Dietmar.

00:16:58: der ist mit sieben gestorben der mittlere und ich als der älteste, wir waren neun und elf.

00:17:05: Und das hat uns natürlich schon sehr auseinander geworfen und wir haben erst mal so anderthalb zwei Jahre habe ich in der Rückschau das auch so erlebt dass wir irgendwie als Familie den Alltag zwar gestemmt haben aber wir waren sprachlos was diesen Verlust angingen und diese Sprachlosigkeit zu überwinden.

00:17:25: das hat wirklich gedauert.

00:17:26: Und dann ist es uns aber gelungen sowohl in Therapien, die auch jeder für sich gemacht hat.

00:17:32: Aber auch in Gesprächsrunden, die wir zusammengemacht haben, wo das dann immer mehr gelang im Grunde der eigenen Trauer den Raum zu geben.

00:17:44: Im Zusammenspiel mit der Trauer der jeweiligen anderen Familienmitglieder.

00:17:51: für mich unheimlich wertvoll sozusagen.

00:17:54: Und ich habe dann nochmal mit knapp fünfzig, habe ich noch mal bei einer Verhaltenstherapeutin die auch nach Milton Erickson ausgebildet war in Hypnose bin ich noch einmal in Hypnosen gegangen um zu überprüfen sind denn bei mir was den Tod anging von unserem jüngsten Bruder sind da noch unverarbeitete Traumata stoße sich da noch auf etwas das mich heute beeinträchtigt Und ich würde mal sagen, dieses Bewusstsein dafür was ich gerade für mich beschreibe das hatte mein Vater eben auch für sich.

00:18:25: Der ist auch noch mit über fünfzig in eine psychosomatische Klinik gegangen um hinzuschauen sozusagen bei sich und seinem Leben und er hat sich ja dann auch nochmal neu erfunden hat seine Sozialarbeiter Tätigkeit aufgegeben und des Märchen Erzähler geworden.

00:18:41: also der hat nochmal einen totalen Change gemacht im Grunde, um auch nochmal mehr zu sich selbst zu finden und bei sich selber anzukommen.

00:18:50: Und das ist natürlich schon eine Prägung die man hat!

00:18:55: Was ich aber im Buch quasi Nicht so tief beschreibe ist auch die Schattenseiten, die das hat.

00:19:05: Sondern das erzähle ich jetzt eher bei den Lesungen und das erzähl ich eh mal im Podcast weil es gibt natürlich immer wie ich eingangs sagte zwei Seiten einer Medaille.

00:19:14: Und dennoch habe ich als Autoner Verantwortung auch meine Familie zu schützen in der gewissen Art und Weise und zu gucken was geht da zu schreiben?

00:19:22: Was geht da nicht zu schreiben im Grunde?

00:19:25: Aber es gibt Natürlich immer zwei Seiten worin er, um auf deine Ausgangsfrage noch mal zurückzukommen.

00:19:31: Worin er ganz klar war und das hat mir auch die Kraft gegeben uns allen ihn zu begleiten war dass er lebenssatt war.

00:19:39: damit war das war da war ja sich ganz ganz sicher und da kam in diesem ganzen Prozess überhaupt keine Frage auf die das für ihn hätte infrage gestellt stellen können.

00:19:52: und bei mir war es so.

00:19:54: Wir hatten so eine Vereinbarung, wir haben ja offen auch darüber gesprochen eher und ich.

00:19:58: Und wir hatten die Vereinbarungen.

00:19:59: wenn er diesen Weg gehen will dann begleite ich ihn so gut wie ich das kann!

00:20:03: Das war klar und es waren nur nicht klar wann er den weggehen will und dann hat er eben Ende zweiundachtzig entschieden diesen Weg zu gehen und ist dann auch sehr konsequent von Anfang an gegangen.

00:20:19: Er ist...das kann ich wirklich sagen Das wird ja oft auch, wenn die Menschen Sterbefasten machen beschrieben.

00:20:27: Er ist wirklich sehr, sehr friedlich gegangen und das war für uns ein Weil wir natürlich auch gehadert haben mit seiner Entscheidung.

00:20:39: Das ist eine Zumutung für die Familie, da hat er sich ja auch euch ... Lass mich ganz kurz die Menschen nur mal mitnehmen, weil sie wissen das nicht.

00:20:46: Dein Vater hat sich im Grunde genommen mit Ende zweiundachtzig entschieden also dass ein Anruf von ihm bekommen und der hat sich entschieden Bertram mag nicht mehr und hat dann in Rücksprache auch mit dem betreunenden Arzt Mediziner auch mit deiner Familie im Grunden genommen Essen und Trinken eingestellt Und ist dann innerhalb von neun Tagen friedlich eingeschlafen und gestorben.

00:21:09: Das nur als Ergänzung, weil ich mir natürlich schon dachte da gibt es sicher auch noch einen anderen Handlungsstrang den du hier nicht mit der Öffentlichkeit teilen musst.

00:21:16: Es ist ja die Geschichte deiner Familie.

00:21:19: aber

00:21:19: mein erster Gedanke war auch Puh!

00:21:20: Da hat er euch viel hingelegt.

00:21:24: Ist so?

00:21:25: Ja.

00:21:25: Der hat uns viel hingelegt.

00:21:26: das würde ich auch sagen was spannend war in dem Prozess dass er erst mal ich nur entschieden hatte, ihn zu begleiten.

00:21:33: Und dann so als wir in der Familie angefangen haben darüber zu sprechen ... Ich bin sofort im Hingefahren und dann haben wir mehrfach telefoniert.

00:21:42: Dann haben sich nach und nach unsere Kinder auch entschieden die waren am dritten Tag da mit dazuzukommen und diesen Weg gemeinsam zu gehen.

00:21:51: Wie du sagst dieser Zumutungsteil ist auch da.

00:21:55: Deswegen meine Reflexion dazu Wenn ich so einen Weg mal wählen sollte, was ich heute noch nicht weiß, dann würde ich immer ins Hospiz gehen.

00:22:05: Das wäre glaube ich meine Wahl weil ich gemerkt habe dass eben diese emotionale Anforderung die damit verbunden ist das die schon stark ist und wir haben jetzt gerade Ostern auch wieder darüber geredet natürlich und wir können da gut drüber reden mit unseren älteren Töchtern.

00:22:24: Jetzt war auch das erste Mal der Freund von der Lea dabei.

00:22:27: Und die kriegen natürlich dann auch was mit, von uns als Familie und wie wir mit diesen Dingen umgehen.

00:22:33: Ich empfinde es als sehr wertvoll und trotzdem immer die Frage sich zu stellen, was ist für die anderen zumutbar?

00:22:41: Was geht und was geht nicht?

00:22:42: Und ich würde eher sagen mir wäre lieber ... Die können entscheiden wann sie bei mir sind und die können auch entscheiden wann Sie gehen!

00:22:49: Wenn das Zuhause stattfindet, dann ist das eben viel schwieriger.

00:22:54: Danke fürs Teilen.

00:22:57: Ja, damit beginnt dein Buch mit dem Dialog mit der Endlichkeit.

00:23:00: die Dialoge ziehen sich durch das ganze Buch und ich finde du hast gerade schon als über deinen Vater gesprochen dass ein Aspekt des älterwerdens benannt den nicht gerne mit dir ein bisschen näher beleuchten würde weil das ist ein aspekt in wir alle total vergessen und den ich aber zunehmend als totales Geschenk empfinde.

00:23:16: Du hast erzählt Dein Vater hat mit fünfzig noch mal so einen totalen Schiff gemacht.

00:23:21: Und ist das nicht ein großes Geschenk des Älterwerdens?

00:23:25: Also für mich ist da einfach die Analogie zur Natur, die Raupe zwei Drittel ihres Lebens.

00:23:29: Diese Raupen und nur noch ein Drittel Ihres Lebens der wunderschöne Schmetterling – ich meine es kann ja kein Zufall sein ganz ehrlich!

00:23:36: Ist es nicht ein grosses geschenktes Lebens dass wir uns in unserem letzten Drittel so entfalten können wenn wir das möchten Ja, und uns selber noch mal begegnen.

00:23:48: Und uns selber nochmal überraschen und auch neu kennenlernen ist doch wunderbar!

00:23:53: Ich glaube das, dass es das größte Geschenk ist.

00:23:57: Es gibt ja auch ganz schöne Bezeichnungen.

00:23:59: im Gegensatz zu dritte Lebensphase oder Ruhe stand nämlich zum Beispiel Lebensphasefreiheit von Gudrun Bemsteidel einer Professorin mit der ich befreundet bin Und das hört sich doch richtig toll an, genau wie du sagst.

00:24:11: Nach Schmetterlegen hört sich das an nochmal nach neuer Entfaltung, nach einer anderen Form der Freiheit, nach weniger Konventionen, nach nicht mehr so viel Anpassungsleistung erbringen müssen, mehr darauf vertrauen können was das Leben mir bisher geschenkt hat und was ich daraus für Schlüsse ziehen kann.

00:24:29: Wenn eben das gelingt das gut einzubeziehen dem Raum zu geben nach dem Übergang sozusagen aus der Arbeit in den Ruhestand, dann habe ich natürlich viele, viele Chancen und viele Menschen empfinden das auch tatsächlich so.

00:24:46: Es gibt inzwischen so Tiefenstudien dazu wo diese Generation also unsere Generation Der Baby Boomer bezeichnet wird als die Generation Ich.

00:24:54: Also sie kommen auf eine gewisse Art und es ist gar nicht egoistisch gemeint sondern die kommen auf ne gewisse art wieder bei sich selber an und wollen das auch Und sie wollen eben auch als Individuen behandelt werden und nicht als Masse, wie wir das bei Corona gesehen haben zum Beispiel.

00:25:09: Das ist eher schwieriger!

00:25:12: Ich glaube aber dass eine große Herausforderung besteht für die Menschen nämlich die Frage mache ich quasi weiter in meinem Leben wie bisher wenn ich nicht mehr arbeite?

00:25:26: oder gelingt es mir mich auf eine gewisse Art neu zu erfinden also wirklich nochmal Dinge auszuprobieren, die ich vielleicht vorher nicht gemacht habe.

00:25:34: Noch mal etwas zu lernen was sich vorher nicht konnte noch meine Erfahrung zusammen, die Ich bisher nicht erlebt hab und zwar nicht im Sinne einer Bucket List sondern im Sinne wirklich möchte ich nochmal ein anderer werden, möchte ich noch mal woanders leben, möchte vielleicht nochmal mit anderen Menschen zusammen sein.

00:25:54: Möchte ich ja nochmal einen neuen Beruf also auch das geht ja sogar nochmal einen beruf lernen und mich oder möchte ich mich gesellschaftlich nochmal einbringen auf eine gewisse art und Weise?

00:26:06: manche entscheiden sich in dem alter in die politik zu gehen also wirklich zu schauen Wer will ich denn eigentlich sein?

00:26:14: In dieser letzten, in diesen und das ist ja die schöne Botschaft im Grunde auch durch unsere gute Medizin.

00:26:22: Die wir haben und durch die guten Bedingungen, die wir in den letzten Jahren hatten was aufwachsen angeht dass wirklich die Chance da ist, dass wir noch zwanzig fünfundzwanzig achten zwanzighgute Jahre haben können in denen noch richtig viel möglich ist Und das finde ich es Das schönste beim älter werden

00:26:41: Ja, und auch mit viel weniger Verantwortung und Verpflichtung für andere.

00:26:46: Auch vielleicht aufgrund der eigenen persönlichen inneren Arbeit also die eigenen Themen.

00:26:53: das gerade gesagt nicht egoistisch gemeint aber manchmal ist ja auch eine kleine Portion Egoismus gar nicht so schlecht nämlich einmal mal zu sagen okay jetzt war ich fünfzehnzig Jahre für meine Kinder da oder habe meine Eltern gepflegt oder hab mich für meinen Arbeitgeber bucklig gearbeitet Und jetzt bin ich mal dran.

00:27:08: Das ist ja auch eine total gesunde Entwicklung.

00:27:10: und auch so ne ... Ja, ich sag's, so ne Maßenergie, dass man so mal den Speer in die Erde rammt und sagt So Leute!

00:27:16: Ich war jetzt lang genug für euch da, jetzt gehts hier mal um mich.

00:27:20: Total also da kann ich total zustimmen.

00:27:22: Und ich würde sagen dieser Aspekt der trifft auch unheimlich auf Frauen zu, die ja auch lange für die Kehrarbeit zuständig waren.

00:27:30: Also und die auch gefragt werden wenn es dann um pflegende Eltern geht Da sind sie auch wieder in dieser Situation.

00:27:37: Und ich glaube, bei Männern ist es eher ... sich eine neue Identität zu entwickeln jenseits des Berufs.

00:27:42: Also die haben eine andere Aufgabe, die ein bisschen anders gelagert ist würde ich sagen und die große Kunst ist wie kriegt man beides zusammen gerade wenn man als Paar dann auch in den Ruhestand bekommt?

00:27:54: Und wie findet man da eine neue Balance?

00:27:56: Ich glaube man muss eine neue balance finden sonst wird das nicht funktionieren.

00:27:59: Ist mein Eindruck von vielen anderen mit denen ich zu tun habe oder Menschen über das älter werden spreche dass, wie soll ich das sagen?

00:28:12: Ich sag gerne und es gilt eigentlich auch fürs ganze Leben.

00:28:17: Wie gelingt es aber besonders beim Älter werden sich ein guter Freund zu sein oder eine gute Freundin mit sich für sorglich zu sein, mit sich versöhnlich zu sein?

00:28:29: Wenn ich diese Haltung mir selbst gegenüber habe, dann erlaube ich mir auch Schritte.

00:28:33: Weil ich weiß, dass ich einen inneren Begleiter habe.

00:28:36: Dann erlaubere ich mich auf Schritte, die vielleicht ich nie erwartet hätte von mir, dass sich die gehen kann und das macht mir halt unheimlich viel Spaß am Älterwerden.

00:28:46: Und die Fragen quasi Lebensfragen tauchen nochmal in einer besonderen Tiefe auf, ähnlich wie das bei mir in jungen Jahren war.

00:28:59: Also zwischen zwanzig und fünfzwanzig habe ich mich auch mit vielen philosophischen Fragen beschäftigt.

00:29:04: Und ich merke gerade, wie das wieder neu auftaucht – und zwar eben in Anbetracht der Endlichkeit, weil ich merken, dass Leben wird halt kürzer verdichtet sich dadurch.

00:29:14: Deswegen will ich einfach noch mal schauen, was sind denn die Fragen, die mich interessieren?

00:29:18: Sowohl in Bezug auf mich aber auch im Bezug

00:29:24: Was mir in deinem Podcast und auch an deinem Buch sehr, sehr gut gefällt ist das Wort gelassen.

00:29:30: Ich habe ja in diesem Podcast auch die Unterzeile zufriedener leben weil ich finde so dieses ewige Streben danach glücklich zu sein kann einen unglaublichen Druck erzeugen.

00:29:41: also ich hab nichts dagegen in Momenten glücklich Zu sein.

00:29:44: aber ich finde So Begriffe wie Gelassen Zufrieden Ist doch eher so die Grauzone Weil das nächste Ding kommt natürlich um die Ecke, dass uns mal aus unserem Glücklichsein rauszieht.

00:29:58: Und ich glaube nicht, dass es hier unsere Aufgabe ist immer glücklich zu sein

00:30:02: oder nicht?

00:30:03: Ja genau also ich kann da total zustimmen wobei ich sagen der Titel den habe ich quasi von meiner Community bestimmen lassen.

00:30:12: Ich hab so eine Umfrage gemacht von knapp hundert Leuten und mein Thema war eigentlich oder mein Favorit war Kopfsachealter.

00:30:22: Also weil ich eben auch glaube, dass die mentale Einstellung zum Älterwerden extrem wichtig ist neben der Gelassenheit.

00:30:31: Die ist auch wichtig auf jeden Fall oder die Zufriedenheit insgesamt.

00:30:35: Zufredenheit ist ja noch größer als Gelassenheid und größer as Glück und vor dem Hintergrund glaube ich mir erscheint wichtig wie soll ich das ausdrücken?

00:30:57: Älter werden als eine Entwicklungsaufgabe zu sehen, wie das Leben insgesamt.

00:31:03: Und dann habe ich eben auch eine Chance gelassen, zufrieden zu sein mit einer guten mentalen Einstellung.

00:31:10: also um es mal die drei Begriffe in einen Satz zu bringen und Ich glaube aber dass alle drei Aspekte unheimlich zusammen spielen am Ende des Tages.

00:31:18: und meine Erfahrung ist auch, dass ganz oft Wenn ich denn eine Entscheidung treffe in meinem Leben, da wo ich vielleicht stregelle.

00:31:29: Dass dann es auch viel mehr in Richtung Zufriedenheit und Gelassenheit usw.

00:31:36: geht Und die Entscheidung treffen zu können ist ja oft eine mentale Leistung.

00:31:43: so erlebe ich das bei mir.

00:31:45: Ich schiff immer so ein bisschen um den Begriff Mindset herum, weil der eben auch nicht alles löst.

00:31:49: Aber er ist auf jeden Fall spielt er natürlich eine wesentliche Rolle!

00:31:54: Ich würde mal dem Vergleich ziehen zum Thema Wechseljahre bei Frauen.

00:31:59: wenn wir immer wieder um die Ohren geballert bekommen wie schrecklich die Wechsel Jahre sind und wie schwierig das alles wird und wie herausfordernd und wie schlimm wir uns dann fühlen werden Dann habe ich mich zu viel mit Neurowissenschaften beschäftigt, um nicht zu wissen.

00:32:14: Wenn wir etwas oft genug denken und hören, fangen wir an es zu glauben.

00:32:18: Genau.

00:32:18: Und wenn wir uns immer wieder erzählen oder erzählt bekommen wie Schreckliches ist, älter zu werden, dann wird das wohl so sein!

00:32:25: Ja, so ist es.

00:32:28: Also insofern ist ja eine kleine Korrektur zum Beispiel durch ne Arbeit, wie du sie machst einfach super, super wichtig.

00:32:35: Genau, ja würde ich auch so sehen.

00:32:37: also absolut.

00:32:39: Und was mich eben freut, ist dass immer mehr Menschen versuchen genau diesen Weg zu gehen und dadurch verändert sich einfach unheimlich viel.

00:32:48: Das glaube ich ist total positiv und dann bekommen wir auch einen anderen Blick auf unser eigenes Älterwerden.

00:32:56: Das ist ganz interessant.

00:32:57: Ich hab angefangen, mich mit der Astrologie zu beschäftigen, weil sie mich sehr fasziniert und in der Astologie ist einer der wichtigsten Zyklen, der sogenannte Saturnzyklus, der achtundzwanzig Jahre geht.

00:33:11: D.h.,

00:33:12: dieser dritte Saturnzyklus beschreibt im Grunde genommen dieses letzte Lebensdrittel wo dann auch die Entfaltung stattfindet.

00:33:21: Und das passt einfach ganz gut.

00:33:23: zudem was ich erlebe Ich hab auch das Gefühl, und das ist vielleicht ein Geschenk unserer Babyboomer-Generation.

00:33:31: Wie wir so liebevoll genannt werden?

00:33:32: Ähm ... ich hatte bei meinen Eltern immer das Gefühl oder in dieser ganzen Generation das Gefühl da arbeitet man auf die Rente hin.

00:33:42: Und wenn dann die Rnte da ist, dann Kreuzworträtsel und Richterin Barbara Salesch.

00:33:48: Aber so ist es ja nicht mehr!

00:33:50: Nee, so ist's nicht mehr.

00:33:52: Auf jeden Fall.

00:33:54: Ich würde mal behaupten, ich werde immer arbeiten.

00:33:57: Ich liebe das was ich mache.

00:33:59: Natürlich nicht in irgendeiner Firma.

00:34:01: oder aber arbeiten!

00:34:03: Ich kann mir nicht vorstellen dass der Tag kommt wo ich sage ne also jetzt arbeite ich nicht mehr und jetzt bin ich frei weil ich empfinde all das was.

00:34:17: Also wir brauchen ja immer in unserem Leben ein Wozu, einen Sinn.

00:34:21: Und Sinn entsteht eben auch ganz viel durch und mit Menschen.

00:34:25: also die Menschen spielen dabei auch eine Rolle im Sinne einer Zuwendung zu oder aber auch einer Gemeinschaft von weil wir brauchen dieses Feedback im Sinne eines Wozus von Menschen im Grunde.

00:34:41: Du hast gesagt wenn ich in etwas Sinn empfinde, wie zum Beispiel Arbeit dann kann ich mir auch vorstellen so lange zu arbeiten.

00:34:52: Wie es irgendwie geht?

00:34:53: Weil das positiv konnotiert ist weil's ja weils mir Spaß macht, was mir Freude macht und was mir auch etwas gibt Und was ich entscheidend finde hier doch im Unterschied sozusagen Zu den anderen Lebensphasen vorher also wenn man den Renten eintritt als die, wie soll ich sagen den Übergang beschreibt.

00:35:16: Dann glaube ich finde ich sollte eine neue Entwicklungsaufgabe dazukommen nämlich die Wie gelingt es mir ein Stück wegzukommen von den Narrativen?

00:35:30: Die für mich hinderlich waren die Glaubenssätze, denen wir im Weg gestanden haben.

00:35:36: und das kann ich natürlich durch therapeutische Arbeit machen.

00:35:40: Ich kann das aber auch machen dadurch dass ich mich auf eine gewisse Art neu erfinde, dass ich mir eine neue Geschichte über mich erzähle.

00:35:48: Dass ich mir Schutzmechanismen einbaue.

00:35:52: Ich zum Beispiel arbeite auch noch als Coach und Supervisor.

00:35:55: Arbeit ich, arbeite limitiert dreihundert Stunden im Jahr.

00:35:59: Ich habe mir eine Grenze gesetzt – warum habe ich mir die Grenzen gesetzt?

00:36:02: Weil ich gesagt habe mein Leistungsnarrativ ist so stark wenn ich mich selber nicht schütze Dann werde ich alle anfragen, die ich so kriege und ich krieg mehr als dreihundert Stunden.

00:36:13: Die werde ich bedienen.

00:36:14: also bin ich ganz schnell wieder über den dreihundert Stunden.

00:36:17: und wo ist dann die Grenze?

00:36:19: Und mir war deutlich Ich möchte ja noch etwas anderes.

00:36:24: in die Tiefen eintauchen des Lebens.

00:36:27: Ich möchte wieder mehr Kontemplation, ich möchte wieder meditieren!

00:36:31: Ich möchte auch noch diese anderen Dinge.

00:36:33: Ich habe unheimlich Spaß an diesem Podcast und das ist ein Ehrenamtsprojekt im Grunde wenn man so will.

00:36:40: Und wie gelingt es mir eben, dass beides sein kann?

00:36:43: Dass ich den Spaß an der Arbeit weiter habe und auch den Sinn, den ich dadurch kriege.

00:36:48: Aber das sich gleichzeitig nicht gefahrläufe die ganzen Muster fortzusetzen, die ich mein Leben lang bedient hab.

00:36:54: Ich habe jetzt gerade bei der Veröffentlichung des Buches gemerkt, wie all diese Leistungs- und Perfektionismusnarrative wieder an springen.

00:37:03: Und meine Frau, die Inge und eine gute Freundin, die Tamara Dietl, die mussten mich wieder zurückholen.

00:37:09: Die mussten sagen hey wenn du jetzt so rennst wie du es kennst dann wird das nichts mit der Gelassenheit ja?

00:37:16: Wie willst Du denn in einem Podcast gelassen sein wenn du so aufgedreht bist?

00:37:22: Ich musste erst wieder sozusagen das Vertrauen in mich bekommen wie ich es vorher hatte nämlich seit ich dem Podcast mache, dass sich darauf vertraue was passiert und das ich offen bin für das was passiert aber dass ich es nicht total befeuere eben im negativen Sinne meiner alten Narrative.

00:37:42: Und ich glaube so machen wir alle Ehrenrunden der Seele wie ich das auch gerne nenne.

00:37:49: Wir brauchen das und wir brauchen aber dann dazu auch diese Persönlichkeit weil das Anklagende in dem Moment überhaupt nicht hilft.

00:37:56: Und dann war gut, dass wir noch mal zwischendurch auf La Palma waren.

00:37:59: Da hatte ich da nochmal Abstand und so habe ich mich wiedergefunden sozusagen.

00:38:05: Ich glaube das war auch gut und richtig, dass ich mich gefunden habe.

00:38:09: Sonst wäre es glaube ich wirklich ein Schuss nach hinten geworden!

00:38:13: Wunderschön.

00:38:15: Tamara war übrigens auch mein Gast schon?

00:38:17: Ja, ich

00:38:17: weiß!

00:38:18: Aber ich möchte so gerne was Ergänzendes dazu sagen weil das was du gerade geschildert hast ist im Grunde genommen das Modell der Ego-State Arbeit in einer Traumatherapie also bei Menschen manchmal nicht so richtig verstehen.

00:38:31: ja was soll dass sein Anteil Arbeit und das was Du gerade beschrieben hast hundert Prozent Anteil der Arbeit, nämlich sich selber so gut kennen zu lernen die eigenen Anteile kennenzulernen und immer wach zu sein ob die Anteilen die alten Überlebensstrategien respektive Leistung quasi in sich abgelegt haben, dass die nicht allen Raum einnehmen

00:38:55: und alle

00:38:56: anderen, die mit Spielfreude kommen.

00:38:58: Die mit Neugierde kommen!

00:38:59: Die mit Lebensfreude kommt so nach hinten verdrängen.

00:39:03: So weil dann können wir nicht ganz werden.

00:39:05: Dann fehlt ja was von uns.

00:39:08: Ich kenne diese Theorie nur bedingt.

00:39:11: also ich bin ja kein Therapeut und wie soll ich sagen?

00:39:17: Ich bin geprägt von Gunter Schmidt Und Schulz von tun und da findet sich das ja auch auf eine gewisse Art.

00:39:25: Und mein, wie soll ich sagen?

00:39:34: Mir ging es in meinem Leben am besten so kann Ich das vielleicht sagen und zwar egal Wie alt ich war wie gut ich wenn nicht gut mit mir selbst einverstanden sein konnte.

00:39:45: also Ja wenn ich gut Ja Sagen konnte du bist okay so wie du bist und du darfst so sein, wie du bist.

00:39:55: Und du bist auch gewollt zu, wie Du bist!

00:39:58: Wenn mir das gelungen ist dann ging es mir selber auch gut und dann habe ich selber mich in der Balance empfunden.

00:40:06: und ich finde gerade diese dritte Lebensphase ist ein Einladung nochmal neu diesen Fragen Raum zu geben, weil ich jetzt wirklich den Raum dafür habe.

00:40:16: Weil ich eben nicht mehr überlagert bin von Verantwortung für Kinder, für Familie, für ein Gehalt, für einen Beruf und so weiter.

00:40:24: Ich hab mehr Raum im Grunde jetzt genau diesen Themen Platz zu geben in mir und sich in mir entfalten zu lassen.

00:40:33: Und was aber tragisch ist das will ich vielleicht an der Stelle auch in diesem Podcast noch mal sagen dass ja die therapeutischen Angebote auch für ältere Menschen so dünn sind und so lange warten lässt.

00:40:44: Ich habe dazu schon zwei Podcasts gemacht bei Gelassen-Elterwerden, wo ich eben mit Professoren gesprochen haben, die das erforschen, die selber Psychotherapie anbieten – und es ist so schade, dass es das nicht gibt!

00:40:56: Weil wir wünschen doch eigentlich jeden Menschen, dass er sich persönlich werden kann, sich selbst integrieren kann.

00:41:05: Und eben manchmal ist dazu auch ein therapeutische Interventionnotenwendig.

00:41:10: und um sich selber auf die Spur zu kommen, um jemandem zu haben der einen dabei gut begleitet und das würde ich mir eben wünschen dass diese also gerade in dieser dritten Lebensphase gilt natürlich für das Leben generell aber auch in dieser Dritten Lebens Phase habe ich plötzlich den Raum dafür und könnte dem Platz in mir geben Geschenk sein kann im Grunde für eine eigene Weiterentwicklung und für das, was ich am Anfang als Ich-Indequität beschrieben habe wirklich um das Rund in mir zu machen.

00:41:42: Und dann blicke ich wirklich zufrieden, um es nochmal zu sagen aufs Leben und kann auch zufriedenzurückblicken.

00:41:54: Ja, ja das ist natürlich was du ansprichst.

00:41:56: Es ist ein großes Debakel und jetzt seit dem ersten April zwanzig sechsundzwanzig Jahr noch desaströser mit der Kürzung der Honorare für Psychotherapeutin.

00:42:05: Das ist wirklich verrückt!

00:42:07: Ich glaube auch da hilft nur Revolution.

00:42:09: Also ich wünsche mir den Tag wo wir dafür auf die Straße gehen.

00:42:13: Aber es ist absolut also verrückt.

00:42:18: Welche Rolle spielt beim Elterwerden, du hast es gerade in dem Nebensatz schon mal erwähnt das Thema Verbundenheit unter Menschen.

00:42:24: Wie sehr brauchen wir andere Menschen?

00:42:28: Also sehr würde ich einfach mal sagen und weil die sozialen Beziehungen sind mit einer der Longevity Faktoren überhaupt also wahrscheinlich sogar der größte Und deswegen spende ich auch fünfzig Prozent meines Honorars für das Buch an Silbernetzev.

00:42:57: Das ist eine Organisation, die eben so eine Art Telefonseelsorge für Menschen über sechzig macht.

00:43:03: Weil diese Frage nach den sozialen Beziehungen und die Frage nach Einsamkeit im Alter eine ganz entscheidende und große ist.

00:43:11: Ich gehe das ja sehr strategisch an um nochmal auf den Altersstrategien zu kommen weil Die Menschen, die so alt sind wie ich oder mit denen ich älter werde.

00:43:25: Da wird es natürlich so sein dass irgendwann Menschen davon gehen nicht mehr da sind und leben.

00:43:31: Das heißt das Älterwerden entwickelt eigentlich ein Umfeld was sich reduziert.

00:43:40: Es werden immer weniger Menschen sein die für mich eine Bedeutung haben oder auch die Geschichten zu mir erzählen können, die ich vielleicht gar nicht weiß.

00:43:49: Also diese Menschen werden weniger beim Älterwerden, verständlicherweise.

00:43:53: Und deswegen erscheint es mir so wichtig sich mit jüngeren Menschen zu befreunden also in Kontakt zu kommen und auch etwas dafür zu tun.

00:44:01: ich mache das wirklich proaktiv und dass ist nicht so einfach kann ich sagen Und da wird auch schnell die Frage dann deutlich, weil ich das offen mit diesen jungen Menschen bespreche.

00:44:12: Ja was ist überhaupt ein Freund?

00:44:14: Können wir überhaupt Freunde sein oder sind wir Gefährten?

00:44:17: oder was sind wir?

00:44:18: Oder bist du mein Mentor?

00:44:19: oder wie auch immer und von daher ist es glaube ich etwas Was wir ja was wir dann auch neu lernen können oder dürfen.

00:44:31: Wie geht Beziehungsaufbau?

00:44:33: Wie knüpfen wir Kontakte zu Menschen?

00:44:36: Wie verbinden wir uns mit denen?

00:44:38: Und für mich ist das sehr, sehr wichtig und ich würde es sogar noch erweitern.

00:44:45: Wenn man quasi – du hast ja nach sozialen Beziehungen gefragt – Ich glaube dass wir gerade in einer Zeit leben die von außen so viel Verunsicherung auf uns ausstrahlt Latent belastend ist auf uns alle, auf die eine oder andere Art und Weise.

00:45:06: Dass quasi die Bedeutung von Menschen mit denen wir das teilen dadurch noch größer wird.

00:45:11: Und ich glaube Wir können auch Die Herausforderungen die vor uns sind die können wir nur generationsübergreifend lösen.

00:45:18: also dass heißt wir sind eigentlich im moment gefragt als menschen uns miteinander zu verbinden Also wirklich was zu tun, damit Verbundenheit entsteht.

00:45:30: Weil nur in dieser Verbundenkeit haben wir glaube ich die Kraft wirklich diese Dinge auch zu lösen und zu bewältigen, die anstehen.

00:45:39: Und von daher versuche ich auch in meinem Umfeld Dinge zu tun – die Einladung zur Verbindung.

00:45:52: Ich habe zum Beispiel als Heimat- und Kulturvorsitzender hier in dem Ort wo ich lebe im Bauerbach haben wir mit ein paar anderen Menschen einen Gesprächsformat entwickelt, das heißt Bauerbachergespräche.

00:46:05: Und da gibt es immer so einen kleinen Input und dann sprechen wir darüber und anschließend gehen wir zusammen in die Dorfkneipe.

00:46:14: Ich will damit sagen, dass muss in der Denke von den Menschen nichts Großes sein sondern Verbundenheit Stiften Verbindung, Stiften kann ich eben auch in meinem kleinen sozialen Umfeld und das tun wir damit.

00:46:28: Und es wird immer besser angenommen.

00:46:30: also die Leute fangen an darüber zu reden.

00:46:32: was ist da los?

00:46:33: Was passiert denn da?

00:46:34: und so weiter?

00:46:35: und vor dem Hintergrund glaube verbindet das diesen kleinen Sozialraum, Bauabachar-thausendreihundert Einwohner, verbindet es immer mehr diesem kleinen Sozialraum und das trägt.

00:46:46: Und das ist gut dass es trägt und dadurch lernen die Menschen sich besser kennen.

00:46:50: Das meine ich damit im Kleinen also.

00:46:52: und dann gibt's natürlich Menschen wie sagen das Charisma haben das im Großen tun zu können.

00:46:59: aber das heißt ja nicht dass ich es in meinem kleinen Rahmen der mir möglich ist auch tun kann.

00:47:05: So eine schöne Inspiration.

00:47:06: Ich mache nämlich dasselbe in München jetzt auch seit ein paar Monaten mit einer Freundin und auch da, was ich da erleben darf, auch so Generationen übergreifend weil es sind nach wie vor hauptsächlich Frauen die kommen aber die sind dreißig oder auch siebzig also ist wirklich weit generationenübergreifend.

00:47:26: Und wie die sich gegenseitig tragen und halten, und sich öffnen in so einem sicheren Raum.

00:47:32: Und einfach nur da sein dürfen ist es einfach so heilsam!

00:47:36: Also was in Gruppen geschieht ist so heilsam.

00:47:40: Ich war mal in Würzburg, wo eine super schöne Stadt ist und war dann in der Altstadt abends essen.

00:47:47: Da trafen sich Menschen zusammen gesungen.

00:47:50: Toll

00:47:51: Und die saßen einfach in dieser Gaststätte, in der Würzburger Altstadt im Nebenraum und haben einfach zusammengesungen.

00:47:58: Es war total bewegend und total berührend!

00:48:03: Ich möchte da was Bertha gerade gesagt hat ein großes Ausrufezeichen hinter setzen weil ich finde wir sind auch dringend aufgerufen aus unserer Warteposition rauszukommen.

00:48:12: Also dieses wann macht es endlich einer?

00:48:15: Macht es selbst!

00:48:16: Und wenn am Anfang nur vier kommen, ist doch egal.

00:48:19: und wenn nur oder drei... Es ist dochegal fangt auch einfach an und man kann einfach so viel bewirken so viel bewirken und so viel verändern in ganz kleinem.

00:48:31: Man muss ja nicht immer gleich die Welt retten, du hast ja

00:48:33: mit Tim Bensko

00:48:34: auch schon gesprochen!

00:48:35: Genau richtig, das ist genau so.

00:48:38: Und ich glaube dieses Bewusstsein dass es eben im Kleinen geht und dass die vier Menschen, die dann da sind, die richtigen sind und dass dazwischen denen was entsteht... Das ist glaube ich total gut wahrzunehmen.

00:48:53: Ich freue mich über jeden der kommt der dann Beitrag zu leistet und genau das knüpft Verbindung.

00:49:06: Was ist denn für dich, dass Herausforderungsdarm älter

00:49:08: werden?

00:49:20: Bei mir wechselt das also.

00:49:22: deswegen zöger ich auch vielleicht gerade so es die Autonomie hatte schon genannt.

00:49:32: Das größte wird für mich sein dieser Autonomieverlust, wenn der durch irgendeine Erkrankung oder was auch immer fortschreitet.

00:49:44: Und das zweite, was meine größte Angst ist im Grunde und es hat auch etwas wiederum mit Autonomie zu tun Wir können uns nicht aussuchen, wie wir sterben und nur vierzehn Prozent der Menschen sterben zu Hause.

00:50:04: Also ja aber wenn ich es mir wünschen könnte dann würde ich gerne in einer Umgebung sterben, in der ich mich wohl fühle und tragisch wäre für mich, wenn ich sozusagen sterben müsste im hoch technisierten Intensivstation oder keine Ahnung was wo Mich überhaupt nichts an mich und an zu Hause erinnert, wo ich noch nicht mal meine eigene Kleidung anhabe.

00:50:31: Das wäre für mich tragisch.

00:50:33: also Ich wünsche mir zu sterben in einem Rahmen Wo ich mich aufgehoben fühlen kann sozusagen beim sterben Und das ist so.

00:50:45: von daher habe ich Angst vor dem wie des Sterbens.

00:50:48: ich hab nicht angst vor dem tot würde ich sagen aber vor dem wir des sterben Und das sind, glaube ich meine beiden größten Themen die ich mit dem Alter werden habe.

00:51:01: Es gibt aber noch einen dritten Aspekt und der hat damit zu tun dass wir ja schon so viel Verlust auch in unserer Familie erlitten haben und oft auch auf eine tragische Weise.

00:51:14: Ich hab für mich das Gefühl wenn jetzt sozusagen eins unserer Kinder sterben würde das Außerhalb sozusagen der normalen, des normalen Zeitlaufs passieren würde.

00:51:28: Wenn ich sterbe oder meine Frau wäre das erstmal nicht so schlimm weil wir die Älteren sind.

00:51:33: aber wenn ich noch ein Tod verkraften müsste, der außer der Reihe ist, der nicht in dieser Zeit leiste, in diese Zeitleiste passt dann weiß ich nicht ob ich das noch schaffen würde das zu verarbeiten.

00:51:45: also und davor habe ich auch total Angst.

00:51:49: ja

00:51:50: versteh ich Ja, das verstehe ich.

00:51:55: Genau!

00:51:58: Das Leben.

00:52:01: Es war jetzt so eine tiefe Aussage die du getroffen hast da würde ich eigentlich gerne erst mal stehen lassen.

00:52:07: Ich weiß gar nicht was ich dann für Gedanken dazu teilen würde.

00:52:14: und doch es ist so wichtig dass wir lernen dass alles gleichzeitig da sein darf.

00:52:18: Tamaraditel ambivalenz kompetenz ja Diese innere Spannung aushalten, die diese Vielschichtigkeit und dieses Facettenreiche des Lebens ausmacht.

00:52:28: Also ... Die Freude und die Liebe und die Angst... Und die Ohnmacht!

00:52:35: Und alles was dazugehört.

00:52:37: Genau.

00:52:38: Ja von daher ist das ein ganz wichtiger Begriff also glaube ich.

00:52:43: Und auch eine ganz ähm ja wichtige oder ne zielführende Entscheidungen im Grunde für uns in Leben, uns mit Ambivalenz Kompetenz zu beschäftigen und eben das Dasein von unterschiedlichen Gefühlen zur gleichen Zeit wahrnehmen.

00:53:09: Und damit in irgendeiner Form umgehen zu können.

00:53:13: Das finde ich ist auch so eine große Herausforderung beim Älterwerden oder beim Reifen reifen lässt, im übertragenen Sinne sind ja oft diese Übergänge und sind oft die Krisen, die wir durchleben müssen.

00:53:28: Und aus denen wird dann gestärkt wieder hervorkommen.

00:53:31: Dadurch werden wir ja runter und ganzer.

00:53:33: aus meiner Erfahrung.

00:53:36: Genau ich glaube, dann gelingt es auch immer besser ambivalenz kompetenz zu leben.

00:53:44: Von daher ist die Akzeptanz beim Älterwerden und aber auch die Ambivalenzkompetenz beim Älterwerden extrem wichtig.

00:53:52: Und ja, wer sich noch nicht damit beschäftigt hat will ich einladen, sich damit zu beschäftigen.

00:53:59: Trauer-und Freude kann eben gleichzeitig sein.

00:54:01: So eine Szene beschreibe ich auch in meinem Buch und dann wahrzunehmen es darf auch beides sein!

00:54:08: Auch wenn die Menschen vielleicht den Kopf schütteln und denken, die müssten doch jetzt traurig gerade da, was Freude ist und was gut tut.

00:54:19: Und wo wir lachen und wo wir uns freuen über die Steine, die übers Wasser flitschen und diese tollen Wellen machen.

00:54:26: Das ist glaube ich für mich auch eine noch Herausforderung eben diese... wie soll ich sagen?

00:54:39: diese unterschiedliche Wahrnehmung von Wirklichkeit, von unterschiedlichen Menschen eben nicht zu bewerten.

00:54:47: Sondern sie dastehen zu lassen und sie eher als eine Frage zu verstehen die mich dazu einlädt hey was löst es denn gerade in mir aus dass ich das so bewerten muss?

00:54:58: Und dann glaube ich kann ich mir auch wieder ein Stück näher kommen weil das hat ja oft etwas mit mir zu tun Genau.

00:55:07: Und deswegen wünsche ich mir auch, dass wir mehr verlieren ganz generell egal wie alt wir sind und in welchen Situationen wir sind das wir innerlich auch wegkommen von sowohl Bewertungen uns selbst gegenüber auch aber auch von bewertung von anderen und nicht immer gleich die dinge beurteilen und verurteiln sondern zu sagen ja so vielfältig ist es leben unterschiedlich kann Gestaltung von Leben sein.

00:55:41: Und jeder darf es so entscheiden, wie er's für richtig hält wenn er niemanden Dritten beeinträchtigt dabei.

00:55:49: Ich muss auffeststellen auch mit zunehmendem Alter je mehr mir das gelingt was du gerade beschrieben hast und auch rauszukommen aus dieser Reaktivität.

00:55:58: also ich sehe etwas passiert und mein Ego bläst sich sofort auf und hat dazu eine Meinung oder empört sich Da kurz diesen Raum zu betreten zwischen Reiz und Reaktion zu sagen, stopp.

00:56:11: Er ist in so einer Haltung zu kommen.

00:56:14: Eier interessant!

00:56:17: Und mein Nervensystem dankt mir das sehr.

00:56:20: Trotzdem ist es mir nicht egal.

00:56:21: Ich habe natürlich auch eine Haltung dazu, da mache ich mir danach Gedanken... Aber ich finde auch das ist etwas, was sehr zugenommen hat in den letzten sechs Jahren.

00:56:30: Eigentlich seit der pandemischen Zeit dieses extrem reaktive und diese Verrohung der Sprache und sich empören über alles ... Den moralischen Zeigefinger zu erheben.

00:56:40: Es hat sehr zugenommen.

00:56:42: Und das beschleunigt die Welt!

00:56:45: Das tut den Menschen gar nicht gut.

00:56:47: Weil wir im Grunde genommen ja ... Ja so ist

00:56:52: es.

00:56:52: Also...

00:56:54: Hier lebt es auch so.

00:56:55: Also für mich selber und das tut einfach nicht gut.

00:56:58: Nee, ist doch nicht gut!

00:57:00: Ja...

00:57:00: Also so kann älter werden auf jeden Fall leichter werden, kann ich euch auch sagen.

00:57:06: Auf jeden Fall also das würde ich auch total sagen und ich nehme jedes Jahr so eine Challenge vor für mich selbst zur Eikenentwicklung und im letzten Jahr war's eben das Thema Bewerten.

00:57:17: Und genau manchmal mache ich es auch mit jemand anderem zusammen dass wir uns gegenseitig Korrigieren können sozusagen und das ist dann schön.

00:57:27: Ja, dass Und es schafft eine Bewusstheit sozusagen auch für so ne wie soll ich sagen Wie du gesagt hast so eine reaktive handlung die wo man sich überhaupt nicht mehr fragt Ist sie jetzt sinnvoll oder nicht?

00:57:41: Oder verändert die wirklich was oder nicht?

00:57:47: Lieber Bertram Du hast in deinem buch ein brief an dein eighty- achtzigjähriges Ich geschrieben.

00:57:54: Was würde denn dein achtundachtzigjähriges Ich heute zu dir sagen?

00:57:59: und so diesen Buch, das heute am Tag unsere Aufzeichnung erscheint?

00:58:04: Das ist echt eine gute Frage.

00:58:11: Wenn man das umdreht ja ich glaube es würde mir sozusagen Ja, ich bin so schlecht im Rechnen.

00:58:28: Ich wollte sagen wieviel Jahre das noch weg ist sozusagen aber es kann sicher jeder selber ausrechnen!

00:58:34: Nein, ich würde... Ich glaube mein achtundachtzig-Jähris, ich werde mir zu rufen... ja, ich versuche es in einem Satz zu sagen.

00:58:59: Gehe den Weg den du beschreibst zu mir und zu den achtundachzig Jahren.

00:59:04: Geh den also Versuch, das zu realisieren was du mir wünschst wenn ich achtundachtzig bin.

00:59:17: So und dazu gehört ein Punkt würde ich gern rausgreifen.

00:59:23: Dazu gehört einen oder zwei.

00:59:29: da gehören zu nämlich zwei ganz wichtige Dinge neben denen dass mir natürlich die Menschen um mich herum meine Familie usw.

00:59:37: ganz wichtig ist.

00:59:39: diese beiden Aspekte, die kommen da auch vor.

00:59:41: Aber darüber dazu mag ich jetzt nichts sagen.

00:59:45: also nicht weil ich es nicht teilen will sondern weil es mir um was anderes geht nämlich ich habe mir sozusagen und das würde mir mein achtundachtigjähriges Ich dann auch sagen so zwei Verpflichtungen auch ein bisschen reingeschrieben in diesen Brief.

01:00:03: Und die eine ist Schreib den Roman, den du immer schreiben wolltest.

01:00:09: Das ist sowas ich habe durch das Buch und dadurch dass der Verlag mir so viel, der Nau verlagt mir soviel Raum gegeben hat auch mich selber zu verwirklichen in diesem Buch.

01:00:20: Dadurch hab' ich wieder die Lust am Schreiben wiedergefunden Und das war eine Wahnsinnserkenntnis.

01:00:27: Ich merke, wie das schreiben sozusagen.

01:00:29: Ich habe immer schon geschrieben aber, wie es noch mal auf einer anderen Ebene eine Bedeutung bekommt.

01:00:34: und mein großer Traum ist schon in frühen Jahren einen Roman zu schreiben und das ist so.

01:00:39: das eine.

01:00:41: Und das andere ist man sagt ja man soll wenn man älter wird nicht mehr auf die Bühne gehen.

01:00:47: Aber ich hab so ein Bild von mir als als achtenachtzigjähriger Poetry Slammer der Älteste in Deutschland quasi, der den Text vergisst.

01:01:01: Der einen Hinkestock hat.

01:01:03: Der ganz unperfekt daherkommt mit seiner blauen Baskennütze und quasi nach Worten ringt und immer wieder Pausen hat in seinem Text und die Zeit hoffnungslos überzieht

01:01:16: usw.,

01:01:18: aber der einfach dazu steht und so ist und der dabei Spaß hat und dem es mit sich selber gut geht.

01:01:24: Und dazu ist die Voraussetzung aber, dass ich eher auf die Bühne gehe damit.

01:01:29: Das traue ich mich noch nicht richtig und das würde mir mein achten-achtzigjähriges Ich würde mir ganz viel Mut zu sprechen macht es doch traurig!

01:01:48: Ich kann ihn vor mir sehen.

01:01:51: Das ist schön Das passt doch total.

01:01:55: Ich glaube, von über zweihundertsechzig Podcast folgen die Erste, wo ich jetzt am Schluss mit den Tränen ringe.

01:02:00: Lieber Bertram Kaspers war wunderbar!

01:02:01: Ich danke dir von Herzen.

01:02:03: Lieben Dank, Diakatis hat mir auch total viel Spreude gemacht und ich glaub wir, die Menschen können es auch sehen dann nachher.

01:02:13: Genau, danke dir.

01:02:15: Schön dass wir so berührbar sind.

01:02:17: Ja,

01:02:19: wunderbar.

01:02:20: Bertram Kass war bitte folgt ihm auf allen Kanälen.

01:02:23: Bitte kauft sein Buch, es ist wunderschön und alle Links zu dir in den Show Notes.

01:02:28: Und ich verlinke auch die Folge mit Tamara Dietl in den show notes und ich verspreche euch liebe Community dieses mal denke ich auch dran.

01:02:37: Ich wünschte alles Gute.

01:02:38: lieber Bertra mich danke euch ihr lieben dass Ihr euch mit diesem themen beschäftigt das ihr auf der reise seid Dass ihr diesen podcast hört und teilt und bitte auch gerne kommentiert liked und abonniert wegen Algorithmus und so

01:02:50: Danke von Herzen.

01:02:51: Bitte bleibt gesund, zuversichtlich und stets neugierig!

01:03:05: Tschüss!