Get happy

Get happy

Bewusster leben. Zufriedener sein.

Transkript

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00:00:00: Und ich glaube, wirklich gelingendes Leben.

00:00:02: und Freude hat ganz stark damit zu tun in Beziehung zu sein.

00:00:07: Hat ganz stark auch der mitzutun zum größeren Ganzen beizutragen?

00:00:14: Zu einem Vier beizutragen sich in ein Vier aufgehoben zu fühlen?

00:00:18: Das ist ein ganz starker Punkt!

00:00:20: Und zugleich hat Freude eben auch ganz viel damit zu tun die eigenen Gaben zu verwirklichen und zu entfalten.

00:00:25: also beide Pole Get Happy Bewusster leben, zufriedener sein.

00:00:37: Von und mit Kathi Kleff

00:00:44: Und ich sage, hallo ihr Lieben.

00:00:45: Schön, dass Ihr auch in dieser Folge wieder mit dabei seid!

00:00:48: Wie immer hoffe ich besonders jetzt in der dunklen Jahreszeit, dass es Euch gut geht und das Ihr in diesem Moment an einem wohligen, an einem sicheren und an einem muckeligen Ort seid.

00:00:59: Für mich ist diese Folge was ganz besonderes weil es nämlich meine erste Aufzeichnung im alten neuen Zuhause ist und Ich hoffe sie steht unter einem guten Stern.

00:01:09: technisch klappt alles Das Internet bricht nicht zusammen aber Guter Dinge, denn die Vibes hier sind ganz vorzüglich und so langsam in kleinen Schritten komme ich auch an im neuen alten Zuhause.

00:01:21: Und auch meine Seele reist hinterher.

00:01:24: man sagt ja sogar wenn man in den Urlaub fährt Die Seele braucht drei Tage bis sie angekommen ist und bei Umzügen und gerade über so eine weite Distanz von Bayern nach Nordrhein-Westfalen ist es.

00:01:34: natürlich braucht Sie ein paar Tage länger aber mittlerweile fühlte Ich mich wirklich gut und ich freue mich total mein Job Meine Berufung Den Podcast, mein Coaching alles was ich sonst noch so mache nun in den eigenen vier Wänden gestalten zu dürfen.

00:01:50: Auch das Thema finde ich passt ganz wunderbar zu dieser Lebenssituation und auch besonders zur Jahreszeit in der wir uns gerade befinden Denn in der kommenden Stunde soll es um die Freude gehen.

00:02:02: Und jetzt höre ich sie schon Die inneren stimmen, die sagen Boah ey wo soll man denn der Zeit und in der aktuellen Lage noch Freude empfinden?

00:02:10: Es sind nach wie vor bewegte Zeiten, seit Jahrzehnte eigentlich.

00:02:15: Wenn wir ehrlich sind scheint nichts mehr an seinem Platz zu sein.

00:02:19: Es herrscht Angst in vielen Menschen vor der Zukunft, vor Ungewissheit, vor der politischen Lage.

00:02:26: also Wie kann es gelingen?

00:02:29: Die Freude trotz allem, also neben all dem was sonst noch ist mehr in unser Leben einzuladen.

00:02:36: Denn es ist sehr gut erforscht und untersucht die Freude für unsere mentale und für unsere seelische und auch für unsere körperliche Gesundheit absolut essentiell und wir können sie trainieren wie einen Muskel.

00:02:50: Melanie Wolfers war schon mal bei mir zu Gast.

00:02:53: Jetzt hat sie ein neues Buch geschrieben, das genau dazu einlädt, nämlich die Freude einzuladen in unser Leben!

00:02:59: Sie ist Theologin, sie ist Philosophin und sie ist Podcasterin.

00:03:02: Sie ist Autorin.

00:03:04: Sie isst ZDF-Moderatorin und ich freue mich so sehr auf den Austausch mit dir, liebe Melanie.

00:03:10: Herzlich willkommen!

00:03:11: Danke für die Einladung, Kathi!

00:03:13: Worüber hast du dich heute Morgen schon gefreut?

00:03:18: Unglaublich schön.

00:03:19: spätsommerlichen Herbst oder spät sommerlichen Sonnentag.

00:03:23: Das warme Licht, die bunten Blätter, die ich sehe wenn ich aus dem Fenster raus schaue weil wir hier ein Baum vor unserer Wohnung haben das ist irgendwie eine Quelle von Freude für mich an diesem Tag

00:03:35: Und da war schon der kleine Einstieg, wie wenig es manchmal braucht.

00:03:39: Freude das Leben ins Herz schließen!

00:03:42: Ich weiß aus unserer Korrespondenz in den letzten Wochen als wir uns verabredet haben zu diesem Gespräch dass dir dieses Buch ein besonderes Herzensanliegen war und ist.

00:03:52: warum?

00:03:55: Ja ich finde wie du es vorhin auch schon einleitend gesagt hast seit zwei zwanzig ist irgendwie nichts mehr wie jetzt war.

00:04:00: Wir geraten gefühlt von einer Krise in die nächste Schlimmere und da ist Freude oft und zwar häufig individuell, zwischenmenschlich aber auch gesellschaftlich.

00:04:08: Und da ist Freude auf das Erste, dass wir verlieren und das Letzte was wir versuchen zurück zu gewinnen – und das halte ich für falsch!

00:04:15: Denn weil so sehr porrentiert gesagt nicht trotz der Dunkelheit daraus sondern gerade wegen der Dunkenheit gilt es, dass wieder Freude Raum geben.

00:04:28: Du schreibst in diesem Buch immer wieder an der einen oder anderen Stelle.

00:04:31: Es ist einfach, finde ich auch wieder mal so ein Buch wird es.

00:04:33: eine warme wohlige Decke ist jetzt in dieser Jahreszeit und überhaupt im ganzen Leben.

00:04:39: du schreibts an vielen Stellen auch über Forschung und Untersuchungen von Freude.

00:04:45: kannst du uns ein bisschen mitnehmen unsere eigene Biochemie was eigentlich bei uns im Körper geschieht wenn wir uns wirklich über etwas freuen

00:04:53: Ja, das ist ... da werden... also was ist ja eine total spannende Frage finde ich.

00:04:57: Was passiert eigentlich zwischen unseren zwei Ohren?

00:05:00: Wenn wir uns freuen!

00:05:01: Also eben vor allen Dingen so die Biochemie und die Hirnphysiologie.

00:05:04: Da werden so klassische, die klassischen Glückshormone freigesetzt.

00:05:09: Die Endorphine oder das Oxycodon ... Oxy ... nee wie heißt das?

00:05:15: Oxytocin.

00:05:16: Ich habe gerade jemanden noch eine Tabette als Oxycodone gegeben, deswegen kam der Versprecher!

00:05:20: Das ist ein ziemlich starkes Schmerzmittel.

00:05:22: also das meine ich nicht.

00:05:26: Und wenn wir uns freuen, dann werden die klassischen Glückshormone freigesetzt.

00:05:35: Die zum Beispiel bei körperlicher Nähe und Zuwendungen ausgeschüttet oder vor Freude werden.

00:05:44: Und so spielt unser Gehirn gewissermaßen zu einem Konzert auf, wo jetzt gerade Freude schöner Götterfunk gesungen wird.

00:05:52: Jetzt mal mit der Beethoven-Symphonie gesprochen.

00:05:55: Also das heißt, unser Körper feuert wirklich ganz viel an Hormonen wenn wir der Freude Raum geben Und das braucht eben auch die gewisse Aufmerksamkeit oder dass wir sie eben nicht übergehen, damit die Freude wirklich zum zukommen kann.

00:06:16: Im Grunde genommen ja das Antidot zu Cortisol und Adrenalin.

00:06:20: Genau!

00:06:21: Also quasi unser Gegenmittel für Stress im wahrsten Sinne des Wortes?

00:06:25: Ja, da gibt es ganz viele Untersuchungen.

00:06:27: hast du vorhin auch schon eingangs gesagt dass Freude wirklich auf der physiologischen Ebene Stresshormone senkt dafür sorgt dass Muskeln sich entspannen, dass der Herzschlag ruhiger wird Trägt auch dazu bei, das ist natürlich nicht Monokausal und trägt auch dabei, dass Immunabwehrkräfte gestärkt werden.

00:06:51: Also so auf der körperlichen Ebene hat Freude einen ganz wichtigen Beitrag für körperliches Wohlbefinden, für Gesundheit.

00:07:00: Ich denke, das kennen ja wahrscheinlich ganz viele.

00:07:02: Da hast du einen stressigen Tag gehabt, kommst abends nach Hause unter Druck und dann kommt vielleicht eine Freundin vorbei oder bei dir, du bist jetzt frisch umgezogen.

00:07:14: Kommt irgendwie aus der Nachbarschaft von früher jemand und sagt Mensch Kati toll dass du da bist komm lass uns doch mal gemütlichen Tee trinken.

00:07:19: und dann sitzt ihr zusammen und redet plaudert und lacht.

00:07:22: und dann merkt man so förmlich wie Anspannung von den Schultern abfällt die Muskeln sich entspannen der Atem tiefer wird und man vielleicht auch besser nachts schläft.

00:07:32: also Freud hat einfach eine auf der physischen Ebene eine wohltune und auch gesundheitsstärkende Wirkung.

00:07:40: Und deswegen finde ich ja eigentlich auch spannend die Frage, also wenn man mal so jetzt von einer Profilaxe her guckt auf der Gesundheitsebene wir wissen genau wie was das Ich gesunde Ernährung dass das wichtig ist Bewegungen usw.

00:07:55: Aber ich glaube mindestens genauso stark für ein.

00:07:58: eine gute Profilachse ist auch zu Wissen Was lässt mich gerne leben?

00:08:08: Was

00:08:09: lässt mich gerne leben?

00:08:11: Und sie tut gleich natürlich auch seelisch wohl diese Frage.

00:08:13: Aber eben auch ist es wirklich auf der physischen Ebene ein ganz wichtiger Faktor, was lässt nicht gerne Leben?

00:08:18: wenn ich darauf Antwort geben kann dann wird das mein physisches und und dann auch versuche dass zu leben wird das Mein physisches Wohlbefinden stärken.

00:08:28: Vielleicht darf ich mal so ein, zwei Beispiele aus meinem Praxisalltag teilen.

00:08:32: Ich arbeite ja viel mit Menschen und hab viel zu tun.

00:08:34: Ich habe z.B.

00:08:35: aktuell eine Klientin, die in den letzten Monaten viel gestruggelt hat mit teilweise stärkeren depressiven Verstimmungen.

00:08:45: Und wie ist der Zufall?

00:08:47: So wollte ... Hat das Leben sie mit Golf in Kontakt gebracht Und dann ist sie zum ersten Mal in ihrem Leben auf einen Golfplatz gegangen und zwar in diesem traumhaften Spätsommer, den wir ja im Jahr zwanzig sechsundzwanzig hatten.

00:09:02: Sie hat das erste mal seit ganz, ganz langer Zeit Freude empfunden!

00:09:07: Es hat ihr einfach so gut getan diese... Entschleunigte Sportart, die Verbundenheit mit der Natur und aber weil sie dann ihre Platzreife quasi gemacht hat.

00:09:17: Die Verbundenkeit auch mit anderen Menschen, die auch in einem ähnlichen Alter waren.

00:09:21: Und das war genau das was ihr seit so langer Zeit gefehlt habt.

00:09:26: Dann erinnere ich mich des... Ich glaube Martin Salligmann also aus der positiven Psychologie dass ja so das absolute Nummer eins Credo ist der Freude zu folgen!

00:09:37: Ja.

00:09:38: Und gleichzeitig weiß ich aber auch, dass es für so viele Menschen so schwierig ist überhaupt ein Gefühl dafür wieder zu bekommen was ihnen eigentlich Freude macht.

00:09:48: Wie kann man damit umgehen?

00:09:50: Hast du da Empfehlungen oder Erfahrungen die du teilen kannst?

00:09:55: Also du hast für dich jetzt so drei total wichtige Punkte genannt.

00:09:57: Zum ersten, welche Freudequellen da deine Klientin für sich entdeckt hat?

00:10:03: Die Natur, die Verbundenheit ganz zentraler Punkt vielleicht auch das Lernen von neuem.

00:10:11: und das zweite dass du sagst viele haben häufig gar keine gar kein Wissen mehr, was tut mir gut?

00:10:18: Da können wir vielleicht auch noch mal drüber sprechen.

00:10:19: Woran nicht denn das?

00:10:20: Weil eigentlich ist es ja total dämlich dass wir nicht wissen, was uns Freude macht oder guttut.

00:10:24: also scheinbar irgendwie komisch.

00:10:25: ne weil wir wünschen uns doch alle Freude.

00:10:27: warum wissen wir denn nicht was uns guttutt und was uns freudemacht da gibt's verschiedene Gründe.

00:10:32: Und dann wie kommt man dem auf die Spur?

00:10:34: Was macht mit den Freuden damit ich ihr folgen kann?

00:10:37: Ja und wie kommt einem auf die spur?

00:10:40: Also in meinem buch habe ich ja so verschiedene.

00:10:43: Also, ich habe alle Übungen oder Tipps oder Hinweise, die ich im Buch ja auch gebe selber ausprobiert.

00:10:51: Und das hat mein Leben irgendwie ... Ich hab es ja einen Jahr lang daran gearbeitet an dem Buch und immer wieder so neue Übung auszuprobieren.

00:10:57: Das hat irgendwie auch die Freude in meinem eigenen Leben noch mal gestärkt.

00:11:02: So ein Punkt ist eine ganz einfache Übung.

00:11:06: Eine Handvoll Glück!

00:11:08: Was meine ich mit dieser Handvoll Glück?

00:11:11: Also ich kann morgens eine Hand voller Bohnen in meine linke Hosentasche stecken und immer am Tag, wenn es irgendwas gibt wo es so ein leises Lächeln auf meinem Gesicht gibt worüber ich mich freue.

00:11:26: Es kann sein irgendwie das Kinderlachen in der U-Bahn oder eben dieser Herbsttag von dem ich gerade gesprochen habe wohlig anfühlende Tasse Tee oder ein schönes Gespräch.

00:11:39: Oder ich habe jemandem etwas Gutes getan und das weckt Freude in mir, da ist jemand dankbar für etwas was ich ihr getan habe.

00:11:46: All das sind so Momente und immer wenn ich so einen Moment wahrnehme lasse sich eine Bohne von der Linken in die rechte Hosentasche wandern und am Abend setze ich mich hin und nehme diese Handvoll Bohnen in die Hand und versuche mich daran zu erinnern.

00:12:00: wann hab' ich denn eine Bohde von der linken in den rechten Hosentase wandern lassen?

00:12:04: Und diese Übung hat zwei großartige Effekte.

00:12:08: Zum einen die Aufmerksamkeit tagsüber wird gestärkt auf das, was dich ein Stück froh macht oder dich einfach für einen Moment lächeln lässt mit Freude erfüllt.

00:12:23: Also die Aufmerksamkeit für das gute und positive wird gestärkt, weil da sind wir ja nicht so große Heldinnen und Helden drin, das Gute nachzunehmen meistens.

00:12:32: Genau!

00:12:32: Das ist auch noch mal ein wichtiger Punkt.

00:12:34: also diese Aufmerksamkeit der Fokus auf das positive wird.

00:12:38: Wenn ich dann am Abend sitze und mich daran erinnere, dann kann ich so richtig diese schönen Momente noch mal zelebrieren.

00:12:44: Und ich kann mich, ich sage gerne der Nachfreude hingeben!

00:12:48: Also es gibt ja nicht nur die Vorfreude oder die Freude im Augenblick sondern die nachfreude

00:12:52: wenn wir uns erinnern?

00:12:53: Ja genau

00:12:55: und die hat auch hörenphysiologisch fast den gleichen Effekt wie die freude im augenblick selber.

00:13:01: Und das kann so eine Übung sein, also zum Eis einen einfach mehr Freude im Leben zu empfinden.

00:13:07: Wenn ich mich dann am Abend dran erinnere und wenn es nur zwei drei Momente sind um die Aufmerksamkeit zu stärken für das was weckt in mir Freude?

00:13:16: Das kann so Eine kleine Übung sein Um dem auch wieder mehr auf die Spur zu kommen.

00:13:22: Was tut mir gut?

00:13:24: Was weg wohl befinden wir?

00:13:25: vielleicht merke ich boah und dieses Telefonat einmal an der Woche mit einer Freundin Das stärkt mich einfach.

00:13:32: Das ist so schön.

00:13:33: oder spazieren zu gehen, ja?

00:13:36: Das ist gerade in einem kurzen Nebensatz erwähnt und ich würde dich bitten die Geschichte zu erzählen weil sie hat mich sehr berührt auch deswegen weil ich etwas Ähnliches mal in einer Münchner U-Bahn erlebt habe das Mädchen in der U-bahn und Ich finde diese Geschichte Die zeigt so eindrücklich, also ich denke gerne in Frequenzen und die zeigt so eindrücklich wie sich Frequenz oder Stimmungen verändern wenn in eine sehr angespannte Situation etwas voller Freude einzieht.

00:14:05: Magst du die Geschichte mal teilen mit?

00:14:06: Ja das ist nicht wirklich

00:14:08: süß.

00:14:08: Die ist so super!

00:14:10: Also ich lebe in Wien.

00:14:11: Ich fuhr mit der U-Bahn, ich glaub das war so Rush Hour Ende da, also Arbeitszeit.

00:14:18: Und alle Leute waren wie das eben so ist, irgendwie in sich abgekapselt guckten aufs Handy oder stierten leer vor sich hin und total eng alles.

00:14:26: Dann stand ein Kind mit seinem Vater an der Ubandür und sagte ganz laut du Papi die U-bahn hat Bauchweh!

00:14:35: Weil sie sie rattern und knattern hörte und dem Vater war das ein bisschen peinlich Und dann hielt die U-Bahn an.

00:14:44: Dann macht sie die Türen auf und wieder zu, wenn er die u-Bahnen losfährt oder die Türe zugeht, dann zischt das ja manchmal so laut.

00:14:49: Und dann sagt sie,

00:14:50: Papi!

00:14:51: Die

00:14:51: U-bahn hat gepupst!

00:14:53: So süß.

00:14:54: Das

00:14:55: war super.

00:14:57: Ein Mann sagt einfach ganz laut, stimmt!

00:15:00: Und fängt an zu lachen.

00:15:02: zwei junge Leute, die vorher in ihr Handy gestirrt haben gucken und pusten los Und egal, wo man hinschaut, gab es so einen Lächeln auf den Gesicht der Menschen.

00:15:13: Da, wo vorher eine Vereinzelung war, war auf einmal die Atmosphäre anders – die Stimmung und die Frequenz.

00:15:25: Diese Frequenzen hat auch ... Der Faden der Freude hat uns Menschen in der U-Bahn miteinander verbunden.

00:15:33: Tolle Geschichte, weil so deutlich wird Freude

00:15:37: hat eine total

00:15:38: starke soziale Krat.

00:15:42: Und ich finde sie erzählt auch in einer Nebenhandlung wo uns Freude abtrainiert wird wenn wir klein sind nämlich und das ist überhaupt gar kein Vorwurf an den Vater und gar keinen Angriff.

00:15:51: aber es ist doch so interessant wie wir sozialisiert sind Und ich habe mal das Gefühl, besonders auch in dem Teil Europas, indem wir leben.

00:15:59: Weil in Spanien oder Italien oder Frankreich dürfen die Kinder laut sein und nehmen am gesellschaftlichen Dasein mehr teil, dass der Vater sofort das Kind im Grunde genommen maßregelt.

00:16:11: Das ist ihm peinlich!

00:16:13: Oder da kommt es ja vielleicht ein bisschen her, dass uns das so schwer fällt?

00:16:17: Oder was meinst du?

00:16:18: Ja, das ist sicher ein Punkt.

00:16:20: also... Ich komme selber aus einer großen Familie, in der Zwischenzeit haben meine Nichten und Neffen Kinder.

00:16:26: Und wenn ich dann so erlebe wie die Kinder sich von Herzen freuen können?

00:16:34: Dann frage ich mich manchmal mit so einer gewissen Traurigkeit warum verlieren wir Erwachsenen das oft.

00:16:44: Warum können wir uns oft nicht so von Herzen freuen und der Freude auch so Ausdruck geben?

00:16:49: Und ich glaube, dass ist natürlich ganz vielschichtig!

00:16:53: Also ein Punkt als Erwachsener haben wir einfach schon vieles erlebt und erlitten wo Freude gemindert wird oder auch Schweres auf uns lastet.

00:17:06: Wir haben tradenhäufigen in Rucksack, der das Leben auch schwer macht.

00:17:11: Und ein zweiter Punkt, der auch denke ich dazu beiträgt.

00:17:13: Wir haben einfach so viele Dinge für die wir verantwortlich sind, um die wir uns kümmern müssen und dafür sorgen müssen.

00:17:19: Das heißt unsere Gedanken sind oft in dem, das muss ich noch machen oder das oder das ist typisch overloaded.

00:17:25: Wenn man ganz vieles gleichzeitig organisieren muss dann habe ich meine Gedanken überall aber bin eigentlich gar nicht wirklich im Augenblick und Freude stellt sich nur ein, wenn ich präsent bin im Augenblick und sie einen Resonanzraum hat.

00:17:38: Das sind denke ich sehr nachvollziehbare Gründe warum wir Freude... Also das heißt nicht, dass es dabei bleiben muss.

00:17:46: Aber warum wir Freude nicht so unmittelbar spüren und ausdrücken?

00:17:51: Und dann kommt aber auch der Punkt den du gerade gesagt hast.

00:17:53: also in der Erziehung lernen wir natürlich als Kinder lernen wir, dass unsere Gefühle akzeptiert sind wenn sie einen langen Mal ein gemäßigten Ausdruck bekommen bei der Wut, bei der Angst beim Zorn.

00:18:08: Bei der Verzweiflung bei der hellen lautstarken Freude.

00:18:12: Und das ist ja einerseits auch richtig, also es gilt ja auch dass wir lernen mit unseren Gefühlen umzugehen.

00:18:17: Dass sie nicht mit uns umgehen.

00:18:19: aber oft wird das eben so stark reglementiert, dass der Freude ein Dämpfer aufgesetzt wird.

00:18:25: und ja wie dann auch irgendwie zu diese Unbekümmertheit oder diese Bereitschaft uns unmittelbar vom Leben berühren zu lassen und in Resonanz zu gehen auch so'n Stück Diese Fähigkeit verlieren, Gott sei Dank muss das nicht auf Dauer sein.

00:18:42: Aber ich denke es ist auch so eine Erklärung ja.

00:18:45: Also dass wir uns im Grunde genommen als Erwachsene dann wieder erlauben dürfen und zu freuen.

00:18:52: Das war zumindest irgendwie meine Erfahrung sich des zu trauen, sich zu freuen

00:18:57: Absolut.

00:18:57: Und das halte ich für so, so wichtig und ich habe ja ein ganzes Kapitel geschrieben über Freudekiller oder Freude-Dämpfer also der Begriff Dämpfe kommt aus der Musik was weiß ich weil zum Beispiel eine Trompete setzt man vorne so aus aus Styropor oder anderen Materials und Propfen rein, damit die Trompete gedämpfter klingt und eine andere Tonfarbe hat.

00:19:20: Und ich habe den Eindruck es gibt verschiedene Freude-Dämpfer in unserer Gesellschaft.

00:19:24: Und einen über den haben wir gerade gesprochen also so der Ernst des Lebens als Erwachsene.

00:19:28: ins zweiter Punkt und das ist mir wirklich auch ein wichtiges Kapitel mehr zu verstehen warum einerseits wünschen wir uns alle Freude weil Freude unser Leben hell macht bewohnbar, lebendig und zugleich ist Freude auch gar nicht nur ganz einfach.

00:19:44: Und ich nenne einfach nochmal zwei Punkte und vielleicht magst du dir das wir über einen noch mal tiefer ins Gespräch kommen?

00:19:50: Also so einer Punkt ist so.

00:19:54: manchmal stellt sich ja in Augenblicken heller Freude ganz zeitgleich die Angst ein der Schreck.

00:20:05: Aber diese Augenblick ist zerbrechlich.

00:20:07: Wenn Eltern am Bett ihrer schlafenden Kinder stehen und so von Liebe durchflutet sind, passiert das?

00:20:15: So erzählen sie mir bisweilen dass genau in diesem Moment sie so eine Angst durchfährt was ihnen alles auf dem Schulweg passieren könnte Und die Freude ist weg und das Herz ist eng.

00:20:25: Und das ist so ein Punkt, ein echter Freude-Dämpfer oder Freudekiller.

00:20:29: Und ein zweiter, der mir auch sehr wichtig und auch sehr verbreitet ist... Ich habe den Eindruck viele behandeln Freude wie eine Art Dessert.

00:20:39: Ein Desserter, was ich mir erst erlaube ganz am Ende zu mir zu nehmen.

00:20:43: Am Ende eines arbeitsreichen Tages, am Ende eines Monats, am ende eines Arbeitsjahres wo ich mich dann an den Urlaub erlaube.

00:20:50: also so dass Freude Und hier wird es unterstellt, Freude ist etwas was ich mir erst erlauben darf wenn alles andere abgearbeitet ist.

00:20:58: Wie eine Belohnung nachgetaner Arbeit oder etwas was der Rechtfertigung bedarf und das begegnen wir gerade bei Frauen also gerade bei frauen habe ich so dass den Eindruck Dass sie ganz stark diese Wendann-Logik haben oder wir diese Wenden Logik haben.

00:21:16: Also wenn alle versorgt sind Wenn niemand mehr leidet wenn ich alles erledigt hab Dann kann ich dem, was mir wichtig ist und Freude macht auch mich hingeben.

00:21:26: Und so rückt die eigene Freude auf das Ende dessen, was getan werden soll.

00:21:33: Wenn das Ende erreicht ist sind die meisten erledigt, dass sie dafür weder Kraft noch Raum haben.

00:21:39: Das ist schade!

00:21:43: Diese Aufschieberitis von Freude klingt einerseits vernünftig.

00:21:47: Unsere Gesellschaft heißt es erste Arbeit

00:21:50: dann

00:21:50: das

00:21:50: Vergnügen Guter Glaubenssatz.

00:21:52: Ja,

00:21:53: absolut total verbreitet!

00:21:55: Ich habe da ja auch meine Theorien wo das auch sehr stark unter anderem mit herkommt.

00:21:59: Ja also ich bin ja auch Philosophin ne?

00:22:04: Also ich meine... dass das ganz stark wirklich so mit der Moderne und der Aufklärung zu tun hat.

00:22:10: Also Immanuel Kant, der entgegen der ganzen vorangehenden Ethik die immer gelingendes Leben also gutes Leben wo wir also ethisch korrekt handeln und Glück zusammen gedacht haben kommt dann in der Neuzeit und somit kannt.

00:22:25: Näh also was moralisch richtig ist?

00:22:27: Das darf doch bitte keine Freude machen!

00:22:30: Weil also was wirklich wert hat...das ist mit gerunzelter Stirn Und mit viel Willen und Anstrengung verbunden.

00:22:38: Also bloß nicht aus Neigung handeln, sondern aus der Pflicht.

00:22:44: Ein

00:22:45: so interessanter Aspekt ist Hautmich aus den Socken!

00:22:50: Also ich bin jetzt nicht so tief drin in der Philosophie, als dass ich hier wirklich mit dir mithalten könnte.

00:22:56: Aber wenn ich mal reinfühle in die Philosophen und die Großkopf- fanden der Moderne ... Und dann gehe ich mal zweitausend Jahre zurück zu Markus Aurelius oder Socrates oder Platon... Da ist schon eine Schwere plötzlich da, die ich vor zwei tausenden Jahren in den Lehren der Stoika zum Beispiel überhaupt nicht empfunden habe!

00:23:16: Das ist ja mega Beobachtung!

00:23:18: Genau, absolut.

00:23:20: Also wirklich angefangen bei den Griechen und den Stoikern aber das möchte ich auch ergänzen weil so häufig vom finsteren Mittelalter gesprochen wird bei den großen Philosophen des Mittelalters Thomas von Erkwin zum Beispiel der denkt ganz stark also ich habe da ein bisschen darüber promoviert der denkt sehr stark eben zusammen.

00:23:38: wie kann dass was sich tun soll Und das, was ich auch wirklich von der Neigung her, von der Bedürfnislage her tun will.

00:23:48: Wie kann ich schaffen, dass das ein Stück zusammengeht?

00:23:51: Dass sich das,was ich tun sollte, auch gerne tue und es mir Freude macht!

00:23:57: Alles andere ist doch irgendwie so moralischer Hochleistungssport, der erstens dazu führt,dass man's nicht gerne macht, zweitens dafür, dass man's häufig auch nicht macht... Ich finde das auch nicht menschlich.

00:24:10: Also deswegen ist es so wichtig, das zu entdecken und nicht erst die Arbeit und dann das Vergnügen.

00:24:15: Sondern warum nicht auch Freude in der Arbeit?

00:24:18: Dann wird die Arbeit viel besser

00:24:20: zum Beispiel.

00:24:21: Aber mir gehen gerade hundert Taps auf!

00:24:23: Ich bin grade gedanklich kurz in meiner Philosophieklasse auf meinem Gymnasium wo ich mit Wittgenstein hegel kann... habe mich sehr schwer getan mit dem Philosophieunterricht in der Schule und hat mich hinterher aufgefragt, warum eigentlich?

00:24:38: Weil ich liebe es tief zu tauchen.

00:24:42: Und da öffnest du mir jetzt gerade echt eine Tür weil es vielleicht einfach gar nicht am Lehrer lag und nicht an mir sondern vielleicht einfach hätte ich mich lieber mit Markus Aurelius beschäftigt und nicht mitkannt Ja,

00:24:56: oder heute mit Tugendetikern.

00:24:58: Also Tugent klingt ja so verstaubt!

00:25:00: Aber was meint Tugendeigent?

00:25:02: Tugnd ist sozusagen eine innere Haltung also zum Beispiel wenn ich immer wieder großzügig handele werde ich zu einem großzügigen Menschen dann entwickle ich die Haltung der Großzügigkeit und dann macht es fällt es immer leichter großzögig zu handeln.

00:25:16: und das fällt auch und es macht doch immer glücklicher es ist immer freutvoller Und das meint Tugend Ethik.

00:25:22: Das ist so ein großer Schatz und der ist eigentlich in der Neuzeit sehr verloren gegangen, wird heute ein Stückchen wieder entdeckt.

00:25:29: Genau!

00:25:30: Ob es Marc Aurelles oder Thomas von Aquinas, ob es Aristoteles ist oder heutige Philosophinnen auch ganz stark die und Philosophen, die da in diese Richtung denken.

00:25:41: Ein

00:25:42: kleiner Ausflug.

00:25:43: Aber wirklich, lass uns doch mal einmal kurz in dieses Phänomen der Frauengeneration zurückgehen weil ich glaube auch da fühlen sich ganz viele in deinen Worten können sich darin wiederfinden.

00:25:56: Dieses Phänomene ja auch das eigene Bedürfnis nach Freude unter das der anderen zu stellen.

00:26:04: also die Freude der Anderen hat mehr Gewicht und ist bedeutungsvoller Als meine eigene.

00:26:11: Und jetzt stelle ich mal die steile These auf, das hat meine Mutter mir vorgelebt und auch ihre Mutter hat es ihr vorgelegt.

00:26:20: oder da sind wir bei transgenerationalen Übertragungen?

00:26:25: Was glaubst du?

00:26:26: Ganz sicher also so die Sozialisation von Frauen durch... Also ich kenne jetzt geschichtlich zu wenig wie es tatsächlich zum Beispiel vor drehundert oder zweihundert Jahren aussah.

00:26:37: Das weiß ich!

00:26:39: Das weiß ich jetzt nicht so sehr.

00:26:42: Aber sicher im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert war die Sozialisation der Frauen sicher ganz stark in diese Richtung, grundsätzlich auch durch die Geschichte.

00:26:52: Die Frau, die sich ganz stark von Beziehung und den anderen her definiert und dieser fürsorgende Charakter als das was zur Natur der Frau gehört.

00:27:01: Ich würde sagen es gehört zur Natur des Menschen genauso wie ... Das Streben nach Autonomie und Selbstverfüllung zur Natur des Menschen gehört, nicht nur zur Natur

00:27:15: eines

00:27:17: Mannes.

00:27:19: Anlagung her von dem Grund, dann ist ja immer die Frage.

00:27:22: Weil das sind ja grundlegende Strewungen, dass streben nach Selbstverwirklichung, nach Autonomie und das Nachbeziehung und Fürsorge beides.

00:27:28: Und wir haben das halt geschlechter serotypmäßig so ein bisschen aufgeteilt und die Frau hat sich eben ganz stark definiert also eben als aus der Beziehung heraus, ne?

00:27:38: Mutter, Ehefrau etc.. Und von dort ist es sicher.

00:27:46: Also ich weiß, wie zum Beispiel meine Mutter es hat sie immer ziemlich aufgeregt.

00:27:48: Also mein Vater war Chefarzt, wurde sie immer Frau-Chefarzt genannt und sie gesagt, ich bin nicht Frau-Sheffarzt!

00:27:54: Ich bin nicht Chefärztin?

00:27:55: Ich bin Frau Wolvers und ich bin Mutter von fünf Kindern und ich Bin Lehrerin aber ich bin die Frau-Schefarst.

00:28:01: Wir

00:28:01: erinnern uns glaube ich alle an die Werbung aus den Achtzigerjahren.

00:28:04: Ich bin Zahnarztfrau Ja, die kenne ich nicht die

00:28:07: Werbung.

00:28:07: Aber genau so!

00:28:08: Genau

00:28:09: so!

00:28:09: Die ist

00:28:11: super Genau.

00:28:13: Und das hatte natürlich total viele Implikationen bis ins rechtliche und so weiter, gell?

00:28:17: Die Werbung kenne ich gar nicht, die muss ich direkt mehr ergugeln!

00:28:19: Ich glaube

00:28:20: es ist irgendeine Zahnpaste.

00:28:21: Oh,

00:28:22: genau.

00:28:22: Ah ja wahrscheinlich... Dann empfiehlt sie das weil sie damit den Kindern die Zähne putzt wahrscheinlich.

00:28:27: Ja und ihr Mann war zu beschäftigt um den Werbespot zu machen, er war ja Zahnarzt und sie war nur die Zahnarzts Frau und sie hat Zeit dafür die Zahmpasta zu bewerben.

00:28:36: also total verrückt

00:28:37: Ja, genau.

00:28:38: Und das ist sicher so ein Punkt.

00:28:40: also diese Definition vom anderen her und ich glaube wirklich gelingendes Leben.

00:28:45: und Freude hat ganz stark damit zu tun in Beziehung zu sein.

00:28:51: Hat

00:28:51: ganz stark auch damit zu tun zum größeren Ganzen beizutragen?

00:28:58: Zu einem Vier beizutragen sich in einen Vier aufgehoben zu fühlen – das ist ein ganz starker Punkt.

00:29:03: Und zugleich hat Freude eben auch ganz viel damit zu tun, die eigenen Gaben zu verwirklichen und zu entfalten.

00:29:09: Also beide Pole!

00:29:10: Aber wenn dieser eine Pole so einseitig betont wird, wie zum Beispiel bei der Sozialisation von Frauen dann kommen wir in eine Schieflade, die zum richtigen Problem wird?

00:29:18: Weil dann sind wir nämlich nachher bei dem was du sagst Wenn ich Freude immer aufschiebe und guck bis die To-do-Listen erledigt sind.

00:29:24: Die wachsen ja übernachtdummerweise auch immer wieder.

00:29:27: Es klingt zwar erstmal vernünftig erwachsen und klug erst die Arbeit und dann das Vergnügen ist das auf Dauer eine Lebenshaltung, dann kann es nämlich passieren dass ich Freude verlerne.

00:29:38: Dass ich eben irgendwann nicht mehr weiß.

00:29:40: was macht mir Freude?

00:29:41: Was sind für mich persönlich meine individuellen Quellen die mein Herz weit machen warm machen lebendig machen?

00:29:50: und wenn man das nicht mehr weiss dann kann man dem ja auch nicht mehr so gut Raum geben.

00:29:53: Da ist ein ganz wichtige, lass mich dich da kurz unterbrechen bitte weil da ist ne ganz wichtige Brücke nämlich die Brücke zum Körper.

00:30:01: Also überhaupt erst mal wieder empfinden zu können, wie fühlt sich denn Freude an im Körper?

00:30:06: Das ist ja auch total wichtig.

00:30:07: Hast du ja gerade so schön beschrieben weit und weich und offen und halt ganz anders als Angst zum Beispiel?

00:30:14: Genau!

00:30:16: Ja, Angst steckt ja das Wort Enge drin auf dem Wort Stamm und macht ja auch Angst.

00:30:20: also die Angst macht eng.

00:30:22: sofort ziehe ich die Schultern hoch wenn ich darüber rede also ohne dass mir das bewusst ist Genau.

00:30:30: Und das ist auch total interessant, ich lerne ja immer ganz viel wenn ich ein Buch schreibe... Ich habe dann mal und bin ja auch in der Beratung tätig und da ist mir was deutlich geworden als ich dann eben auch soviel Forschung gelesen habe was mir in der beratung immer mal wieder auch schon aufgefallen ist dass Leute häufig leichter negative gefühle wahrnehmen und auch differenziert wahrnehmen oder benennen können als positive Gefühle.

00:31:00: Und das befängt eben an wirklich beim Körper.

00:31:04: Wenn ich sage, was weiß ich manchmal frage ich in der Beratung?

00:31:09: Also wenn du jetzt irgendwie so die Angst in deinem Körper versuchst war zu nehmen, wo spürst du sie denn?

00:31:14: und das können Leute ganz schnell artikulieren oder auch beschreiben oder auch rot oder Hass oder irgendwas.

00:31:21: Aber positive Empfindungen, sichte Empfindung fällt häufig Menschen viel schwieriger sowohl körperlich genauer zu spüren wie auch insgesamt.

00:31:29: Hier werde ich fragen, wie geht sie denn ja gut?

00:31:31: und dann weiß ich aber was heißt denn gut?

00:31:33: Dann fangen die Leute an zu stottern.

00:31:37: Und das ist so interessant!

00:31:38: Auch das hat wieder – wir haben da vorhin schon kurz darüber gesprochen – auch evolutive Gründe.

00:31:42: unser Gehirn ist von der Evolution her.

00:31:45: Also wir haben vorhin schon kurz über diesen Negativfokus gesprochen, ganz kurz erwähnt.

00:31:49: Weil unser Gehirn ist auf negatives konzentriert und das hat unter anderem seinen Grund in der Evolution weil jene Vorfahren die ein gefahren sensibles Gehirne hatten in der Uhrzeit hatten bessere Überlebenschancen Und diese Steinzeit-Hirn ist ja auch noch an uns und das heißt unser Steinzeit.

00:32:07: Hirn konzentiert sich mit Vorliebe auf Das Problematische.

00:32:11: Wenn ich nach Hause komme, wenn ich in unsere Küche komme und der Müll mal wieder nicht runtergetragen oder die Geschmarschinen nicht ausgeräumt ist, dann nervt mich das.

00:32:20: Ich sehe gleich erst einmal das nervige, aber ich könnte mich auch darüber freuen, Mensch jemand hat eingekauft!

00:32:27: Ja so ist es doch, man findet ganz schnell das Haaren der Suppe und übersieht dabei die Suppe bisweilen, die eigentlich ziemlich gut schmeckt.

00:32:34: Deswegen verkaufen sich ja die ganzen Horrorszenarien und dystopischen Weltuntergangs-Nachrichten seit ein paar Jahren so gut.

00:32:42: Weil, ich sag meinen Klienten immer, unserem Gehirn ist es scheißegal, ob wir glücklich sind!

00:32:47: Es interessiert sich nicht dafür, ob weglücklich sind – das möchte, dass wir überleben.

00:32:51: Und deswegen interessiert es sich auch nicht für positive gute Nachrichten.

00:32:54: Das müssen wir trainieren.

00:32:55: also wir müssen das Gehirnen an der Stelle eigentlich mal rausnehmen aus dem Autopiloten.

00:33:00: Genau

00:33:01: absolut Absolut, genau das ist der Punkt.

00:33:05: Kati, also aus dem Autopilot-Modus raus und das fängt eben mit der Wahrnehmung an?

00:33:11: Ja.

00:33:12: Und vielleicht ... Das sagt für mich selber so eine eindrückliche Erfahrung die was verdeutlichen kann.

00:33:18: ich gehe ja gerne wandern und ich war mit Freunden erzähle ich auch im Buch war mit freunden im letzten Sommer viel unterwegs und einer war total vogelkundig und er hat mir beigebracht Vogelstimmen zu erkennen, also eine Amsel und einen Eichel her habe ich vorher auch erkannt.

00:33:36: Aber sonst hörte ich halt so irgendwie naja Vogelgezwitscher.

00:33:40: Und nach diesem Urlaub hab' ich auf einmal zehn zwölf Vögel an ihrem Gesang erkennen können.

00:33:48: Was vorher einfach nur so ein Klangtäppig war da zwitschern Vögl, auf einmal habe ich viel mehr gehört was sich gar nicht wahrgenommen hat und das differenzierte.

00:33:57: Und das ist, glaube ich so der Punkt.

00:33:59: Wir können unser Gehörschärfen für Vogel stimmen und genauso können wir unsere Gespürschärfe für unsere positiven Empfindungen.

00:34:07: Und wir schärfen das Gespühr auch ganz wesentlich dadurch dass wir auch überhaupt Begriffe lernen für das große Feld von Freude Heiterkeit, Begeisterung, Jubel, Extase, innere Frieden, Freude, Lebendigkeit.

00:34:23: also so... Wie hast du es vorhin gesagt?

00:34:30: Ein Schnippchen schlagen, dem Steinzeithirn.

00:34:32: Du hast das anders ausgedrückt...

00:34:33: So ist es in deinem Buch beschrieben.

00:34:34: Genau!

00:34:35: Du hast

00:34:35: es anders aus gedrückt.

00:34:37: Im Grunde genommen das Gehirn

00:34:38: aus dem Autopilot nehmen und ihm beibringen erstmal eine Begrifflichkeit für den Reichtum an Freude zu bringen.

00:34:47: Und das geht Hand-in-Hand damit einher, dass ich's auch mehr wahrnehme.

00:34:51: Je mehr ich es wahrnehmere umso mehr kann ich dem Raum geben Und umso mehr, je mehr ich es wahrnehme.

00:34:56: Umso mehr Freude hält er überhaupt erst Einzug in mein Leben?

00:34:59: Es hat mir total gut gefallen diese vielen Begrifflichkeiten die du für Freude gefunden hast in deinem Bohr.

00:35:04: Ich musste da an Fräulein Smilers Gespür für Schnee denken weil glaube ich die Inuit tausend unterschiedliche Begriffe für Schneehaben Weil sie eben Schnee differenzieren und wir haben einfach Schnee Aber die Inuit als indigenes Volk haben tausend, also ich weiß nicht ob es genau Tausend sind.

00:35:22: Auf jeden Fall eine Menge unterschiedliche Begriffe für Schnee.

00:35:27: und was mir auch total gut gefallen

00:35:28: hat

00:35:31: in deinem Buch Das wurde mir so beim Lesen bewusst, dass ja die Freude im Grunde genommen Teil einer Familie ist.

00:35:37: Also man kann sie gar nicht losgelöst betrachten von vielen kleinen Schwestern, die sie hat.

00:35:42: Interessant auch das ich da im Feminin bleibe, ne?

00:35:44: Dass ich das maskulieren nicht benutze sondern von Schwesteren spreche.

00:35:47: aber Sie haben bestimmt auch Brüder.

00:35:49: Unter anderem eine Verwandte isst die Akzeptanz über die du auch schreibst Hingabe statt Aufgabe und Akzeptanz trainieren.

00:36:01: Was meinst du damit?

00:36:02: Und wie können wir es lernen?

00:36:08: Also was mich sehr beschäftigt hat beim Schreiben des Buches, es gibt ja total viel Schwieriges das im Leben daherkommt also Sand im Getriebe der zum Alltag gehört aber auch große Herausforderungen und schwere Schicksalsschläge.

00:36:27: Und wie können wir da dennoch eine Heiterkeit oder einer Freude zumindest die Tür öffnen, sodass sie doch auch in meinem Leben platz hat?

00:36:38: Auch trotz dieser schwierigen Situation.

00:36:42: Wie finden wir zu einer Heiterzeit und Freude, die auch in Krisentrag fähig ist?

00:36:47: Ich schreibe da über sieben Schlüssel, die die Tür zu einer solchen Freude öffnet.

00:36:53: Einer dieser Schlüssel ist die Akzeptanz- und Hingabe.

00:37:02: Wir geraten immer wieder in Situationen im Laufe des Lebens, an denen wir erst einmal nichts ändern können.

00:37:09: Wir stecken in der Situation was weiß ich es fängt damit an.

00:37:11: eine Grippe im Urlaub ist nicht dramatisch aber auch schon ziemlich doof oder Dinge die wirklich auch noch mal deutlich gravierender sind.

00:37:23: und der Punkt ist so lange ich im Widerstand bleibe Reibe ich mich wund, reibe ich auf.

00:37:35: Ich möchte das an einem Beispiel verdeutlichen.

00:37:36: Ich habe jüngst in Ehepaar mehrfach so ein Gespräch gehabt, deren Tochter, deren dritte Tochter den Kontakt zu ihnen und zur ganzen Familie abgebrochen hat.

00:37:51: Die ganze Familie hat gelitten wie ein Hund.

00:37:53: die Eltern haben versucht rückenzubauen haben sie gemerkt, es hilft nichts.

00:37:59: Da gibt es keine Resonanz an irgendwann.

00:38:01: und Sie haben gemerkt jetzt ist ein anderer Kampf von uns gefordert nicht mehr sozusagen der Einsatz dafür dass doch es irgendwie einen Beziehungsphasen gibt sondern der Kampf mit uns selbst das wir akzeptieren lernen.

00:38:14: es ist wie es ist.

00:38:19: Das ist vielleicht der härteste Kampf.

00:38:22: Es klingt sehr hart, aber manchmal ist es auch sehr hart.

00:38:26: Dieses innere Ringen mit sich schweres Akzeptieren zu lernen und das hat was mit Ergebung oder Kapitulationen zu tun.

00:38:35: Und das klingt vielleicht erstmal menschenfeindlich und schwächlig Aber eine Kapitulation kann einen neuen Frieden geben.

00:38:47: Also in dem Maße, noch mal indem ich mich an etwas auf Dauer reibe, reibe ich mich auf und wund.

00:38:52: Aber in dem maß, indem ich lerne, etwas

00:38:57: zu

00:38:57: schrittweise... Und das ist ein langer Weg, schrittweise zu bejahen!

00:39:01: Das kann unendlich hart sein.

00:39:04: In dem Maß fange ich an mit dem Unvermeidlichen zu kooperieren.

00:39:12: Ich bleibe nicht mehr im Widerstand.

00:39:13: Wenn ich einen Widerstand drücke, je mehr mit der rechten Hand auf die linke Hand drücke umso stärker wird der Druck.

00:39:18: aber in dem Maße wo ich aufhöre aus dem wieder wo ich aus den Widerstanden raus gehe kann ich anfangen mit diesem Unvermeidlichen zu kooperieren.

00:39:26: Anfang ist es gestalten und mein Blick kann sich widerweiten für das was trotz und in dieser Krise ist doch auch an gutem gibt.

00:39:36: Und das Interessante ist ja in dem maße wo wir irgendwie ein Jahr finden zu etwas, dann kann sich etwas verwandeln.

00:39:45: Das ist ja so'n Satz auf der Gestalttherapie.

00:39:47: Was isst das ist?

00:39:54: Und was sein darf, das kann sich Schritt für Schritt verwandlen.

00:39:58: vielleicht nicht die äußere Situation aber mein inneres Erleben dass ich wieder einen neuen Zugang zu dem finde und zum Facettenreichtum dessen was ist.

00:40:10: Ich hatte vor ein paar Wochen eine Dame zu Gast, die Nicky Raminger, deren Sohn sich im Sommer-Zweitausend und vierundzwanzig mit nur sechzehn Jahren das Leben genommen hat.

00:40:21: Und ich hab viel gelernt von der.

00:40:23: Es gab ganz schöne Rückmeldungen auf dieses Gespräch weil sie irgendwann an den Punkt gekommen ist wo sie gesagt hat ja Felix is tot aber alle anderen sind es nicht.

00:40:35: Und als Mutter zu sagen... Ja!

00:40:39: Weil das ist das Brutalste was du als Mensch erleben kannst.

00:40:42: Und er hat es geteilt, wie sie mit der Familie damit umgegangen sind und wie sie weiterleben konnte.

00:40:48: Da hatte die Akzeptanz ganz viel damit zu tun.

00:40:52: Auch diese Gewissheit ... Jetzt bist du Theologin-Ordenschwesterphilosophin, da muss ich dich nicht von überzeugen.

00:40:59: Aber auch diese Gewissenheit ist ja gar nicht weg!

00:41:02: Er ist nur woanders.

00:41:04: Er ist immer noch da in unserem Gespräch, dass ihr das Gefühl habt, eigentlich immer an ihrer Seite.

00:41:11: Und ich mag dann Satz aus deinem Buch zitieren, der mich sehr nachdenklich gemacht hat und auch mich sehr zum Schmunzeln gebracht hat.

00:41:17: Nämlich wenn du ein Problem hast – und Du hast ein Problem damit, hast Du schon zwei!

00:41:23: Genau!

00:41:24: Schön!

00:41:24: Danke!

00:41:26: Meine guten Zitate fallen mir gar nicht ein, wenn ich rede.

00:41:28: Genau danke!

00:41:31: Großartiger Satz und wie Du sagst es ist... Ich mach das auch manchmal, wenn ich mit Klienten zu tun habe und die haben zum Beispiel Angst.

00:41:40: Dann frage ich die manchmal, wäre es okay dass sie Angst da ist?

00:41:45: Und manchmal sagen die, dann überlegen die uns sagen ja und sag ich ok verändert das was Ja ist irgendwie nicht mehr so bedrohlich Schau an!

00:41:59: Also wenn wir das... Es ist sicherlich auch einfach ein Prozess der im Laufe der Jahre entsteht wie du ja auch sagst und schreibst, dass man wirklich wie ein Muskel trainieren kann.

00:42:11: Und das beginnt jeden Morgen mit dem Aufwachen aufs Neue!

00:42:17: Also ich glaube... Ich weiß nicht wie du es empfindest aber ich habe jetzt nicht das Gefühl irgendwann kommt der Tag wo mein sogenannte Ego verstand oder die ganzen Stimmen in meinem Kopf einfach schweigen.

00:42:30: Das ist der Tag an dem ich meine Augen für immer schließe und bis dahin lernt man damit zu leben was so los ist im Kopf?

00:42:35: Genau.

00:42:36: Ich denke schon, dass wir hoffentlich auch ein Stück Reifer werden können im Laufe unseres Lebens und etwas Erwachsener- und Reifer mit dunklen Gefühlen umgehen können als vielleicht noch vor fünf Jahren.

00:42:50: Und zugleich ... Es geht gerade eine Menschen, die nicht sehr liebe, sehr schlecht.

00:42:55: Fürs hin zur Angst stirbt diese Person.

00:42:59: Ja... Und schwupp bin ich mittendrin in dem Ringen!

00:43:03: Und wie gehe ich um mit dieser Angst, mit dieser Sorge und dieser Wut?

00:43:08: Lass dich sie zu.

00:43:10: Gleichzeitig halte ich Vorträge über Freude.

00:43:11: Wie geht das zusammen?

00:43:13: Aber genau das!

00:43:15: Das ist das Gesamtpaket des Lebens.

00:43:19: Ambiguitäts-Toleranz.

00:43:21: Seitdem ja mein Lieblingswort.

00:43:23: Ambivalenzkompetenz und Ambiguitätstoleranz – diese Gleichzeitigkeit, die Vielschichtigkeit des Lebens Die Spannungen, die das auch in uns auslöst halten zu können und das sichern reife Prozess.

00:43:37: Und vielleicht noch einen Punkt der mir wichtig ist bei dieser Ambiguitätstoleranz oder dem auch zu lernen etwas zu akzeptieren was eigentlich echt brutal wehtut.

00:43:50: da finde ich so eine ganz wichtige Frage so der versuchtes Perspektivwechsel könnte diese Situation möglicherweise irgendwann auch für etwas gut sein.

00:44:03: Oder will ich mir zumindest vorstellen können, dass ich oder das andere Menschen aus dieser Situation irgendwann etwas gewinnen werden?

00:44:11: Das ist also die Frage... Da wende ich mich weg von der Frage nach dem Warum- oder dem Elend.

00:44:16: Das ist so eine rückwärtsgewandte Frage hin zu dem Wozu kann es gut sein?

00:44:20: Die Sinnfrage und das ist wirklich so ein Gamechanger in Neudeutsch.

00:44:27: Also wo ich Wenn ich dahin gelange, mir diese Frage zu stellen.

00:44:33: Dann kann durch diesen Perspektivwechsel ein Stückchen Akzeptanz wachsen?

00:44:38: Wenn ich zum Beispiel ahne oder häufig ist das dann ja so im Rückblick dass jemand sagt oh also dieser familiäre Konflikt ums Erbe.

00:44:45: er war fürchterlich er war beinhart aber Ich habe gelernt mehr zu mir und meiner Meinung zu stehen.

00:44:52: oder Dieser Liebeskummer hat mich umgebracht schier Und doch oder bringt mich schäber noch um, aber ich glaube... Ich werde aus dieser Zeit herausgehen und hoffe und glaube so dass sich mehr in mir selber beheimatet bin.

00:45:08: Und wenn ich so eine Ahnung habe, so ne

00:45:11: Ahnung?

00:45:13: Das nimmt nichts vom Schmerz weg!

00:45:15: Es geht nicht um schönen Verbrei die Ambiguritätstoleranz.

00:45:18: Aber wenn ich es so eine ahnung habe ich kann daraus auch was lernen.

00:45:21: oder diese Krankheit hat mich ein Stückchen geduldiger für andere gemacht dann fällt das ein Stückchen leichter sie zu akzeptieren, weil ich daran eben auch etwas Sinnhaftes und Positives erkennen kann.

00:45:34: Neben dem dass es fürchterlich weh tut.

00:45:36: Nebendem genau oder die Krankheit hat mich gelehrt mich besser um mich zu kümmern und besser auf mich zu achten und vielleicht auch mir mehr Freude zu erlauben.

00:45:46: Richtig ja ganz richtig.

00:45:49: gegen Ende deines Buches schreibst du darüber das freude etwas politisches ist wie ganz du das.

00:45:56: also Ich habe so über die positiven Funktionen von Freude nachgedacht.

00:46:04: Wir haben schon über das körperliche gesprochen, natürlich es macht einfach total gut die Freude.

00:46:09: Sie tut zwischenmenschlich gut und haben wir mal kurz angeschnitten.

00:46:12: Und sie hat eben auch eine gesellschaftspolitische Bedeutung.

00:46:15: Das versuche ich auf verschiedener Ebene aufzufächern.

00:46:19: Da waren wirklich große Aha-Effekte für mich bei der Literaturrecherche und beim Schreiben.

00:46:27: Also so ein Punkt.

00:46:33: Wir leben in einer Gesellschaft, die ja wirklich oder in einer Situation, die ganz viel Anlass gibt zu Sorge und Angst zur Entmutigung.

00:46:46: Ob wir jetzt auf das Klima schauen?

00:46:48: Ob wir eine wachsende Gefahr für die Demokratie schauen?

00:46:55: dass sich in unserer Gesellschaft da was verschiebt.

00:46:57: Also so auf vielen Ebenen, Frage von Arbeitslosigkeit, Krieg etc.

00:47:02: Und das kann ja sehr entmutigen und ich halte die Entmutigung für eine der größten Gefährdungen unserer Zeit.

00:47:09: neben den objektiven Gefährding ist das sozusagen die einer der inneren großen Gefährdings unserer Zeit weil wenn ich mutlos bin und resignativ und denke da kann man eh nichts machen dann lege ich die Hände in die Schoß und alle anderen auch Und dann übersehen wir unsere Verantwortung, dass wir an dieser Situation was verändern können.

00:47:27: Dann läuft das Gerät tatsächlich immer mehr auf die schiefe Bahn.

00:47:32: Und für mich ist so ein ganz wichtiger Punkt, ich habe es glaube ich eingangs auch schon kurz gesagt.

00:47:36: Es ist so wichtig dass wir uns freuen nicht trotz der Probleme sondern gerade wegen der Probleme und wegen der Dunkelheit da draußen.

00:47:43: nämlich wenn wir uns freuen und zwar am besten gemeinsam mit anderen dann sind wie ein lebendiger Protest gegen das kollektive Ertrinken in Elend-und Entmutigung.

00:47:53: Wir dürfen uns freuen lachen tanzen leicht sein weil Sie erstens gut tut die Freude, weil sie uns miteinander verbindet und Weil sie uns Kraft gibt zum Widerstand und einen langen Atem im Engagement.

00:48:09: Also jetzt, was weiß ich?

00:48:12: Setzt sich jemand für die Stadtteilbegrünung ein in dem eigenen Wohnviertel und gibt ganz viel Gegenwind usw.

00:48:19: Aber dort wo ich gemeinsam mit anderen auch Freude habe an diesen Aktionen Weil wir einfach auch Spaß haben, da was vorzubereiten oder bei den Abenden überlegen, welche Aktion können wir starten.

00:48:33: Da geht man irgendwie schon aus solchen Abenden oder Aktionen wieder raus mit dem Gefühl... Also es war auf jeden Fall schon mal ein echt cooles Miteinander und wir haben das miteinander gerissen.

00:48:41: Und eben auch die Erfahrung ja Die Freude im Tun weil das in sich wertvoll ist Auch wenn's Gegenwind gibt.

00:48:48: Das ist so'n wichtiger Punkt.

00:48:49: Freude ist eine Energie Ein Energielieferant im Tun, also ich bin viel mit Klimaaktivisten und Aktivisten auch im Gespräch.

00:48:59: Und die Fragen so bekomme ich dann eigentlich auf Dauer mich engagieren ohne auszubrennen wo politisch die Zeichen in ganz andere Richtungen gehen und weichen.

00:49:06: Da habe ich wirklich von denen gelernt diese Freude oder diese innere Befriedigung die sie erfahren im Tun weil es in sich sinnvoll ist, weil es gut ist Und das lässt sie am Engagement festhalten und das gibt ihnen Kraft.

00:49:24: wo wir vorhin schon darüber gesprochen haben, erst die Arbeit und dann das Vergnügen.

00:49:26: Nein!

00:49:27: In dem Maße – und das gilt auch genauso für die Arbeitswelt – es gibt ein arbeitspolitisches Thema in meinem Kapitel sozusagen.

00:49:35: Ein Kapitel im Buch über Arbeitspolitik.

00:49:38: Also in dem Maß, indem wir Engagement oder Arbeit so gestalten, dass sie mit Sinnerfahrung einhergeht?

00:49:44: Dass wir Sie gerne tun, dass wir im Engagement erfahren ist es sich wertvoll Dann ist das eine Ressource von Energie und dranbleiben.

00:49:58: Und das ist für mich so ein Beispiel dafür, warum Freude einer gesellschaftspolitische Dimension hat.

00:50:02: Ich kann auch noch gerne über andere reden da wenn mir das ein ganz wichtiger Punkt ist ja.

00:50:08: Liebe Melanie wie kann jeder von uns heute anfangen in winzig kleinen Schrittchen die Freude mehr ins Leben einzuladen und zu etablieren?

00:50:17: Wie können wir es trainieren?

00:50:19: Ja Eins hab ich schon mal gesagt, die Hand voll Glück.

00:50:22: Das ist so süß mit dem Boden

00:50:24: von der Linken in die rechte Hosentasche?

00:50:26: In zweiter Punkt ... Es gibt ja immer wieder so Hopperlast im Tag, die einem so die Freude vermiesen, ne?

00:50:35: Also Hopperlast, die einen um die Freuden vermiesen.

00:50:39: Was weiß ich, den nervigen Kommentar der Nachbarin wurde

00:50:41: eines kurz ... Wela

00:50:42: ausgefallen!

00:50:44: Okay... Nein nicht bei mir.

00:50:45: das war ein Scherz.

00:50:46: Achso!

00:50:47: Achso?!

00:50:49: Als Freude vermiesen.

00:50:51: Ich dachte jetzt, weil ich nicht gewusst habe ob ich deutlich genug gesprochen hab keine Reaktion sah.

00:50:56: Dachte dich du sagst jetzt WLAN ist ausgefallen?

00:50:59: Schau schon haben wir es gefreut!

00:51:01: Ja hoffentlich

00:51:03: auch.

00:51:03: Das wäre auch zum Beispiel doof wenn unser WLAN mit einem Gespräch ausfällt.

00:51:07: bleiben wir doch dabei und dann kannst du dich und hinterher.

00:51:10: ich würden wir ärgern wir uns und dann hilft es also.

00:51:13: ich nenne das die angewandte Relativitätstheorie.

00:51:16: in solchen Situationen frage ich mich

00:51:20: Okay.

00:51:21: Welche Bedeutung hat das ausgefallene WLAN in zehn Minuten, wenn du darauf zurück schaust?

00:51:29: In zehn Tagen, in zehn Jahren und an deinem Lebensende?

00:51:35: Null!

00:51:36: Angewandte Relativitätstheorie.

00:51:38: Genau.

00:51:39: Manchmal fange ich schon bei zehn Minuten an zu schmunzeln wie groß sich gerade meine Ärger oder meine Angst aufführen und umgekehrt.

00:51:45: Die Perspektive des Lebensendes bringt mich manchmal dazu, Dinge zu tun die sich nicht schön anfühlen.

00:51:51: Vielleicht auch schwer sind aber wo ich weiß es ist gut in sich um seiner selbst willen wertvoll und das gibt eine Heiterkeit wenn wir in Übereinstimmung mit uns selbst und unseren Werten handeln.

00:52:04: Das ist so.

00:52:04: die zweite Übung.

00:52:05: also einmal eine Hand voll Glück.

00:52:06: die angewandte Relativitätstheorie und aller guten Dinge sind drei.

00:52:10: was fällt mir denn noch ein?

00:52:11: Es gibt ja wirklich viele übungen im Buch Für dir spontan eine ein, die ich erzählen soll.

00:52:19: Also Dankbarkeit

00:52:20: ist natürlich in Bezug auf Freude auch ein Riesenthema.

00:52:23: Auch sich darin zu üben.

00:52:25: Genau das geht ja schon ein bisschen kann man auch üben mit diesen Wohnen.

00:52:29: also dankbarkeit is natürlich so'n großer Schlüssel zur freude als in dem maße indem ich Die Dinge im Alltag entdecke in dem wow dass es ja eigentlich echt Echt schön.

00:52:41: Und nicht als selbstverständlich irgendwie übersehe, hält Dankbarkeit mein Leben-Einzug und Dankbarheit macht glücklich.

00:52:48: Also nicht umgekehrt Glück macht Dankbar sondern in dem Maß, indem ich dankbar bin weg das Freude und Glück in mir.

00:52:53: Genau also so Dankbarkeits-Tagebuch ist natürlich sehr klassisch.

00:53:00: Ja ein Tag vielleicht noch.

00:53:03: Noch ein letzter Punkt.

00:53:07: Also die innere Einstellung mit der ich den Tag beginne.

00:53:12: Ich stell mich morgens gerne hin.

00:53:15: Kann ich jetzt nicht vormachen, so groß ist der Bildschirm nicht.

00:53:17: Also stell mich hin, Barfuß auf dem Boden oder auf meinem Zimmer und breite die Arme aus.

00:53:27: Versuche so in meinen Körper reinzuspüren.

00:53:30: Ich halte hier immer ganz viel von Körpersäle, also Übungen wo alles beteiligt ist.

00:53:34: Versuche mein Körper rein zu spüren wie ich auf dem Boden stehe er mich trägt wie nach oben ausgerichtet bin und öffne mich den Licht des neuen Tages und spüre aber auch die Spannung die diese ausgebreiteten Arme beinhalten.

00:53:48: und dann diese Übung ja Tag.

00:53:51: Ich begrüße Dich und ich will Dich willkommen heißen, ich bin dankbar dass mir dieser Tag geschenkt ist und ich als Christin als Ordensfrau ist für mich das dann auch gleich ein Gebet.

00:54:01: Und ich möchte diesen Tag leben in seiner Spannung von Licht und Schatten, von Schönheit und Schrecken und möchte das alles was mir heute begegnet, mich ein Stück mehr zu einem liebender mutiger freutvolleren Menschen macht.

00:54:20: Total schön.

00:54:22: Vielen Dank fürs Teilen!

00:54:24: Sagt denn die Bibel eigentlich zur Freude?

00:54:27: Ganz wichtig, ja total.

00:54:32: Also ich habe jetzt

00:54:34: angefangen das neue Testament zu lesen.

00:54:36: Habe ich noch nie gemacht bin gespannt.

00:54:38: Ja zum Beispiel wenn du dann das Johannes Evangelium liest dann stößt du darauf der gibt es so zwei Stellen wo Jesus so sagt, warum es ihn gibt sozusagen sein Mission Statement.

00:54:49: Zwei Stellen nur an dem Evangelium nämlich das eine ich bin bekommen damit ihr das Leben habt und das andere Ich bin gekommen damit meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen sei.

00:54:59: Das heißt dass ist ein Mission Statements Jesu was er so als Vision seines Lebens vor Augen hat im Johannes-Evangelium.

00:55:09: Und das finde ich ganz, ganz wichtig weil Freude und das habe ich ist mir auch noch mal neu deutlich geworden in der Beschäftigung mit dem Thema.

00:55:16: Freude tut ja ein Vielfacher hin sich gut usw.

00:55:18: Und Freude isst ein innerer Kompass.

00:55:22: Freue deiner Folge umgekehrt.

00:55:26: Folge deiner Freude!

00:55:28: Und du findest denwele Bändigkeit?

00:55:30: Weil Freude wie ein Echo unsere Schritte begleitet wenn wir auf unserem Weg sind, wenn wir im Kontakt sind mit dem was für uns wesentlich ist.

00:55:42: Folge deiner Freude und du findest zu mehr Lebendigkeit.

00:55:45: und als glaubende Mensch kann ich sagen folge deiner freude.

00:55:49: Du bist auf der Spur Gottes, du bist auf das Göttliche Geheimnis dieser Tiefendimension des Lebens.

00:55:57: Die Licht ist die Leben ist, die Freude ist und die unser Leben licht- und freutvoll machen möchte und die uns befähigen möchte zur Freude anderer und zu einem guten Leben anderer beizutragen.

00:56:07: es geht nicht um einen spirituellen Egoismus um dem rauen Alltag irgendwie besser standhalten zu können sondern der christliche Glaube bringt immer dazu die Augen zu öffnen dort wo Menschen aufgrund unrechter Bedingungen oder von Elend oder einfach von Schicksals schlägen in Not sind und ihn beizustehen.

00:56:26: Das glaube ich auch, was du gerade gesagt hast.

00:56:30: Vielen Dank!

00:56:31: Freude das Leben ins Herzschließen von Melanie Wolffers ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk – und ich würde liebe Melanie wenn es dir recht ist mit einem Gedicht diese Folge enden dass du in deinem Buch zitierst von Masha Khaliko Wer ist?

00:56:46: Oder war das?

00:56:49: Das ist, da hast du mich jetzt auf den falschen Fuß.

00:56:52: Ja genau!

00:56:52: Also es

00:56:54: ist eine sehr bekannte Dichterin.

00:56:59: Aber mehr weiß ich über sie nicht.

00:57:02: Darf ich das vorlesen?

00:57:04: Gerne!

00:57:05: Es ist ein wunderbares Gedicht.

00:57:07: Und das heißt sozusagen grundlos vergnügt.

00:57:12: Ich freue mich dass am Himmel Wolken ziehen und dass es regnet, hagelt friert und schneit.

00:57:18: Ich freue mich auch zur grünen Jahreszeit, wenn Hecken, Rosen und Holunder blühen.

00:57:22: Das Amseln flöten und das Immensummen.

00:57:24: Das Mücken stechen und das Brummer brummen!

00:57:27: Das rote Luftbalans ins Blaue steigen.

00:57:29: Das Spatzen schwarzen und das Fische schweigen.

00:57:34: Ich freu' mich dass der Mond am Himmel steht und die Sonne täglich neu aufgeht.

00:57:38: Das Herbst im Sommer folgt und Lenz dem Winter gefällt mir wohl – da steckt ein Sinn dahinter Wenn auch die neunmal klugen ihn nicht sehen, man kann nicht alles mit dem Kopf verstehen.

00:57:48: Ich freue mich!

00:57:49: Das ist das Lebenssinn.

00:57:51: Ich freu' mich vor allem, dass ich

00:57:53: bin.".

00:57:54: In mir ist alles aufgeräumt und heiter.

00:57:57: Diese Diele blitz – das Feuer ist geschürt an solchem Tag – er klettert man die Leiter, die von der Erde in den Himmel führt.

00:58:04: Da kann der Mensch wie es ihm vorgeschrieben, weil er sich selber liebt, den Nächsten lieben.

00:58:09: Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne und an das Wunder niemals gewöhne.

00:58:15: Dass alles so erstaunlich bleibt und neu!

00:58:18: Ich freu' mich, daß sich... ...dass ich mich freue!

00:58:24: Puh!

00:58:26: Wunderbar!

00:58:28: So ein schönes Buch hast du geschrieben und ein schönest Geschenk der Welt gemacht.

00:58:31: Ich danke dir von Herzen!

00:58:33: Alle Links zu die Folgen mit denen in denen ich am Ende mit den Tränen kämpfe sind auch für mich die Schönsten.

00:58:41: Alle Links zu Melanie Wolfers, die findet ihr wie immer in der Beschreibung und in den Show Notes unter dieser Folge.

00:58:47: Ich danke dir liebe Melanie!

00:58:48: Und ich freue mich schon jetzt auf unseren nächsten Austausch was da wohl das Thema sein wird.

00:58:53: Danke liebe Kati für das wunderbare Gespräch und für das Gedicht zum Schluss.

00:58:58: Das ist es.

00:58:59: Ich

00:58:59: freue mich, dass ich mich freue.

00:59:02: Alles Gute für dich.

00:59:04: Ihr Lieben und ich hoffe auch euch hat dieses Gespräch ganz viel Freude bereitet.

00:59:09: Schickt es in die Welt, schickt es zu denen, die eine große Portion Freude in diesen Tagen brauchen!

00:59:16: Ich danke Euch von Herzen dass ihr diesem Podcast anhört das sie ihn anschaut, dass er ihn unterstützt wenn ihr meine Arbeit unterstützen möchtet.

00:59:23: ihr findet auch alles dazu in der Beschreibung unter dieser Folge.

00:59:27: Wir sehen und hören uns nächsten Freitag wieder, bitte bleibt bis dahin wie immer zuversichtlich gesund und stets neugierig und ladet die Freude ein.

00:59:46: Tschüss!